{"id":15683,"date":"2024-05-31T12:13:55","date_gmt":"2024-05-31T10:13:55","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=15683"},"modified":"2024-05-31T12:13:55","modified_gmt":"2024-05-31T10:13:55","slug":"forschung-mitmachen-dfg-foerdert-zwei-sonderforschungsbereiche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=15683","title":{"rendered":"Forschung Mitmachen: DFG f\u00f6rdert zwei Sonderforschungsbereiche"},"content":{"rendered":"<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft f\u00f6rdert zwei Sonderforschungsbereiche der Philipps-Universit\u00e4t. Sie arbeiten an zukunftsweisender medizinischer und psychologischer Forschung f\u00fcr die Menschen. <!--more--><br \/>\nDie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des neuen Sonderforschungsbereichs (SFB\/TRR) 393 &#8222;Verlaufsformen affektiver St\u00f6rungen&#8220; sowie die Fortf\u00fchrung des SFB\/TRR 289 &#8222;Treatment Expectations&#8220; (Behandlungserwartungen) in einer zweiten F\u00f6rderperiode bewilligt. &#8222;Dieser Erfolg unterstreicht ein weiteres Mal die Innovationskraft der Marburger Medizin und Psychologie&#8220;, betonte Universit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Dr. Thomas Nauss. &#8222;In beiden Vorhaben verbinden die beteiligten Wissenschaftler*innen wichtige Grundlagenforschung mit klinischer Anwendung f\u00fcr eine bessere Pr\u00e4vention und Behandlung von Volkskrankheiten.&#8220;<br \/>\nSonderforschungsbereiche sind langfristige &#8211; auf die Dauer von bis zu zw\u00f6lf Jahren angelegte &#8211; Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Forschungsprogrammen zusammenarbeiten. Sie erm\u00f6glichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Koordination und Konzentration von Personen und Ressourcen in den antragstellenden Hochschulen. Damit dienen sie der institutionellen Schwerpunkt- und Strukturbildung.<br \/>\nBeim SFB\/TRR 393 ist die Philipps-Universit\u00e4t die Sprecherhochschule. Gemeinsam mit Forschenden der Technischen Universit\u00e4t Dresden und der Universit\u00e4t M\u00fcnster untersuchen die Marburger die Krankheitsverl\u00e4ufe affektiver St\u00f6rungen. Die DFG f\u00f6rdert das Forschungsvorhaben in den n\u00e4chsten vier Jahren mit rund 15 Millionen Euro.<br \/>\nSFB-Sprecher Prof. Dr. Tilo Kircher ist Direktor der Klinik f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie der Philipps-Universit\u00e4t. &#8222;Unsere Forschungsinitiative zielt darauf ab, die Mechanismen hinter R\u00fcckf\u00e4llen und der Ver\u00e4nderung von Krankheitssymptomen bei Depression und Bipolarer St\u00f6rung besser zu verstehen und &#8211; darauf basierend &#8211; ma\u00dfgeschneiderte, effektivere Therapien zu entwickeln&#8220;, erl\u00e4uterte er. &#8222;Dazu werden kontinuierlich Mobiltelefondaten sowie viele weitere biologische und klinische Parameter einer gro\u00dfen Patientenkohorte gesammelt und mit modernen Methoden wie maschinellem Lernen analysiert. Wenn wir den Krankheitsverlauf genauer vorhersagen k\u00f6nnen, ist es m\u00f6glich, bessere Behandlungsans\u00e4tze zu finden.&#8220;<br \/>\nDie gesellschaftliche Herausforderung durch Affektive St\u00f6rungen wie Depression und bipolare St\u00f6rung steigt kontinuierlich. Die Zahl der krankheitsbedingten Arbeitsunf\u00e4higkeit hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht. Die Krankheiten beginnen typischerweise im Alter zwischen 16 und 30 Jahren und verlaufen sehr unterschiedlich.<br \/>\nIm Durchschnitt treten Episoden alle f\u00fcnf Jahre f\u00fcr mehrere Monate auf. Sie betreffen weltweit rund jeden f\u00fcnften Menschen und tragen erheblich zu verlorenen Lebensjahren bei. Neben akuten Symptomen beeintr\u00e4chtigen affektive St\u00f6rungen das Wohlbefinden, die psychosoziale Funktionsf\u00e4higkeit und die sozio\u00f6konomische Lage der Betroffenen \u00fcber Jahrzehnte hinweg.<br \/>\nDie genauen Ursachen f\u00fcr das erneute Auftreten von Symptomen, Phasen der Besserung und Chronifizierung sind noch nicht ausreichend erforscht. Genau dabei setzt das Konsortium an und erforscht, welche umweltbedingten, psychosozialen und (neuro-)biologischen Faktoren den Krankheitsverlauf voraussagen, welche kognitiv-emotionalen und neurobiologischen Mechanismen R\u00fcckf\u00e4llen und Remissionen zugrunde liegen und wie gezielte, auf diesen Mechanismen basierende therapeutische Interventionen entwickelt werden k\u00f6nnen. Dabei kommen innovative methodische Ans\u00e4tze wie maschinelles Lernen und die Erhebung von Symptomen, Verhalten und anderen Faktoren anhand von Mobiltelefondaten zum Einsatz wie beispielsweise die Erstellung von Schlaf-Aktivit\u00e4ts-Profilen und Symptommessungen per Smartphone.<br \/>\nWelche Effekte haben positive und negative Erwartungen von Patientinnen und Patienten auf den Verlauf von Erkrankungen und den Erfolg einer Behandlung. Dieser Frage widmet sich ein interdisziplin\u00e4res Team aus 26 Forschenden der Universit\u00e4ten Essen, Marburg, Hamburg und Berlin im \u00fcberregionalen SFB\/TRR 289 &#8222;Treatment Expectations&#8220;, der in der zweiten F\u00f6rderperiode rund 15 Millionen Euro F\u00f6rdermittel der DFG eingeworben hat. Das \u00fcbergeordnete Ziel ist die Umsetzung der gewonnenen grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnisse in die klinische Anwendung und damit die systematische Nutzung von Erwartungseffekten im klinischen Alltag.<br \/>\n&#8222;Die Kooperation von Grundlagenforschung und Klinik hat sich in unserem Verbund als sehr erfolgreich erwiesen&#8220;, betonte Co-Sprecher Prof. Dr. Winfried Rief von der Philipps-Universit\u00e4t. Der SFB\/TRR 289 verf\u00fcgt \u00fcber eine umfangreiche Datensammlung aus der ersten F\u00f6rderperiode, die den Weg ebnet f\u00fcr ein tiefgreifendes Verst\u00e4ndnis der Mechanismen und die zuk\u00fcnftige personalisierte Nutzung von Erwartungseffekten. &#8222;Wir werden uns in der 2. F\u00f6rderphase insbesondere auf die dynamische Ver\u00e4nderung von Behandlungserwartungen fokussieren, Behandlungserwartungen in komplexeren Szenarien untersuchen und die Modellsysteme \u00fcber den Schmerz und die Depression hinaus auf andere physiologische Systeme, wie zum Beispiel das Immunsystem erweitern&#8220;, erl\u00e4uterte Sprecherin Prof. Dr. Ulrike Bingel von der Universit\u00e4t Essen, die das Vorhaben koordiniert.<br \/>\nEine wichtige neue Entwicklung ist auch die Frage, inwieweit digitale und internetbasierte Therapien helfen k\u00f6nnen, Behandlungserwartungen und deren positiven Effekte zu optimieren. Behandlungserwartungen pr\u00e4gen in vielen medizinischen Bereichen zu einem wesentlichen Anteil die Behandlungserfolge oder f\u00fchren zu Negativeffekten bis zum Therapieabbruch. In der ersten F\u00f6rderphase wurden wichtige Erkenntnisse insbesondere f\u00fcr Erwartungseffekte in der Entstehung und Behandlung von Schmerzerkrankungen und depressiven Erkrankungen gewonnen.<br \/>\nDie Forscherinnen und Forscher haben spontan auf die Herausforderungen der COVID-19 Krise reagiert und die untersuchten Konzepte darauf angewandt, sodass Empfehlungen zum Beispiel zur \u00dcberwindung von Impf\u00e4ngsten abgeleitet werden konnten. In der zweiten F\u00f6rderphase sollen die Indikationsgebiete von Schmerzsyndromen und affektiven St\u00f6rungen (Depressionen) ausgeweitet werden auf andere, gesundheits\u00f6konomisch hoch relevante Bereiche wie Allergien und Hauterkrankungen. Ein Fokus liegt auf der Untersuchung der Behandler-Patient-Beziehung, ihrer sprachlichen Interaktion und auf der Wahrnehmung k\u00f6rpereigener Prozesse. Der SFB\/TRR wird in der 2. F\u00f6rderphase durch ein Patient Advisory Board verst\u00e4rkt, um die Entwicklung, Durchf\u00fchrung und Kommunikation der Forschung durch ihre Perspektive zu bereichern.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft f\u00f6rdert zwei Sonderforschungsbereiche der Philipps-Universit\u00e4t. Sie arbeiten an zukunftsweisender medizinischer und psychologischer Forschung f\u00fcr die Menschen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[1053,37,38],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-44X","jetpack-related-posts":[{"id":8232,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8232","url_meta":{"origin":15683,"position":0},"title":"Sicherheit angegangen: DFG zahlt 12 Millionen f\u00fcr vier Jahre","date":"25. November 2021","format":false,"excerpt":"Es geht mit Sicherheit weiter. Die DFG f\u00f6rdert den Sonderforschungsbereich\/Transregio \"Dynamiken der Sicherheit\" f\u00fcr weitere vier Jahre. Wie entwickelten sich im Laufe der Geschichte Vorstellungen von Sicherheit? Wie gelangten sie in den politischen Prozess und wie beeinflussen sie aktuelle gesellschaftliche Diskussionen? Seit 2014 untersuchen Forscherinnen und Forscher der Philipps-Universit\u00e4t und\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":2251,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=2251","url_meta":{"origin":15683,"position":1},"title":"Krebs und Lungenentz\u00fcndung: 18 Millionen Euro f\u00fcr zwei Sonderforschungsbereiche","date":"24. Mai 2018","format":false,"excerpt":"Zwei Sonderforschungsbereiche des Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) gehen in die dritte F\u00f6rderphase. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihre Weiterf\u00fchrung am Freitag (18. Mai) bewilligt. \"Mit diesen beiden Erfolgen tr\u00e4gt der Forschungscampus Mittelhessen dazu bei, Ursachen und Therapien von Krankheiten weiter zu erforschen und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Forschung im\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":1465,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=1465","url_meta":{"origin":15683,"position":2},"title":"Geld ist nicht Alles: DFG f\u00f6rdert Internationales Graduiertenkolleg f\u00fcr weitere viereinhalb Jahre","date":"20. Dezember 2017","format":false,"excerpt":"Einen gro\u00dfen Erfolg f\u00fcr das internationale Graduiertenkolleg \"The Brain in Action\" vermeldete die Philipps-Universit\u00e4t am Mittwoch (20. Dezember). Die DFG f\u00f6rdert es f\u00fcr weitere viereinhalb Jahre. Der Senatsausschuss f\u00fcr Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die F\u00f6rderung des - an den Universit\u00e4ten Marburg und Gie\u00dfen etablierten - Internationalen Graduiertenkollegs \"The\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":8252,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8252","url_meta":{"origin":15683,"position":3},"title":"Einigkeit in der Wahrnehmungsforschung: DFG verl\u00e4ngert SFB in Mittelhessen","date":"27. November 2021","format":false,"excerpt":"Die DFG verl\u00e4ngert einen Sonderforschungsbereich der Universit\u00e4ten Gie\u00dfen und Marburg. Das ist ein erneuter Erfolg des Forschungscampus Mittelhessen. Die Sinnesorgane sind das \"Fenster zur Welt\", sie erm\u00f6glichen den Empfang von Reizen aus der Umwelt. Doch wie verarbeitet und interpretiert das Gehirn diese Informationen? Wie funktioniert Wahrnehmung? Mit diesen Fragen besch\u00e4ftigt\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":17705,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=17705","url_meta":{"origin":15683,"position":4},"title":"Neue Ansprachen: Forschungsverbund zu Depression und Bipolaren St\u00f6rungen","date":"21. M\u00e4rz 2025","format":false,"excerpt":"Depression und Bipolare St\u00f6rungen besser verstehen, besser erkennen und besser behandeln m\u00f6chte ein neuer Forschungsverbund unter Leitung der Philipps-Universit\u00e4t. Prof. Dr. Tilo Kircher ist Sprecher des Sonderforschungsbereichs SFB\/TRR 393. Nach intensiven Vorbereitungen und unter gro\u00dfem Engagement aller Projektbeteiligten wurde Anfang M\u00e4rz 2025 die erste Probandin in die Kohorte des neu\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":11158,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=11158","url_meta":{"origin":15683,"position":5},"title":"Zum Vorgehen: Therapeuten k\u00f6nnen negative Erwartungen \u00e4ndern","date":"7. November 2022","format":false,"excerpt":"Therapeuten k\u00f6nnen negative Erwartungen von Patienten \u00e4ndern. Das belegen Ergebnisse aus dem hochschul\u00fcbergreifenden Sonderforschungsbereich \"Treatment Expectation\". Pessimistische Erwartungen, ob eine Psychotherapie hilfreich ist, sind bei Patienten und Patientinnen nicht selten. Sie verm\u00f6gen den Erfolg einer Therapie zu beeintr\u00e4chtigen. Doch wie k\u00f6nnen Psychotherapeuten und Therapeutinnen diese Bedenken ver\u00e4ndern? Dieser Fragestellung widmete\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15683"}],"collection":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15683\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}