{"id":16114,"date":"2024-08-11T21:45:00","date_gmt":"2024-08-11T19:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=16114"},"modified":"2024-08-11T21:45:00","modified_gmt":"2024-08-11T19:45:00","slug":"abschaffen-statt-aufruesten-vortrag-im-rathaus-ueber-atomwaffen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=16114","title":{"rendered":"Abschaffen statt aufr\u00fcsten: Vortrag im Rathaus \u00fcber Atomwaffen"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Atomwaffen verbieten! Was k\u00f6nnen wir von \u00d6sterreich lernen?&#8220; lautete der Titel einer Veranstaltung am Donnerstag (8. August). Anlass war der Abwurf von Atombomben im August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki. <!--more--><br \/>\nZum Gedenken an die Atombombenabw\u00fcrfe auf Hiroshima und Na\u00adgasaki hatten das Marburger B\u00fcndnis &#8222;Nein zum Krieg!&#8220;, der DGB Marburg und ICAN Marburg zu einem Vortrag mit Diskussion unter dem Titel &#8222;Atomwaffen verbieten! Was k\u00f6nnen wir von \u00d6sterreich lernen?&#8220; am Donnerstag (8. August) in den Historischen Saal des Rathauses eingeladen.<br \/>\nChrista Winter vom Marburger B\u00fcndnis &#8222;Nein zum Krieg!&#8220; bedankte sich in ihrer Einf\u00fchrungsrede vor zahlreichen Besuchern bei den verl\u00e4sslichen Kooperationspartnern des B\u00fcndnisses. Vor allem nannte sie dabei den DGB Marburg mit Dr. Ulf Immelt und Pit Metz, die die Veranstaltung erst erm\u00f6glicht hatten. Ein besonderer Dank ging an die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Richtsberg Gesamtschule (RGS) f\u00fcr das Kunstwerk &#8222;Die Waffen nieder!&#8220;, das sie zum Hessischen Bertha-von-Suttner-Jugendwettbewerb, unter der Leitung von Thomas Gebauer, gestaltet hatten. Ihr Dank ging auch an die Stadt Marburg und ihren Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies, die als Mitglied im internationalen Netzwerk &#8222;Mayors for Peace&#8220; &#8211; B\u00fcrgermeister f\u00fcr den Frieden &#8211; dem B\u00fcndnis den historischen Rathaussaal zur Verf\u00fcgung stellten und daf\u00fcr sorgten, dass das Transparent &#8222;Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen&#8220; in der Zeit vom 6. bis zum 9. August am Marburger Rathaus prangen konnte.<br \/>\nDer Referent Fabian H\u00e4mmerle, arbeitet in Wien und ist Mitglied bei ICAN Austria. In der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen sind 652 Organisationen aus \u00fcber 100 L\u00e4ndern zusammengeschlossen. Im Jahr 2017 wurde ICAN International der Friedensnobelpreis verliehen.<br \/>\nIn seinem Vortrag arbeitete H\u00e4mmerle die Geschichte des Atomwaffen Verbotsvertrags von den ersten Ans\u00e4tzen im Nichtweiterverbreitungsvertrag (NVV) von 1968 bis hin zum in Kraft treten am 22. Januar 2021 heraus. Dabei stellte er die einzelnen Artikel des Vertrags vor und legte die Bedeutung des Vertrags im Diskurs um eine nuklearwaffenfreie Welt dar.<br \/>\nEines der dabei aufzubrechenden Dogmen sei die nukleare Abschreckung als eine politische Strategie zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit eines gro\u00dfen Kriegs, die allerdings mit einem hohen Eskalations- und Vernichtungsrisiko zusammenf\u00e4llt. Damit nukleare Abschreckung funktioniert, bedarf es einiger Grundannahmen: Dazu z\u00e4hlen perfekte Erkennung und Ortung, Absolute Rationalit\u00e4t aller Akteure in der Befehlskette und die Unf\u00e4higkeit zur Verteidigung.<br \/>\nDie Vertragsstaaten des AVV hielten in der politischen Deklaration des zweiten Vertragsstaatentreffen im Dezember 2023 dagegen fest: &#8222;Atomwaffen dienen keineswegs der Wahrung von Frieden und Sicherheit, sondern werden als politische Instrumente eingesetzt, die zu Zwang, Einsch\u00fcchterung und Spannungserh\u00f6hungen f\u00fchren. Das erneute Bef\u00fcrworten und Beharren auf nuklearer Abschreckung als legitime Sicherheitsdoktrin sowie die Versuche, diese zu rechtfertigen, verleihen dem Wert von Atomwaffen f\u00fcr die nationale Sicherheit einen falschen Stellenwert und erh\u00f6hen das Risiko einer horizontalen und vertikalen Verbreitung von Atomwaffen in gef\u00e4hrlichem Ausma\u00df.&#8220;<br \/>\nIn seinen weiteren Ausf\u00fchrungen ging H\u00e4mmerle ausf\u00fchrlich auf die Rolle der Zivilgesellschaft und von Organisationen wie ICAN bei dem Kampf f\u00fcr eine atomwaffenfreie Welt ein. Am Ende seiner Ausf\u00fchrungen beleuchtete H\u00e4mmerle den &#8222;\u00d6sterreichischen Weg&#8220;, der mit den Auseinandersetzungen um das Atomkraftwerk Zwentendorf in den 70er Jahren begann, zu einer erfolgreichen Volksabstimmung gegen dessen Inbetriebnahme f\u00fchrte, das &#8222;Bundesgesetz vom 15. Dezember 1978 \u00fcber das Verbot der Nutzung der Kernspaltung f\u00fcr die Energieversorgung in \u00d6sterreich&#8220; hervorbrachte und letztendlich mit dem Beitritt \u00d6sterreichs zum Atomwaffenverbotsvertrag endete.<\/p>\n<p>* pm: Marburger B\u00fcndnis &#8222;Nein zum Krieg!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Atomwaffen verbieten! Was k\u00f6nnen wir von \u00d6sterreich lernen?&#8220; lautete der Titel einer Veranstaltung am Donnerstag (8. August). Anlass war der Abwurf von Atombomben im August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[2],"tags":[2858,169,701],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-4bU","jetpack-related-posts":[{"id":16077,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=16077","url_meta":{"origin":16114,"position":0},"title":"Abschaffung anstreben: B\u00fcndnis \u00fcber Atomwaffen und Bundesregierung","date":"1. 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