{"id":15472,"date":"2024-04-23T15:40:00","date_gmt":"2024-04-23T13:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=15472"},"modified":"2024-04-30T12:11:57","modified_gmt":"2024-04-30T10:11:57","slug":"innovativ-ideenfeuer-fuer-zukunft-des-landgrafenschlosses","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=15472","title":{"rendered":"Initiativ: Ideenfeuer f\u00fcr Zukunft des Landgrafenschlosses"},"content":{"rendered":"<p>1.000 Menschen entwickelten am 19. und 20. April Ideen f\u00fcr das Marburger Schloss. Sie entfachten ein &#8222;Ideenfeuer&#8220; f\u00fcrs &#8222;Dornr\u00f6schenschloss&#8220;. <!--more--><br \/>\nEin &#8222;Ideenfeuer&#8220; f\u00fcr das Marburger Landgrafenschloss entz\u00fcndeten Marburgerinnen und Marburger w\u00e4hrend der <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=15389\">Beteiligungstage &#8222;Bau dir dein Schloss&#8220;<\/a> am Freitag (19. April) und Samstag (20. April). Mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher kamen. In Workshops, Gespr\u00e4chen, Mitmachaktionen, Experimenten und Spielen gingen sie der Frage nach, wie das Landgrafenschloss der Zukunft aussehen soll. Dazu wurde diskutiert, gebastelt, gezeichnet und geplant.<br \/>\nSchloss-Bibliothekar Hubertus von Klingelklangel hat das mannsgro\u00dfe Buch \u00fcber Schlossie unter dem Vorbau des ehrw\u00fcrdigen Gem\u00e4uers aufgeschlagen. Der Mann mit dem schwarzen Schlapphut nimmt immer neue Bilder des seit Jahrhunderten verschollenen Schlossmonsters in die alte Kladde auf. Dazu zeichnen Erwachsene und Kinder &#8222;Schlossie&#8220; mal als &#8222;Ungeheuer von Loch Marburg&#8220;, mal als Gespenst oder Drache. Schlie\u00dflich wei\u00df niemand so genau, wie &#8222;Schlossie&#8220; eigentlich aussieht.<br \/>\nVor allem Familien spazierten rund um das Schloss, um die Aufgaben aus dem Erlebnisspiel &#8222;Findet Schlossie&#8220; von Theater Gegenstand und Fast Forward Theater zu l\u00f6sen. Sie bauten Flugobjekte, ersp\u00e4hten 17-stellige Code-Ziffern mit einem Fernglas, begegneten einer mittelalterlichen Musikantin, mit der &#8222;Schlossie-Lieder&#8220; zu singen waren, posierten auf dem Lieblingsbaum des Urtiers und \u00fcbten mit Monstertrainern. Bei dem Kryptozoologen Marcel Mauritius Krach gab es Hinweise auf die gesuchte Gestalt, die mal als Flugechse, Pinguin oder K\u00e4fer daherkam.<br \/>\nEine Bruchpilotin trainierte die ambitionierten Suchenden mit Umkehrbrillen im Abwurf von &#8222;Schlossie&#8220;-Dosen. Und wer durchhielt, fand das Monster schlie\u00dflich versteckt in einer Nische in der N\u00e4he des Hexenturms. Dort soll es sogar Fotos von &#8222;Schlossie&#8220; gegeben haben.<br \/>\nZwischendurch konnten die Spielenden immer wieder Zettel in Wunschboxen werfen mit ihren Vorstellungen und Ideen zur Zukunft des Schlosses. Denn das war das Ziel der &#8211; von Stadt und Philipps-Universit\u00e4t organisierten &#8211;<br \/>\nBeteiligungstage &#8222;Bau dir dein Schloss&#8220;: Sie sollten m\u00f6glichst viele Menschen und Blickwinkel einbeziehen, Raum f\u00fcr das gemeinsame Nachdenken und innovative Ideen bieten, die in das k\u00fcnftige Konzept einflie\u00dfen k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8222;Ich freue mich sehr, dass Sie mithelfen, damit das Schloss den Zustand, die Ausrichtung und den Rang erf\u00e4hrt, die der Wiege des Landes Hessen entspricht&#8220;, sagte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. Er sei froh \u00fcber den konstruktiven, energiegeladenen Prozess, der das Wahrzeichen Marburgs aus seinem Dornr\u00f6schenschlaf wecken soll. Daf\u00fcr gab es zahlreiche M\u00f6glichkeiten.<br \/>\n&#8222;Was muss passieren, damit alle Tourist*innen und alle Marburger*innen mindestens einmal im Jahr ins Schloss gehen?&#8220;, fragte sich Ruth Fischer vom st\u00e4dtischen Fachdienst Kultur. In f\u00fcnf Workshops probierten die Teilnehmenden unterschiedliche Wege aus, wobei alle Sinne gefordert waren. Eine Gruppe wandelte mit einem &#8222;Smellwalk&#8220; durch Ausstellungsr\u00e4ume und Schlossh\u00f6fe, schnupperte an alten T\u00fcren und nach Algen riechenden Steinen. Dunkle Masken trugen die Teilnehmenden, die den Ger\u00e4uschen auf der Spur waren.<br \/>\nAusnahmsweise durfte eine Gruppe sogar das T\u00fcrmchen f\u00fcr die Schlossuhr. Dabei handelt es sich um ein Gewirr aus alten Balken und Treppen, das intensiv nach Holz riecht. Zugleich konnten die G\u00e4ste an dem imposanten Uhrwerk mit seinen gro\u00dfen Zahnr\u00e4dern sehen und h\u00f6ren, was es mit dem &#8222;Zahn der Zeit&#8220; auf sich hat.<br \/>\nUm Geschichten des Alltags und ein Museum f\u00fcr alle Sinne ging es auch Christoph Otterbeck, der das Universit\u00e4tsmuseum leitet. Er pr\u00e4sentierte klimpernde M\u00fcnzen, das Megaphon des T\u00fcrmers, Spielsteine, Perlen und Krauthobel: &#8222;Das Schloss war auch ein Ort, wo man isst, trinkt, diskutiert, Musik h\u00f6rt und Theater erlebt&#8220;, erl\u00e4uterte Otterbeck.<br \/>\nEine weitere Gruppe baute sich die Zukunft des Schlosses mit Lego, wobei erstaunlich futuristische Bauten mit Raumstationen, Satelliten, tropischen Pflanzen und Polizeistationen herauskamen. Zwei &#8222;Foto-Boxen&#8220; luden die G\u00e4ste dazu ein, sich vor dem Gem\u00e4lde zum Religionsgespr\u00e4ch und im F\u00fcrstensaal in coole Posen zu werfen und sich ein ganz eigenes Bild vom Schloss mitzunehmen.<br \/>\nDazu gab es Collagen, Diskussionen und Ideen-W\u00e4nde, die immer weitere Vorstellungen der G\u00e4ste \u00fcber das Schloss zum Vorschein brachten: den F\u00fcrstensaal so nachstellen, dass man sehen kann, wie Landgrafen und Landgr\u00e4finnen hier einst thronten, eine nachgebaute Schlossk\u00fcche, Stationen zum Anfassen, H\u00f6ren und Riechen, eine Seilbahn zum Schloss, auf jeden Fall mehr Veranstaltungen &#8211; darunter auch Partys und Rave -, Orte f\u00fcr Pferdeknechte und Dienstm\u00e4dchen, au\u00dferschulische Bildungsangebote mit der Camera Obscura, historische Werkst\u00e4tten, Bildungsurlaube, Kost\u00fcmf\u00fchrungen, Projektwochen, B\u00e4lle im F\u00fcrstensaal, Ritterfestspiele, Mittelalterm\u00e4rkte und eine auff\u00e4lligere Gestaltung des Eingangs zum Schloss.<br \/>\nIn verschiedenen Diskussionsrunden und Gespr\u00e4chsformaten ging es um die Frage, wie das Museum zu einem Erlebnisort werden kann. Das Problem war dabei: Es handelt sich um ein riesiges Geb\u00e4ude mit sehr gro\u00dfen historischen Best\u00e4nden. In wieweit wird es ein Schloss-, ein Stadt-, ein Universit\u00e4ts- oder ein Landesmuseum?<br \/>\nSammlungs- und Museumsexperte Dr. Thomas Overdick pl\u00e4dierte daf\u00fcr, auszuw\u00e4hlen und sich auf eine Vision f\u00fcr das Schloss zu verst\u00e4ndigen. Der mit einer Machbarkeitsstudie beauftragte Architekt Henning Meyer zeigte sich \u00fcberzeugt, dass die Vielfalt der Historie abgebildet werden kann und sollte. Mehr Blick in die Gegenwart w\u00fcnschte sich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Cornelia D\u00f6rr von der Marburg Stadt und Land Touristik, die in Zukunft auch den Pharmastandort Marburg thematisiert wissen m\u00f6chte.<br \/>\nProf. Edith Franke von der Religionskundlichen Sammlung lenkte den Blick in einem weiteren Workshop auf die Rolle der rund 30 Sammlungen der Universit\u00e4t. Die Religionskundliche Sammlung ist nur wenige Minuten entfernt am Fu\u00df der Burg in der Neuen Kanzlei zu finden, stand aber bis vor 100 Jahren noch im Schloss. Der Dalai Lama wurde 2009 im F\u00fcrstensaal mit der Ehrendoktorw\u00fcrde ausgezeichnet. Die von ihm gesegnete Buddha-Figur steht nun in der Religionskundlichen Sammlung. Um die Menschen sowohl ins Schlossmuseum als auch in Uni-Sammlungen zu locken, k\u00f6nnten Erlebnisstationen auf dem Weg zum Schloss entstehen. Denkbar w\u00e4re auch, dass sich die Sammlungen in wechselnden Ausstellungen pr\u00e4sentieren.<br \/>\n&#8222;Mit den Beteiligungstagen sowie weiteren Workshops gehen Stadt und Universit\u00e4t neue Wege in der Entwicklung des Wahrzeichens Marburgs&#8220;, erl\u00e4uterte Fachdienstleiterin Fischer zum Abschluss: &#8222;Nicht alles wird umgesetzt werden k\u00f6nnen. Doch jede Meinung ist richtungsweisend und wichtig.&#8220;<br \/>\nWeitere Termine im Mai, mit denen die Zukunft des Schlosses vorangebracht werden soll, sind am Freitag (17. Mai) die Tages-Exkursion &#8222;Von einem historischen Ort zum anderen&#8220; zur Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz. Was sich f\u00fcr das Marburger Landgrafenschloss anbahnt, hat die Festung bereits hinter sich. Das dort vor wenigen Jahren entstandene Kulturzentrum beherbergt heute ein Landesmuseum, ein Restaurant und bietet viele Veranstaltungen. Die Anmeldung erfolgt \u00fcber die Volkshochschule Marburg unter <a href=\"http:\/\/www.vhs-marburg.de\/exkursion-koblenz.de\">www.vhs-marburg.de\/exkursion-koblenz.de<\/a>.<br \/>\nAm Freitag (24. Mai) gibt es ein Workshop &#8222;Inklusion und Teilhabe&#8220; mit der Frage: Wie kann das Schloss f\u00fcr Menschen mit und ohne Behinderung &#8211;<br \/>\nunabh\u00e4ngig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Bildung &#8211; attraktiver werden? Welche H\u00fcrden gibt es momentan? Anmeldung und Fragen beantwortet landgrafenschloss@marburg-stadt.de.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.000 Menschen entwickelten am 19. und 20. April Ideen f\u00fcr das Marburger Schloss. Sie entfachten ein &#8222;Ideenfeuer&#8220; f\u00fcrs &#8222;Dornr\u00f6schenschloss&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5,3,2,4],"tags":[698,1262,2797],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-41y","jetpack-related-posts":[{"id":15389,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=15389","url_meta":{"origin":15472,"position":0},"title":"Mitmachen an der Planung: Beteiligungstage f\u00fcr das Landgrafenschloss der Zukunft","date":"12. April 2024","format":false,"excerpt":"Beteiligungstage f\u00fcr das \"Landgrafenschloss der Zukunft\" f\u00fchren Stadt und Uni durch. 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Hunderte haben bereits beim Schlossquiz der Stadt Marburg mitgemacht und ihre W\u00fcnsche und Ideen f\u00fcr die\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":13817,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=13817","url_meta":{"origin":15472,"position":4},"title":"Zuversichtliche Zukunftspl\u00e4ne: Gro\u00dfes Schlossfest am Tag des offenen Denkmals","date":"12. September 2023","format":false,"excerpt":"Beim Schlossfest am \"Tag des offenen Denkmals\" haben viele G\u00e4ste das Landgrafenschloss mit allen Sinnen erlebt. Dabei schmiedeten einige auch Zukunftspl\u00e4ne. Das Landgrafenschloss ist Wahrzeichen der Stadt, geschichtstr\u00e4chtiges Baudenkmal und gleichzeitig Identifikationsobjekt f\u00fcr Marburg. 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