{"id":16463,"date":"2024-09-28T23:01:00","date_gmt":"2024-09-28T21:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=16463"},"modified":"2024-09-29T13:33:51","modified_gmt":"2024-09-29T11:33:51","slug":"die-magie-der-musik-ein-beeindruckender-saisonstart-des-marburger-konzertvereins","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=16463","title":{"rendered":"Alle klatschen mit: Ein beeindruckender Saisonstart des Marburger Konzertvereins\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Motto &#8222;Die Magie der Musik&#8220; er\u00f6ffnete der Marburger Konzertverein am Freitag (27. September) seine neue Saison im Erwin-Piscator-Haus (EPH) mit einem musikalischen Glanzpunkt. Die Philharmonie S\u00fcdwestfalen begeisterte das Publikum mit einem vielseitigen Programm.<br \/>\n&lt;!&#8211;more&#8211;&gt;<br \/>\nZusammen mit der herausragenden Cellistin Tanja Tetzlaff pr\u00e4sentierte das Landesorchester Nordrhein-Westfalens unter der Leitung von Constantin Trinks Robert Schumanns Cellokonzert. Eingerahmt war es in eine stimmungsvolle Auswahl klassischer Meisterwerke und Publikumsfavoriten: IM EPH erklangen Bedrich Smetanas popul\u00e4re &#8222;Moldau&#8220;, Ottorino Respighis &#8222;Fontane di Roma&#8220; und Maurice Ravels ber\u00fchmter &#8222;Bolero&#8220;. Vor ausverkauftem Saal wurde damit ein beeindruckender Auftakt in die neue Saison gefeiert.<br \/>\nEr\u00f6ffnet wurde das Konzert mit Smetanas &#8222;Moldau&#8220;. Sie versetzte das Publikum sofort in gespannte Stille. Unter der souver\u00e4nen und zugleich einf\u00fchlsamen Leitung von Constantin Trinks gelang der Philharmonie S\u00fcdwestfalen eine eindrucksvolle Darbietung, die die Zuh\u00f6renden auf eine musikalische Reise entlang des Flusses entf\u00fchrte.<br \/>\nTrinks w\u00e4hlte ein gem\u00e4\u00dfigtes Tempo, das dem St\u00fcck eine feierliche W\u00fcrde verlieh. Au\u00dferdem f\u00fcgte er der Auff\u00fchrung seine pers\u00f6nliche Note hinzu. Seine Detailgenauigkeit und das gezielte Spiel mit subtilen Akzenten und unerwarteten Wendungen &#8211; wie etwa kurze Momente des Innehaltens &#8211; schufen eine besondere Atmosph\u00e4re und Intensit\u00e4t. Der Dirigent verstand es, den Moment auszukosten.<br \/>\nDabei legte er gro\u00dfen Wert auf Pr\u00e4zision und Perfektion in jedem Detail. Das ber\u00fchmte &#8222;Moldau&#8220;-Thema erstrahlte bei jeder Wiederkehr in leicht variierenden Klangfarben. Trinks f\u00fchrte das Orchester mit gro\u00dfer Ruhe und Sicherheit. Die Darbietung hinterlie\u00df das Publikum sichtlich bewegt, sp\u00fcrbar verzaubert und voller Vorfreude auf den weiteren Verlauf des Abends.<br \/>\nIm Anschluss beeindruckte Cellistin Tanja Tetzlaff mit Robert Schumanns Cellokonzert in a-Moll op. 129. Schon beim Betreten der B\u00fchne strahlte sie eine faszinierende Pr\u00e4senz aus, die das Publikum in ihren Bann zog. Ihr Spiel war von eindringlicher Musikalit\u00e4t gepr\u00e4gt, die nicht nur ihr au\u00dfergew\u00f6hnliches K\u00f6nnen und ihre Virtuosit\u00e4t zur Geltung brachte, sondern auch eine tiefe Authentizit\u00e4t ausstrahlte.<br \/>\nDas enge Zusammenspiel von Solistin, Dirigent und Orchester verlieh Schumanns Cellokonzert Tiefe. Das Werk betont insbesondere den Dialog zwischen Cello und Orchester, wodurch die Solistin nicht als alleinige Hauptfigur, sondern als integrativer Bestandteil des Gesamtklangs auftrat. Durch intensive Zusammenarbeit und musikalische Intimit\u00e4t entstand so eine innige Verbindung, die es der Cellistin erm\u00f6glichte, sowohl im Orchesterklang zu verschmelzen als auch strahlend hervorzutreten.<br \/>\nTetzlaffs nuancenreiches Spiel, das von zarter Verletzlichkeit bis zu kraftvoller Intensit\u00e4t reichte, ber\u00fchrte das Publikum zutiefst. So ging die ergreifende Darbietung tief unter die Haut! Nach dem letzten Ton verharrte der Saal in atemloser Stille, bevor laute &#8222;Bravo&#8220;-Rufe und tosender Applaus die au\u00dfergew\u00f6hnliche Darbietung samt Zugabe der Solistin kr\u00f6nten.<br \/>\nNach der Pause ging das Konzert mit Respighis &#8222;Fontane di Roma&#8220; weiter, das einen spannenden Kontrast zu den vorherigen St\u00fccken bot. Der Komponist &#8211; ein Vertreter des Neo-Klassizismus &#8211; bewies hier seine Meisterschaft in orchestraler Farbmalerei und schuf eine musikalische Postkarte eines Spaziergangs durch die ewige Stadt. In lebendigen Klangbildern vertonte Respighi vier ber\u00fchmte r\u00f6mische Brunnen, von der Morgend\u00e4mmerung bis zum Sonnenuntergang. Die Philharmonie S\u00fcdwestfalen transportierte dieses sprudelnde Pl\u00e4tschern des Wassers, die besondere Atmosph\u00e4re und die Sch\u00f6nheit der Stadt in jedem Ton, sodass die Zuh\u00f6renden die idyllische Kulisse vor ihrem inneren Auge hautnah miterleben konnten.<br \/>\nSchlie\u00dflich erklang Maurice Ravels &#8222;Bol\u00e9ro&#8220;. Zweifellos ist das St\u00fcck eines der bekanntesten und beliebtesten Werke der klassischen Musik. Es zeichnet sich durch einen gleichm\u00e4\u00dfigen Trommelrhythmus aus, der 169 Mal wiederholt wird, w\u00e4hrend eine schlichte Melodie dar\u00fcber erklingt.<br \/>\nBeim ersten Hinh\u00f6ren wirkt das Werk eher eindimensional und weist nur begrenzte musikalische Vielfalt auf. Zu Beginn stand Trinks in v\u00f6lliger Bewegungslosigkeit steif auf der B\u00fchne, was die gespannte Atmosph\u00e4re intensivierte und die k\u00fcnstlerische Essenz des St\u00fcckes unterstrich.<br \/>\nW\u00e4hrend die Melodie durch verschiedene Instrumente wanderte, entwickelte sich in kleinen Schritten ein beeindruckendes orchestrales Crescendo, in dem sich Dynamik, Klangdichte und Intensit\u00e4t kontinuierlich steigerten. Die kleine Trommel bildete dabei das unverr\u00fcckbare Fundament, auf dem die gesamte Klangf\u00fclle aufbaute. Ravels &#8222;Bol\u00e9ro&#8220; vereint scheinbar gegens\u00e4tzliche Empfindungen. Die Komposition birgt eine faszinierende Koexistenz von hypnotisierender Sch\u00f6nheit und provokanter Reduktion, die sowohl fesselt als auch irritiert. Das St\u00fcck steigert sich kontinuierlich und schafft so eine fesselnde Spannung, die in einem grandiosen Finale gipfelt, das das Publikum begeisterte und zu tosendem Applaus bewegte.<br \/>\nAbschlie\u00dfend l\u00e4sst sich festhalten, dass der Konzertabend eine wahre Ode an die klassische Musik war. In jeder Hinsicht stellte der Abend ein gelungenes Gesamtkunstwerk dar und hinterlie\u00df einen bleibenden Eindruck sowie ein kribbelndes G\u00e4nsehautgef\u00fchl. Das abwechslungsreiche Programm vereinte sowohl bekannte Meisterwerke als auch seltene Kostbarkeiten wie Respighis &#8222;Fontane di Roma&#8220;. Dirigent, Solistin und Philharmonie brillierten auf ihre eigene Weise. Das Versprechen der &#8222;Magie der Musik&#8220; wurde nicht nur erf\u00fcllt, sondern weit \u00fcbertroffen und weckte gro\u00dfe Vorfreude auf die kommenden Konzerte.<\/p>\n<ul>\n<li>Leonie Schulz<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Motto &#8222;Die Magie der Musik&#8220; er\u00f6ffnete der Marburger Konzertverein am Freitag (27. September) seine neue Saison im Erwin-Piscator-Haus (EPH) mit einem musikalischen Glanzpunkt. Die Philharmonie S\u00fcdwestfalen begeisterte das Publikum mit einem vielseitigen Programm. &lt;!&#8211;more&#8211;&gt; Zusammen mit der herausragenden <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=16463\">weiterlesen  <span class=\"screen-reader-text\">  Alle klatschen mit: Ein beeindruckender Saisonstart des Marburger Konzertvereins\u00a0<\/span><span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[3],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-4hx","jetpack-related-posts":[{"id":14487,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=14487","url_meta":{"origin":16463,"position":0},"title":"Musik geboten: Neujahrskonzert am 1. Januar im EPH","date":"28. November 2023","format":false,"excerpt":"Musikalisch ins neue Jahr geht es mit dem traditionellen Marburger Neujahrskonzert. Das hat die Stadt am Dienstag (28. November) wieder angek\u00fcndigt. Traditionell er\u00f6ffnet das Studentische Sinfonie Orchester Marburg (SSO) in Kooperation mit dem Erwin-Piscator-Haus (EPH) der Universit\u00e4tsstadt Marburg das neue Jahr mit einem Neujahrskonzert. Das soll auch am 1. Januar\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":5589,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=5589","url_meta":{"origin":16463,"position":1},"title":"F\u00fcnfmal Neuanfang: Flaggen wehen vor dem EPH","date":"25. August 2020","format":false,"excerpt":"Im Erwin-Piscator-Haus (EPH) wird Vielfalt unter einem Dach gelebt. Das bringt das Haus nun auch durch unterschiedliche Flaggen zum Ausdruck. Vor dem Fahnenspiel im sommerlichen Wind verk\u00fcndete Leiterin Karin Stichnothe-Botschafter, dass nun auch wieder Veranstaltungen im EPH stattfinden. \"Bei einem unserer Piscatoren-Treffen kam die Idee auf, die verschiedenen Nutzer*innen des\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":5869,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=5869","url_meta":{"origin":16463,"position":2},"title":"Zwei M\u00f6glichkeiten: Aktionstag &#8222;Gemeinsam handeln gegen Armut&#8220;","date":"19. Oktober 2020","format":false,"excerpt":"\"Gemeinsam handeln gegen Armut\" hei\u00dft das Motto eines Aktionstags am Donnerstag (22. Oktober). Mit mehreren dezentralen Aktionen macht das Marburger B\u00fcndnis f\u00fcr Familie in verschiedenen Stadtteilen sowie vor dem Erwin-Piscator-Haus (EPH) auf das Thema Armut aufmerksam. Organisiert werden die Aktionen von der Projektgruppe \"Familie und Armut\" des B\u00fcndnisses, Anlass ist\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":18948,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=18948","url_meta":{"origin":16463,"position":3},"title":"Kulturerbe sichern: Rekonstruierte Collage von Volker Denninghoff im EPH","date":"3. November 2025","format":false,"excerpt":"Marburgs kulturelles Erbe befindet sich nun wieder im Erwin-Piscator-Haus (EPH). Die rekonstruierte Collage von Volker Benninghoff ist dort wieder eingezogen. Es war ein Einzug mit Hindernissen: Die Wandcollage des Malers und Graphikers Volker Benninghoff ist rund 13 Jahre nach ihrer Entfernung aus der damaligen Stadthalle in das Erwin-Piscator-Haus (EPH) als\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":18842,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=18842","url_meta":{"origin":16463,"position":4},"title":"Fotocollage f\u00fcr EPH: R\u00fcckkehr eines Werks von Volker Benninghoff","date":"16. Oktober 2025","format":false,"excerpt":"Ein Werk Volker Benninghoffs kehrt als rekonstruierteCollage ins Erwin-Piscator-Haus (EPH) zur\u00fcck. Seine Feierliche Einweihung ist am Donnerstag (23. Oktober). 25 Tafeln bildeten ab 1969 im Foyer der ehemaligen Marburger Stadthalle eine gro\u00dfe Wandcollage. Der Maler und Graphiker Volker Benninghoff (1921 bis 2009) hatte das Kunstwerk geschaffen. Es bestand aus versiegelten\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":6958,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=6958","url_meta":{"origin":16463,"position":5},"title":"Leichter Humor: Ausstellug zu Alter in der Karikatur","date":"29. April 2021","format":false,"excerpt":"Die Wanderausstellung \"Das Alter in der Karikatur\" wurde im EPH er\u00f6ffnet. Sie bietet neue Perspektiven auf das Altern mit einem Schmunzeln im Gesicht. Zum Alter und dem Altern gibt es viele Sichtweisen und Vorurteile. Mit dem eigenen Bild vom Alter k\u00f6nnen sich G\u00e4ste der Ausstellung \"Das Alter in der Karikatur\"\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16463"}],"collection":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16463"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16463\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16467,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16463\/revisions\/16467"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16463"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16463"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16463"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}