{"id":15443,"date":"2024-04-19T14:07:10","date_gmt":"2024-04-19T12:07:10","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=15443"},"modified":"2024-04-19T14:07:10","modified_gmt":"2024-04-19T12:07:10","slug":"forscher-gefoerdert-zwei-marburger-erfolgreich-bei-vw-momentum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=15443","title":{"rendered":"Forscher gef\u00f6rdert: Zwei Marburger erfolgreich bei VW Momentum"},"content":{"rendered":"<p>Die VolkswagenStiftung f\u00f6rdert zwei Professoren der Philipps-Universit\u00e4t. Peter Kolb und Lennart Randau waren erfolgreich beim VW &#8222;Momentum&#8220;. <!--more--><br \/>\nMit einem zweifachen Erfolg geht die Philipps-Universit\u00e4t aus dem diesj\u00e4hrigen Rennen um die &#8222;Momentum&#8220;-F\u00f6rderung der VolkswagenStiftung hervor. Prof. Peter Kolb aus der Pharmazeutischen Chemie und Prof. Lennart Randau aus dem Fachgebiet Genetik in der Biologie erhalten f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Jahre je rund 800.000 Euro. Kolbs Projekt ist in der Wirkstoffforschung angesiedelt. Randau forscht an der genetischen Struktur und Evolution kleiner Proteine im Zusammenspiel mit CRISPR-Cas-Systemen.<br \/>\n&#8222;Die Momentum-F\u00f6rderung f\u00fcr zwei Marburger Wissenschaftler belegt die Innovationskraft der Philipps-Universit\u00e4t Marburg in der Forschung&#8220;, erkl\u00e4rte Uni-Vizepr\u00e4sident Prof. Dr. Gert Bange. &#8222;Ich gratuliere Lennart Randau und Peter Kolb sehr herzlich zu diesem Erfolg und w\u00fcnsche ihnen viel Erfolg bei den vielversprechenden Forschungsvorhaben.&#8220;<br \/>\nKolb wird mit der &#8222;Momentum&#8220;-F\u00f6rderung einen neuartigen Ansatz zur Derivatisierung potenzieller Wirkstoffmolek\u00fcle mit sogenannten &#8222;Transferasen&#8220; verfolgen. Transferasen sind Enzyme, die eine chemische Gruppe von einem Molek\u00fcl auf ein anderes \u00fcbertragen k\u00f6nnen. Ein Ziel des Vorhabens &#8222;Transferase-enabled Structure-Activity Relationships&#8220; (TeSAR): Harnessing transferases to increase molecule diversity in drug discovery&#8220; ist, so viele Kandidatenmolek\u00fcle wie m\u00f6glich herzustellen und damit langfristig die Chancen zu erh\u00f6hen, das n\u00e4chste Medikament zu finden.<br \/>\n&#8222;Der derzeitige Standard in der Wirkstoffforschung ist die medizinalchemische Synthese zur Herstellung und Variation von Molek\u00fclen, in der Hoffnung, &#8222;das eine&#8220; Molek\u00fcl zu entdecken, welches eine bestimmte Krankheit heilt&#8220;, erkl\u00e4rte Kolb. &#8222;Diese Aufgabe kann \u00fcberw\u00e4ltigend erscheinen, da es theoretisch bis zu 1060 (zehn hoch sechzig) m\u00f6gliche Molek\u00fcle gibt &#8211; eine Zahl, die gr\u00f6\u00dfer ist als die Zahl der Atome in unserem Sonnensystem.&#8220; Ein limitierender Faktor bei der Entwicklung von neuen Molek\u00fclen sei, dass manche chemischen Reaktionen im Labor nur schwierig darzustellen sind.<br \/>\nMitglieder der Enzymfamilie der Transferasen sind jedoch ebenfalls sehr gut darin, neue Atomgruppen an bestehende Molek\u00fcle anzuh\u00e4ngen. K\u00fcnftig sollen die derzeitig g\u00e4ngigen Ans\u00e4tze erweitert und Transferasen in den Werkzeugkasten der synthetischen Chemie aufgenommen werden. Sie sollen vor allem f\u00fcr jene Reaktionen eingesetzt werden, die sonst in einem Syntheselabor sehr schwierig durchzuf\u00fchren sind.<br \/>\nSo soll ein noch nie dagewesenes Ma\u00df an Variation um Kernger\u00fcste herum erreicht werden. Dabei soll computergest\u00fctzt und experimentell erforscht werden, wie Transferasen in der medizinischen Chemie optimal eingesetzt werden k\u00f6nnen, um so die Vielfalt der Molek\u00fcle, die hergestellt und anschlie\u00dfend auf ihr Wirkstoffpotenzial getestet werden k\u00f6nnen, erheblich zu vergr\u00f6\u00dfern.<br \/>\nDie Arbeitsgruppe &#8222;Prokaryotische RNA-Biologie&#8220; unter Leitung von Prof. Dr. Lennart Randau untersucht die Genetik von Bakterien und Archaeen. Im Zentrum der Forschung stehen deren RNA-Prozessierungswege und &#8222;CRISPR&#8220;-Cas-Systeme. &#8222;CRISPR&#8220; steht f\u00fcr &#8222;Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats&#8220; und damit f\u00fcr kurze &#8211; sich wiederholende &#8211; Fragmente).<br \/>\nDabei wird die Interaktion von Bakterien und Viren untersucht. Bakterielle CRISPR-Cas-Systeme attackieren DNA von Viren und Plasmiden und nutzen verschiedene Mechanismen, um die Verbreitung dieser Fremd-DNA zu verhindern. Im Gegenzug setzen Viren kleine, spezifische Anti-CRISPR-Proteine ein, die diese Aktivit\u00e4ten behindern.<br \/>\n&#8222;In unserem Forschungsvorhaben wird die de novo &#8211; also neue &#8211; Evolution von kleinen Proteinen und RNA-Molek\u00fclen aus zuf\u00e4lligen Sequenzen analysiert&#8220;, erkl\u00e4rte Randau. Dazu werden im Labor hunderttausende k\u00fcnstliche DNA-Konstrukte generiert, die unterschiedliche DNA-Sequenzen tragen. Jedes Konstrukt tr\u00e4gt dabei die Erbinformation f\u00fcr ein Protein, das von einer Bakterienzelle gebildet werden kann und verschiedene Funktionen haben kann.<br \/>\nDas Ziel ist, zu verstehen, wie de novo Proteine entstehen und welche Funktionen sie haben. Dazu sollen im Forschungsvorhaben stringente Auswahlsysteme eingesetzt werden, um so zum Beispiel die &#8222;Geburt&#8220; von Anti-CRISPR-Proteinen nachvollziehen zu k\u00f6nnen. &#8222;Das neue Forschungsgebiet kann zum einen die Entstehung biologischer Innovation ermitteln und zum anderen n\u00fctzliche Werkzeuge zur Regulierung von CRISPR-Cas Gen-Editierungs-Werkzeugen generieren&#8220;, erkl\u00e4rte Randau.<br \/>\nDie VW &#8222;Momentum&#8220; F\u00f6rderung will Freir\u00e4ume f\u00fcr neues Denken in Forschung und Lehre im Universit\u00e4tsalltag schaffen und die Vielfalt der Forschung und die Kreativit\u00e4t von Forscherpers\u00f6nlichkeiten in Universit\u00e4ten in Deutschland sowie die strategische Weiterentwicklung der entsprechenden Organisationseinheit st\u00e4rken. Das F\u00f6rderangebot richtet sich an Professorinnen und Professoren drei bis f\u00fcnf Jahre nach Antritt ihrer ersten Lebenszeitprofessur. Es ist fachlich offen.<br \/>\nGef\u00f6rdert werden Konzepte zur strategischen und inhaltlichen Weiterentwicklung der Professur, die sich aus unterschiedlichen F\u00f6rderma\u00dfnahmen zusammensetzen. Das Angebot ist flexibel und kann den Erfordernissen der jeweiligen Disziplin beziehungsweise dem Standort angepasst werden. Konzepte zur Perspektiverweiterung werden in der ersten F\u00f6rderphase mit bis zu 800.000 Euro gef\u00f6rdert. Die erste Phase hat eine Laufzeit von vier Jahren. F\u00fcr eine zweite Phase von zwei Jahren k\u00f6nnen bis zu 200.000 Euro beantragt werden.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die VolkswagenStiftung f\u00f6rdert zwei Professoren der Philipps-Universit\u00e4t. 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