{"id":15831,"date":"2024-06-18T13:56:38","date_gmt":"2024-06-18T11:56:38","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=15831"},"modified":"2024-06-18T13:56:38","modified_gmt":"2024-06-18T11:56:38","slug":"wichtige-wiesen-weniger-weiden-und-weniger-maehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=15831","title":{"rendered":"Wichtige Wiesen: Weniger weiden und weniger m\u00e4hen"},"content":{"rendered":"<p>Magerwiesen sind durch europ\u00e4isches Recht gesch\u00fctzt. Auf ihre Bedeutung hat das Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen am Dienstag (18. Juni) hingewiesen. <!--more--><br \/>\nWarum Wiesen gesch\u00fctzt sein sollen, ist nicht auf den ersten Blick verst\u00e4ndlich, schlie\u00dflich gibt es doch viele &#8222;Wiesen&#8220; in Hessen. Die meisten davon &#8211; mehr als 90 Prozent &#8211; sind allerdings artenarm. Sie werden zu intensiv genutzt.<br \/>\nDas hei\u00dft, sie werden zu stark ged\u00fcngt, zu h\u00e4ufig gem\u00e4ht oder falsch beweidet, um ein wertvoller Lebensraum f\u00fcr Tiere und Pflanzen zu sein. Aber es gibt auch andere &#8222;Wiesen&#8220; &#8211; magere, artenreiche M\u00e4hwiesen. Und die sind es, die es zu sch\u00fctzen gilt und die nach Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetzes und gleichzeitig nach europ\u00e4ischem Recht der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) gesch\u00fctzt sind.<br \/>\nEs sind die mageren Flachland-M\u00e4hwiesen und Berg-M\u00e4hwiesen, auf die es ankommt. Beide haben gemeinsam, dass auf D\u00fcngung verzichtet wird und sie meistens zweimal im Jahr gem\u00e4ht werden, wobei der erste Schnitt nach der Bl\u00fctezeit der meisten Wiesenpflanzen (fr\u00fchestens ab Juni) erfolgt. \u00dcblicherweise wird aus dem Mahdgut Heu gemacht und als Tierfutter verwendet.<br \/>\n&#8222;Durch diese traditionelle Nutzung haben sich \u00fcber Jahre hinweg Pflanzengesellschaften entwickelt, die zu den arten- und bl\u00fctenreichsten Lebensr\u00e4umen \u00fcberhaupt gez\u00e4hlt werden&#8220;, erkl\u00e4rte Stefanie Specht von der Oberen Naturschutzbeh\u00f6rde des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen. Als Beispiele nannte die Expertin Wiesen in den Naturschutzgebieten &#8222;In der Bellersdorfer Tr\u00e4nk&#8220; und &#8222;Helfholzwiesen bei Erda&#8220; im Lahn-Dill-Kreis.<br \/>\nMagere Wiesen sind stark gef\u00e4hrdet. Werden diese Wiesen ged\u00fcngt, werden viele Pflanzenarten durch n\u00e4hrstoffliebende, stark wachsende Arten verdr\u00e4ngt. Auch ein h\u00e4ufigerer oder fr\u00fcherer Schnitt bewirkt, dass viele Kr\u00e4uter nicht mehr aussamen k\u00f6nnen und nach und nach von der Wiese verschwinden. Diese Wiese wird dadurch arten\u00e4rmer; und dort stehen weniger Bl\u00fcten zur Verf\u00fcgung.<br \/>\n&#8222;Aber auch eine ausbleibende Nutzung ist sch\u00e4dlich f\u00fcr diese Biotope&#8220;,, erkl\u00e4ret Specht. &#8222;Da Wiesenpflanzen alle lichtliebend sind, werden einige niedrigw\u00fcchsige Arten verdr\u00e4ngt, wenn sie durch hochwachsendes Gras beschattet werden. Relativ schnell breiten sich dann Geh\u00f6lze aus und es setzt die sogenannte Verbuschung ein.&#8220;<br \/>\nZwar k\u00f6nnen es diese mageren Wiesen in Einzelf\u00e4llen vertragen, wenn sie im Fr\u00fchherbst bei trockenem Wetter statt einer zweiten Mahd kurzzeitig beweidet werden, aber das h\u00e4ngt stark mit dem Weidemanagement zusammen. &#8222;Wird eine Wiese zum Beispiel zu lange beweidet, bei N\u00e4sse oder \u00fcber Winter als Weide genutzt, ist die Grasnarbe oft so gesch\u00e4digt, dass die gew\u00fcnschten Wiesenarten dort nicht mehr wachsen k\u00f6nnen&#8220;, wei\u00df die RP-Mitarbeiterin. Stattdessen breiten sich hier Pflanzen aus, die zwar schnell wachsen, aber auf einer Wiese nicht erw\u00fcnscht und oft sogar giftig sind. Als Beispiele daf\u00fcr nannte die Expertin das hochgiftige Jakobskreuzkraut und den breitbl\u00e4ttrigen und krausen Ampfer, die sehr viele Samen produzieren, viel Platz einnehmen, aber von Weidetieren nicht gefressen werden.<br \/>\nManchmal ist es m\u00f6glich, eine verbuschte Wiese wieder in eine magere Flachlandm\u00e4hwiese beziehungsweise Berg-M\u00e4hwiese umzuwandeln. Ist eine Wiese aber zu sehr ged\u00fcngt, umgepfl\u00fcgt oder durch Trittsch\u00e4den zerst\u00f6rt worden, stehen die Chancen sehr schlecht. Aber einen Versuch ist es wert.<br \/>\nIn Hessen und den anderen Bundesl\u00e4ndern gibt es F\u00f6rderprogramme, die Anreize bieten, magere Wiesentypen zu erhalten, und die einen monet\u00e4ren Ausgleich f\u00fcr die geringere Wirtschaftlichkeit der Fl\u00e4chen schaffen sollen. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter <a href=\"https:\/\/llh.hessen.de\/unternehmen\/agrarpolitik-und-foerderung\/halm\/\">llh.hessen.de\/unternehmen\/agrarpolitik-und-foerderung\/halm\/<\/a>.<br \/>\n&#8222;Gleichzeitig kann auch jeder zum Wiesenschutz beitragen, indem er diese nicht unn\u00f6tig betritt, zum Picknick, als Hundeauslauffl\u00e4che, Parkplatz oder f\u00fcr andere Freizeitaktivit\u00e4ten nutzt&#8220;, betonte Specht. &#8222;Denn auch hierdurch kann die Grasnarbe gesch\u00e4digt oder die Mahd unn\u00f6tig erschwert werden. Gemeinsam k\u00f6nnen wir f\u00fcr den Erhalt solcher wertvoller Fl\u00e4chen Sorge tragen.&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magerwiesen sind durch europ\u00e4isches Recht gesch\u00fctzt. Auf ihre Bedeutung hat das Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen am Dienstag (18. Juni) hingewiesen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[2],"tags":[6095,943,427],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-47l","jetpack-related-posts":[{"id":18589,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=18589","url_meta":{"origin":15831,"position":0},"title":"Zum Auss\u00e4en: Projekt sammelt Wildsaatgut f\u00fcr die Landwirtschaft","date":"25. August 2025","format":false,"excerpt":"Das Projekt zur Gewinnung von regionalem Saatgut nimmt Fahrt auf. Das - vom Landschaftspflegeverband Marburg-Biedenkopf (LPV) koordinierte - Projekt \"Wildsaatgut in der Landwirtschaft\" erntet das erste Wildsaatgut. 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