{"id":15639,"date":"2024-05-23T17:53:38","date_gmt":"2024-05-23T15:53:38","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=15639"},"modified":"2024-05-23T17:53:38","modified_gmt":"2024-05-23T15:53:38","slug":"hoher-druck-ausstellung-praesentiert-juedische-erfahrungen-in-hessen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=15639","title":{"rendered":"Hoher Druck: Ausstellung pr\u00e4sentiert j\u00fcdische Erfahrungen in Hessen"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Ja, DAS ist Antisemitismus!&#8220; hei\u00dft eine Ausstellung der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen. Die Kooperation von RIAS Hessen und der Philipps-Universit\u00e4t zeigt j\u00fcdische Erfahrungen in Hessen. <!--more--><br \/>\nIhre Er\u00f6ffnung findet am Mittwoch (29. Mai) um 16.30 Uhr im Verwaltungsgeb\u00e4ude der Philipps-Universit\u00e4t an der Biegenstra\u00dfe statt. Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch den Universit\u00e4tspr\u00e4sidenten Prof. Dr. Thomas Nauss folgt ein Gru\u00dfwort von Polina Solovej vom Vorstand der J\u00fcdischen Gemeinde Marburg. Anschlie\u00dfend gibt es eine Einf\u00fchrung durch Dr. Susanne Urban von RIAS Hessen.<br \/>\nAntisemitismus findet \u00fcberall &#8211; im Alltag, auf der Stra\u00dfe, in der Bahn oder auf dem Campus &#8211; statt. Seit dem 7. Oktober 2023 werden das Ausma\u00df und die Anschlussf\u00e4higkeit von Antisemitismus \u00fcberdeutlich. Authentische antisemitische Vorf\u00e4lle bilden die Grundlage f\u00fcr die Ausstellung von RIAS Hessen.<br \/>\nBei der Auswahl wurde kein Fokus auf Vorf\u00e4lle seit dem 7. Oktober 2023 gelegt, denn Judenhass gab es auch davor auch bereits in erschreckend hohem Ausma\u00df. Die Vorf\u00e4lle wurden in anonymisierter Weise verarbeitet. Aber: Sie sind geschehen. Es sind Vorf\u00e4lle, die J\u00fcdinnen und Juden widerfahren sind.<br \/>\nSie haben als betroffene Personen unterschiedlichste Reaktionen ihrer Umwelt erlebt: Es gab Ignoranz, Gel\u00e4chter, Beschwichtigung, Relativierung &#8211; aber auch Solidarit\u00e4t. Viele nehmen professionelle Hilfe in Anspruch, vor allem von OFEK Hessen, der Beratungsstelle f\u00fcr von Antisemitismus Betroffene.<br \/>\nDie Vorf\u00e4lle wurden von den Illustratorinnen Sophia Hirsch und B\u00fcke Schwarz in Bildern beziehungsweise Bildgeschichten umgesetzt. Sie haben Schimpfworte und Gesten oftmals als Symbole gezeichnet und Reaktionen auf die antisemitischen Vorf\u00e4lle teils durch Mimik und Gestik der Betroffenen oder der in das Geschehen involvierten Personen dargestellt.<br \/>\nDie Ausstellung ist ein Ausgangspunkt, um sich mit der Betroffenenperspektive zu befassen. Es braucht die Anerkennung dessen, dass jemand, der oder die Antisemitismus erlebt, dies nicht erst erkl\u00e4ren muss, sondern Solidarit\u00e4t und Empathie entgegengebracht bekommt. Daher kommt auch der Ausstellungstitel &#8222;Ja, DAS ist Antisemitismus!&#8220;<br \/>\n&#8222;Eine zentrale Voraussetzung f\u00fcr den offenen Dialog und verantwortungsvollen Umgang mit gesellschaftlichen Debatten ist, dass wir einander zuh\u00f6ren und unterschiedliche Perspektiven verstehen lernen&#8220;, betonte Universit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Dr. Thomas Nauss von der Philipps-Universit\u00e4t, die als Kooperationspartnerin an der Ausstellung mitwirkt. &#8222;Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag, indem sie den Antisemitismus in unserem Alltag aus der Sicht von Betroffenen sichtbar macht. Antisemitismus ist dabei eine &#8211; gleichzeitig nicht die einzige &#8211; Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, mit der Mitglieder und Angeh\u00f6rige unserer Hochschule konfrontiert werden. Die Ausstellung kann damit vielleicht auch ein Schritt sein, um weitere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu reflektieren und Empathie f\u00fcr Betroffene und ein entschiedenes Entgegentreten gegen Hass und Hetze als universellen Leitgedanken zu festigen.&#8220;<br \/>\nDie Ausstellung beruht auf authentischen F\u00e4llen. \u00dcber die Illustrationen wird auch deutlich, was Antisemitismus im Alltag f\u00fcr J\u00fcdinnen und Juden bedeutet. R\u00e4ume verengen sich, das Sicherheitsgef\u00fchl schwindet, und es stellen sich Fragen: Wo gibt es Solidarit\u00e4t, Unterst\u00fctzung, wie sich selbst empowern, welche Handlungsoptionen gibt es?<br \/>\nDie Ausstellung zeigt rechtsextremistischen Antisemitismus, israelbezogenen Antisemitismus, Post-Shoah-Antisemitismus oder auch verschw\u00f6rungsideologischen Antisemitismus. Konzipiert wurde sie vor dem 7. Oktober 2023. Die Macherinnen und Macher haben exemplarische Vorf\u00e4lle aus der Zeit danach noch integriert. Aber es bleibt zu konstatieren: Antisemitismus stellt seit Jahren ein Grundrauschen in der Gesellschaft dar.<br \/>\n&#8222;Wir von RIAS Hessen sind dankbar, dass der Pr\u00e4sident der Universit\u00e4t Marburg die Ausstellung zuerst zeigen wollte, denn auch hier &#8211; in dieser Stadt und auf dem Campus &#8211; gibt es immer wieder antisemitische Vorf\u00e4lle&#8220;, erkl\u00e4rte Projektleiterin Dr. Susanne Urban RIAS Hessen. Die Wanderausstellung ist erstmals von 29. Mai bis 21. Juni 2024 an der Philipps-Universit\u00e4t im Foyer des Verwaltungsgeb\u00e4udes Biegenstra\u00dfe 10 zu sehen. \u00d6ffnungszeiten sind Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 17 Uhr. Im Anschluss wird die Ausstellung unter anderem in Gie\u00dfen, Kassel und Frankfurt gezeigt.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ja, DAS ist Antisemitismus!&#8220; hei\u00dft eine Ausstellung der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen. 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