{"id":15009,"date":"2024-02-20T14:43:00","date_gmt":"2024-02-20T13:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=15009"},"modified":"2024-02-20T19:13:57","modified_gmt":"2024-02-20T18:13:57","slug":"ernaehrung-fuer-europa-marburger-aktionsplan-fuer-zukunftsfeste-ernaehrungssysteme-in-europa-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=15009","title":{"rendered":"Ern\u00e4hrung f\u00fcr Europa: Marburger Aktionsplan f\u00fcr zukunftsfeste Ern\u00e4hrungssysteme ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"\n<p>Aktive des &#8222;kollektivs von MORGEN&#8220; und der Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft Hessen (AbL Hessen) pr\u00e4sentierten am Dienstag (20. Februar) den \u201eMarburger Aktionsplan f\u00fcr zukunftsfeste Ern\u00e4hrungssysteme\u201c. Er wurde an den Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies und Landrat Jens Womelsdorf \u00fcberreicht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Aktionsplan wurde zusammen mit der Agricultural Rural Convention (ARC2020) und weiteren Initiativen entwickelt. An Beispielen aus ganz Europa wird gezeigt, wie krisenfeste Lebensmittelversorgung regional, ganzheitlich und nachhaltig gestaltet werden kann. &#8222;Die Wut der Landwirt*innen in den letzten Wochen zeigt, dass es ein mutiges Umdenken in unserem Ern\u00e4hrungssystem braucht&#8220;, sagte der hessische ABL-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oliver Diehl, &#8222;Landwirt*innen, die oft unter ihren Produktionskosten ihre Produkte verkaufen m\u00fcssen, die keinen Inflationsausgleich erhalten und die mit einer \u00fcberbordenden B\u00fcrokratie konfrontiert sind, sind zurecht ver\u00e4rgert\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der Aktionsplan liefert viele konkrete Ans\u00e4tze, die Antworten auf diese aktuellen Fragen enthalten. Er nimmt aber auch die Klimakrise und die damit verbundenen sozialen Herausforderungen ernst&#8220;, erl\u00e4uterte Diehl. Anhand von sechs Zielen wie unter annderem der Re-Lokalisierung und Diversifizierung, Zusammenarbeit f\u00fcr lokale Wertsch\u00f6pfung, die Gestaltung von nachhaltigen Lebensmittelm\u00e4rkten und dem Zugang zu Land und Gemeing\u00fctern zeigt er konkrete L\u00f6sungsans\u00e4tze und bereits existierende Beispiele auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Erarbeitet wurde der Aktionsplan von \u00fcber 100 Teilnehmenden aus 17 L\u00e4ndern, die ihr Fachwissen aus allen Bereichen des Ern\u00e4hrungssystems im Rahmen des Kongresses \u201eUnsere Ern\u00e4hrung in die Hand nehmen! Gemeinsam resiliente Ern\u00e4hrungssysteme gestalten\u201c im November im Technologie und Tagungszentrum (TTZ) einbrachten. Der Aktionsplan soll Menschen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung als Inspiration dienen und Mut zum Handeln machen. <\/p>\n\n\n\n<p>Am &#8222;LebensMittelPunkt Wehrda&#8220; &#8211; einem Projekt des&nbsp;&#8222;Ern\u00e4hrungsrats Marburg und Umgebung&#8220;, an dem der Aktionsplan vorgestellt wurde &#8211; wird deutlich, wie beherztes Handeln aussehen kann. Die Bedeutung von Regionalit\u00e4t und Nachhaltigkeit, aber auch von Ern\u00e4hrungsbildung und sozialem Miteinander zeigt sich ganz praktisch, wenn es um das wohnortnahe Bestellen eines Saisonbeetes oder Einkochen von Aufstrichen aus klimaschonenden und bodenverbessernden sowie gesunden H\u00fclsenfr\u00fcchten geht. <\/p>\n\n\n\n<p>Am Treffpunkt selbst entsteht gerade ein Abholort f\u00fcr Erzeugnisse von Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern, sowie handwerklichen Lebensmittelerzeugerinnen und -erzeugern aus n\u00e4chster N\u00e4he. Solche Zentren f\u00fcr Bildung, regionale nachhaltige Lebensmittelversorgung und Gemeinschaftsaktivit\u00e4ten empfiehlt der Aktionsplan f\u00fcr jeden Stadtteil. Nicht nur in Marburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch hier zeigen sich die H\u00fcrden f\u00fcr lokale Projekte der Ern\u00e4hrungswende aufgrund bestehender EU- und Bundesgesetze: \u201eDie Vorgaben f\u00fcr landwirtschaftliche Fl\u00e4chen machen es f\u00fcr Nachbarschaftsprojekte wie unserem nicht immer leicht. Zum Beispiel ist das Aufstellen eines Gew\u00e4chshauses, das wir f\u00fcr die breite Versorgung mit frischem, wohnortnahem Gem\u00fcse brauchen, hier nicht ohne weiteres m\u00f6glich.\u201d sagte Acker-Koordinatorin Melissa Roth vom &#8222;LebensMittelPunkt Wehrda&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIm Nahrungsmittelbereich h\u00e4ngt alles mit allem zusammen: Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung k\u00f6nnen nicht unabh\u00e4ngig voneinander betrachtet werden. Und hier braucht es Ideen und konkrete Politik: Daf\u00fcr m\u00fcssen alle zusammenarbeiten: Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft \u2013 von Marburg bis zur EU\u201c fasste Ann-Marie Weber vom &#8222;kollektiv von MORGEN&#8220; die Komplexit\u00e4t von Ern\u00e4hrungssystemen zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Marburger Aktionsplan ist eine wegweisende Initiative f\u00fcr nachhaltige Ern\u00e4hrungssysteme in Europa. Er betont die Bedeutung des Engagements aller Beteiligten f\u00fcr einen Wandel hin zu regionalen, ganzheitlichen und nachhaltigen Ans\u00e4tzen, die auf Gesundheit und Wohlbefinden von Mensch und Umwelt ausgerichtet sind. Der Aktionsplan ist eine Einladung zum Handeln und zur gemeinsamen Gestaltung resilienter Ern\u00e4hrungssysteme vor Ort. Ich freue mich sehr, dass wir f\u00fcr dieses Projekt Gastgeberstadt sein durften\u201c, sagte Spies. Er bedankte sich bei allen Beteiligten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZu vielen der Zielsetzungen leisten wir als Kreisverwaltung bereits zahlreiche Beitr\u00e4ge. Dementsprechend gern haben wir auch den Kongress im vergangenen Jahr unterst\u00fctzt. Nun werden wir auf Grundlage des Aktionsplans schauen, inwieweit wir hierzu weitere M\u00f6glichkeiten im Rahmen unserer Kompetenzen finden\u201c f\u00fcgte Womelsdorf hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Bundesregierung hat erkannt, dass ein Wandel notwendig ist. Sie hat eine Ern\u00e4hrungsstrategie mit \u00e4hnlicher Sto\u00dfrichtung herausgegeben. Heute wurde der Abschlussbericht des&nbsp;&#8222;B\u00fcrgerrats Ern\u00e4hrung im Wandel&#8220;&nbsp;an den Bundestag \u00fcbergeben. Dass der Wandel aber auf vielf\u00e4ltige Weise bereits stattfindet \u2013 und zwar durch lokale und regionale Kooperationen zwischen Bauern, Verarbeitern, Handel, Konsumenten, Politik und Verwaltung \u2013 das zeigt der Marburger Aktionsplan. \u201eDer \u00fcbrigens nicht nur f\u00fcr Marburg gilt,\u201c wie Weber erg\u00e4nzte, \u201esondern dazu aufruft, sich inspirieren zu lassen, die Ideen an den eigenen Kontext vor Ort anzupassen, Kooperationspartner:innen zu suchen und in die Umsetzung zu gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p> * pm: kollektiv von MORGEN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktive des &#8222;kollektivs von MORGEN&#8220; und der Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft Hessen (AbL Hessen) pr\u00e4sentierten am Dienstag (20. Februar) den \u201eMarburger Aktionsplan f\u00fcr zukunftsfeste Ern\u00e4hrungssysteme\u201c. 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