{"id":16137,"date":"2024-08-15T13:10:35","date_gmt":"2024-08-15T11:10:35","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=16137"},"modified":"2024-08-15T13:10:35","modified_gmt":"2024-08-15T11:10:35","slug":"die-unaufhaltsamen-abholzung-verschaerft-den-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=16137","title":{"rendered":"Die Unaufhaltsamen: Abholzung versch\u00e4rft den Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p>Abholzung versch\u00e4rft den Klimawandel in tropischen Bergregenw\u00e4ldern wie etwa am Kilimandscharo. Das verursacht Stress im \u00d6kosystem. <!--more--><br \/>\nDie Bergw\u00e4lder in Afrika stehen durch die zunehmende Entwaldung durch den Menschen deutlich unter Stress. Und der Klimawandel setzt dem noch eins drauf: Wie Marburger Geographinnen und Geographen herausgefunden haben, sind die afrikanischen Bergw\u00e4lder in den letzten zwei Jahrzehnten um rund 20 Prozent geschrumpft.<br \/>\nDadurch stieg die durchschnittliche Lufttemperatur, und die umgebenden Wolken liegen \u00fcber 230 Meter h\u00f6her. In Bergregionen wie am Kilimandscharo k\u00f6nnen die W\u00e4lder dadurch deutlich weniger Wasser aus den Wolken &#8222;ausk\u00e4mmen&#8220;. &#8222;Das hat weitreichende Konsequenzen f\u00fcr den Wasserhaushalt und die Biodiversit\u00e4t in Afrika&#8220;, kommentierte Dr. Dirk Zeuss vom Fachbereich Geographie der Philipps-Universit\u00e4t die Ergebnisse einer Studie mit internationaler Forschungsbeteiligung. Die Forschenden berichten \u00fcber ihre Untersuchungen im Fachmagazin &#8222;Nature Communications&#8220;.<br \/>\nDie tropischen Bergw\u00e4lder sind einzigartig in ihrer Biodiversit\u00e4t und ihren sogenannten \u00d6kosystemdienstleistungen. Zu letzteren geh\u00f6rt beispielsweise die Produktion von Frischwasser f\u00fcr die Natur und auch den Menschen. Anhand von Satellitendaten hat das Marburger Forschungsteam berechnet, dass in den Jahren 2003 bis 2022 etwa 18 Prozent des Waldes verloren gingen. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind unter anderem die kleinb\u00e4uerliche Landwirtschaft und der Holzeinschlag.<br \/>\nInfolge des Waldverlusts \u00e4ndern sich auch weitere Umweltbedingungen, fanden die Forschenden durch das Zusammenf\u00fchren verschiedenster Umweltdatens\u00e4tze heraus. So stieg die Lufttemperatur um etwa 1,4 Grad Celsius und die untere Wolkenkante r\u00fcckte 236 Meter nach oben. &#8222;Diese Verschiebung in Temperatur und Wolkenbildung kommt dabei eindeutig nicht durch den &#8211; eh schon vorhandenen &#8211; Klimawandel, sondern durch den Verlust der Bergw\u00e4lder&#8220;, interpretierte Zeuss die Ergebnisse.<br \/>\n&#8222;Am Kilimandscharo in Tansania wurden seit 1880 bereits \u00fcber 50 Prozent der Waldfl\u00e4che vernichtet&#8220;, erg\u00e4nzte Dr. Andreas Hemp von der Universit\u00e4t Bayreuth. Der Ko-Autor der Studie lebt und forscht seit 35 Jahren am Kilimandscharo.<br \/>\n&#8222;Das bedeutet, dass von Menschen gemachte Eingriffe wie das Abholzen den Klimawandel versch\u00e4rfen&#8220;, erl\u00e4uterte der Marburger Forscher Dr. Temesgen Abera. &#8222;Wir m\u00fcssen also sehr viel st\u00e4rker die Bergw\u00e4lder in den Blick nehmen und vor Abholzung sch\u00fctzen, da sie Biodiversit\u00e4t, Frischwasserproduktion und viele andere \u00d6kosystemleistungen in den Tropen bedroht.&#8220;<br \/>\nAbera ist derzeit Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Philippes-Universit\u00e4t. Zur Publikation trugen unter Marburger Leitung Forschungsgruppen von der Universit\u00e4t Helsinki in Finnland, dem finnischen Meteorologischen Institut in Helsinki, der Universit\u00e4t Bayreuth, der Universit\u00e4t in Addis Abeba in \u00c4thiopien, der Wuhan-Universit\u00e4t in China, und der North-West-Universit\u00e4t in S\u00fcdafrika bei.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abholzung versch\u00e4rft den Klimawandel in tropischen Bergregenw\u00e4ldern wie etwa am Kilimandscharo. 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