{"id":15083,"date":"2024-02-29T18:31:59","date_gmt":"2024-02-29T17:31:59","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=15083"},"modified":"2024-02-29T18:31:59","modified_gmt":"2024-02-29T17:31:59","slug":"kuenftig-konsequent-projekt-fuer-geschlechtersensible-forschung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=15083","title":{"rendered":"K\u00fcnftig konsequent: Projekt f\u00fcr geschlechtersensible Forschung"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;EnRich&#8220; hei\u00dft ein Zukunftskonzept der Philipps-Universit\u00e4t. Es erh\u00e4lt eine Projektf\u00f6rderung f\u00fcr die systematische Ber\u00fccksichtigung von Geschlechterdimensionen in der Forschung. <!--more--><br \/>\nZunehmend stellt sich heraus, dass geschlechterrelevante Aspekte f\u00fcr objektive und zuverl\u00e4ssige Ergebnisse von wissenschaftlicher Forschung von gro\u00dfer Bedeutung sind. Mit dem Projekt &#8222;EnRich&#8220; will die Philipps-Universit\u00e4t Wissenschaftler*innen dabei unterst\u00fctzen, Geschlechterdimensionen noch systematischer in Forschungskonzepte zu integrieren. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert das Projekt f\u00fcr f\u00fcnf Jahre mit rund 800.000 Euro.<br \/>\nMit dem Vorhaben will die Universit\u00e4t Unterst\u00fctzung f\u00fcr Forschende bereitstellen, damit sie ihre Fragestellungen, Daten und Erkenntnisse auf die Relevanz und Auswirkung von Geschlechteraspekten \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen. Im ersten Schritt geht es dabei um medizinische Forschungsvorhaben. Langfristig sollen Forschende in allen Fachbereichen und in allen Phasen &#8211; von der anf\u00e4nglichen Projektidee \u00fcber die Antragstellung bis zur Ergebnispr\u00e4sentation &#8211; f\u00fcr diversit\u00e4ts- und geschlechtersensible Zug\u00e4nge sensibilisiert werden.<br \/>\n&#8222;Wissenschaftliche Forschung bringt neue Erkenntnisse hervor, die mitunter auch von der pers\u00f6nlichen Biografie und Herkunft der Forschenden und den damit verbundenen Perspektiven abh\u00e4ngen&#8220;, betonte Prof. Dr. Sabine Pankuweit. &#8222;Je breiter der Blickwinkel ist, desto h\u00f6her kann der Erkenntnisgewinn sein.&#8220; Die Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Chancengleichheit der Philipps-Universit\u00e4t leitet das Projekt zusammen mit Prof. Dr. Carola Seifart und Dr. Irene Portig von der Arbeitsgruppe &#8222;Ethik in der Medizin&#8220; des Fachbereichs Medizin, Dr. Carmen Schade-Brittinger vom Koordinierungszentrum f\u00fcr klinische Studien sowie Prof. Dr. Ursula Birsl und Dr. Inga N\u00fcthen vom Zentrum f\u00fcr Gender Studies und feministische Zukunftsforschung.<br \/>\nVerschiedene Beispiele aus der Forschung offenbaren Wissensl\u00fccken, die entstehen, wenn Diversit\u00e4tsmerkmale vernachl\u00e4ssigt werden. So kann das zu Ungleichheiten in den Behandlungsverl\u00e4ufen und -ergebnissen f\u00fcr bestimmte Gruppen f\u00fchren. Bei europ\u00e4ischen Frauen und M\u00e4nnern zeigen sich zum Beispiel bei der koronaren Herzerkrankung erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Altersverteilung, Pr\u00e4vention, klinische Manifestation, das Ansprechen auf Medikamente und das Outcome.<br \/>\nM\u00e4nner haben ein doppelt so hohes Risiko, an Morbus Parkinson zu erkranken; Frauen haben allerdings die h\u00f6here Sterblichkeitsrate und die Krankheit schreitet schneller fort. Die in den letzten Jahren gewonnenen empirischen Ergebnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden Beispielsweise in der Pr\u00e4valenz, Wahrnehmung und Auspr\u00e4gung epidemiologisch bedeutsamer Erkrankungen, zur Arzneimittelwirksamkeit oder dem Gesundheitsverhalten m\u00fcssen daher systematisch in die Forschung integriert werden. &#8222;Wenn Fragestellungen, Methoden und Analyseverfahren in m\u00f6glichst vielen Bereichen einer diversit\u00e4tssensiblen Betrachtung unterzogen werden, profitiert exzellente Forschung von dieser strukturellen Verankerung von Diversit\u00e4tsaspekten und bringt Innovation f\u00fcr unsere gesamte, vielf\u00e4ltige Gesellschaft hervor&#8220;, betonte Pankuweit.<br \/>\nDer Fachbereich Medizin wurde als Modell f\u00fcr die Pilotphase ausgew\u00e4hlt. Die Ethikkommission spielt eine Schl\u00fcsselrolle bei der Umsetzung: Hier soll geschlechter- und diversit\u00e4tssensible Forschungsplanung und Antragstellung sowie fachliche Beratungsqualit\u00e4t strukturell verankert werden. Zu den Aufgaben der Ethikkommission geh\u00f6rt es, eine hohe Qualit\u00e4t und wissenschaftliche Aussagekraft der medizinischen Forschung am Menschen zu gew\u00e4hrleisten. Zudem beurteilt sie ethische, medizinisch-wissenschaftliche und rechtliche Aspekte in der medizinischen Forschung.<br \/>\nF\u00fcr die Vorbereitung von Forschungsantr\u00e4gen erhalten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Toolkit, das f\u00fcr die bedarfsorientierte Ber\u00fccksichtigung von Geschlechteraspekten sensibilisiert. Langfristig werden die Mitarbeitenden der Ethikkommission speziell f\u00fcr die Peer-Beratungst\u00e4tigkeit geschult. Um die Wirksamkeit der Ma\u00dfnahmen zu \u00fcberpr\u00fcfen, sollen die Forschungsprojekte, die der Ethik-Kommission vorgelegt werden, regelm\u00e4\u00dfig anhand eines selbst entwickelten Scoring-Systems bewertet werden. Ma\u00dfgeblich ist dabei die Frage, inwiefern sich die Ber\u00fccksichtigung gender- und diversit\u00e4tssensibler Aspekte erh\u00f6ht hat, insbesondere, ob Aspekte zu anatomischen oder sozialen Geschlechtern in Theoriebildung, Forschungsfrage, Methodik, statistischer Auswertung und Studiendesign ber\u00fccksichtigt wurden.<br \/>\nDiese (Er)-kenntnisse werden in die Aktivit\u00e4ten der Graduierteneinrichtung &#8222;University Research Academy&#8220; (MARA) integriert, durch Workshops in der Universit\u00e4t sichtbar gemacht und in weitere bestehende Ethikkommissionen implementiert. So soll universit\u00e4tsweit die Expertise zur Integration geschlechterrelevanter Aspekte in die Forschung ausgebaut werden. Geeignete Kommunikations- und Transferformate tragen diese Erkenntnisfortschritte in die \u00d6ffentlichkeit. So soll es gelingen, Kenntnisse und Expertisen zu Diversit\u00e4tsaspekten im Forschungsprozess zu st\u00e4rken und auszubauen sowie nachhaltig in die Qualifizierung von Promovierenden und Post-Docs zu \u00fcbertragen. Durch einen externen Beirat werden (inter-) nationale, universit\u00e4tsinterne und zivilgesellschaftliche Kenntnisse und Praktiken einbezogen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;EnRich&#8220; hei\u00dft ein Zukunftskonzept der Philipps-Universit\u00e4t. 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M\u00e4dchen, Frauen sowie trans- und geschlechterdiverse (TGD) Personen erhalten im Unterschied zu M\u00e4nnern oft sp\u00e4ter eine ADHS-Diagnose oder sto\u00dfen\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":15912,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=15912","url_meta":{"origin":15083,"position":3},"title":"Not und Notwendigkeit: Uni f\u00fcr Transparenz bei Tierforschung ausgezeichnet","date":"2. Juli 2024","format":false,"excerpt":"Einen Preis f\u00fcr transparente Kommunikation zu Tierversuchsforschung hat die Philipps-Universit\u00e4t erhalten. Gut ein Jahr zuvor war die Affenhirnforschung in Marburg noch bundesweit kritisiert worden. 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