{"id":14611,"date":"2023-12-15T11:40:00","date_gmt":"2023-12-15T10:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=14611"},"modified":"2023-12-18T20:28:58","modified_gmt":"2023-12-18T19:28:58","slug":"erneut-ergiebig-ergebnisse-der-befragung-behinderter-jugendlicher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=14611","title":{"rendered":"Erneut ergiebig: Ergebnisse der Befragung behinderter Jugendlicher"},"content":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse der Befragung zu inklusiven Angeboten hat die Stadt vorgestellt. Sie m\u00f6chte Jugend all jenen erm\u00f6glichen, die strukturell davon ausgeschlossen sind. <!--more--><br \/>\n&#8222;Jugendliche sind individuell und vielf\u00e4ltig&#8220; hei\u00dft es in dem Abschlussbericht, der die Freizeitw\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse von Jugendlichen mit Beeintr\u00e4chtigungen in den Blick nimmt. Dabei wird deutlich: Genauso vielf\u00e4ltig muss das Angebot sein, damit sie sich beteiligt und in ihrer Individualit\u00e4t respektiert f\u00fchlen.<br \/>\n&#8222;Uns ist es wichtig, unsere Angebote nah an den Bed\u00fcrfnissen der Menschen zu orientieren&#8220;, erkl\u00e4rte B\u00fcrgermeisterin Nadine Bernshausen. &#8222;Darum freut es uns umso mehr, dass es gelungen ist, mit Jugendlichen und Heranwachsenden mit Beeintr\u00e4chtigungen dar\u00fcber ins Gespr\u00e4ch zu kommen, was ihre Interessen und Ideen zur Freizeitgestaltung betrifft. Jedes Interview und jeder Onlinefragebogen hat dazu beigetragen, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um die Bedarfe zu erkennen und unsere Angebote zuk\u00fcnftig daran ausrichten zu k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nDer Fachdienst Jugendf\u00f6rderung der Universit\u00e4tsstadt Marburg hatte in enger Kooperation mit dem Verein zur bewegungs- und sportorientierten Jugendsozialarbeit Marburg (bsj) eine Erhebung zum Freizeitbedarf von jungen Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung im Alter von 11 bis 25 Jahren beauftragt und begleitet. Unter dem Titel &#8222;Alle dabei!&#8220; wurden Jugendliche im Raum Marburg zwischen Mai und November befragt. Die Umsetzung erfolgte \u00fcber einen Onlinefragebogen, Einzelinterviews mit Jugendlichen sowie Gruppeninterviews mit Eltern.<br \/>\nDas Projekt wurde durch das Hessische Ministerium f\u00fcr Soziales und Integration (HMSI) gef\u00f6rdert. &#8222;Wenn jemand etwas ausprobieren m\u00f6chte, dann unterst\u00fctzt das Ministerium dieses Vorhaben gerne&#8220;, erkl\u00e4rte Anne Moll vom HMSI..&#8220;Und die Stadt Marburg ist, was Inklusion betrifft, schon seit Jahren Vorreiter. Das Projekt in Marburg haben wir sehr gerne gef\u00f6rdert, gerade, weil der Schwerpunkt auf der Partizipation der Jugendlichen liegt und Beteiligung uns wichtig ist.&#8220;<br \/>\nBernshausen erg\u00e4nzte: &#8222;Wir m\u00f6chten damit auch dem Auftrag nachkommen, die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit explizit f\u00fcr Kinder und Jugendliche mit Beeintr\u00e4chtigung zug\u00e4nglich zu machen.&#8220; Das Ziel der inklusiven Ausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe wurde mit dem 2021 in Kraft getretenen Kinder- und Jugendst\u00e4rkungsgesetz im Sozialgesetzbuch VIII verankert. Dieser verpflichtende Reformprozess fordert die Kinder- und Jugendhilfe auf, ihre Leistungen und Angebote inklusiv zu gestalten.<br \/>\nBernshausen dankte dem Verein zur F\u00f6rderung der Inklusion behinderter Menschen (fib), dem BSJ Marburg und dem Bereich FaBiKu des Lebenshilfewerks Marburg-Biedenkopf f\u00fcr die unterst\u00fctzende Kooperation sowie f\u00fcr die wissenschaftliche Begleitung und Umsetzung durch Marcel K\u00f6nig von der University of Applied Sciences in Frankfurt (UAS). K\u00f6nig hatte die wissenschaftliche Begleitung und Umsetzung der Erhebung \u00fcbernommen und stellte seinen Abschlussbericht vor. Wichtige Erkenntnisse darin sind beispielsweise, dass sich viele Jugendliche mit Beeintr\u00e4chtigungen kaum beteiligt f\u00fchlen. Sie w\u00fcnschen sich aber, gefragt zu werden, was sie m\u00f6chten.<br \/>\nSie m\u00f6chten aktiv einbezogen und nicht auf ihre Beeintr\u00e4chtigung reduziert werden. So hei\u00dft es in dem Abschlussbericht beispielsweise: &#8222;Jugendliche sind in erster Linie Jugendliche! Jugendliche sind individuell und vielf\u00e4ltig.&#8220;<br \/>\nViele der befragten Jugendlichen verbringen einen Gro\u00dfteil ihrer Freizeit Zuhause, was jedoch dazu f\u00fchrt, dass sie ihre Freizeit eher ausschlie\u00dflich mit der Familie als mit Gleichaltrigen verbringen. Dagegen w\u00fcnschen sie sich mehr pers\u00f6nlichen Kontakt mit Freund*innen oder Freizeitaktivit\u00e4ten au\u00dferhalb des eigenen Wohnbereichs gern auch ohne erwachsene Begleitpersonen. Barrieren, vor allem das &#8222;Hinkommen&#8220; betreffend, erschweren jedoch die Umsetzung. Auch fehlende Kenntnis \u00fcber bestimmte Angebote f\u00fchrt dazu, dass sich die Freizeitgestaltung eher im eigenen Zuhause abspielt.<br \/>\nInklusive Angebote werden zwar generell als positiv wahrgenommen, doch bem\u00e4ngeln die Jugendlichen, dass diese Angebote eher nur von jenen mit Beeintr\u00e4chtigung wahrgenommen werden. Andererseits stellen diese Angebote einen gewissen &#8222;sicheren&#8220; Rahmen ohne Diskriminierungs-Erfahrungen aufgrund ihrer Beeintr\u00e4chtigungen dar.<br \/>\nDiese gravierende Differenz zwischen tats\u00e4chlichen und gew\u00fcnschten Aktivit\u00e4ten, gew\u00fcnschten Freundschaften und gelebten Kontakten, belastet die befragten Jugendlichen. Die Interviews mit den Eltern brachten hervor, dass auch sie sich zum Teil stark belastet und \u00fcberfordert f\u00fchlen, was beispielsweise Beantragungen bestimmter unterst\u00fctzender Leistungen betrifft. Ebenso sei es manchmal auch schlicht nicht leistbar, den eigenen Kindern bestimmte Freizeitangebote zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nK\u00f6nig fasste seine Erkenntnisse im Abschlussbericht zusammen, indem er deutlich machte, dass Jugendliche mit Beeintr\u00e4chtigung strukturell nicht die gleichen Chancen auf eine Jugend haben wie Jugendliche ohne Beeintr\u00e4chtigung. Inklusion im Freizeitbereich verstehe er daher so, &#8222;Jugend f\u00fcr all jene zu erm\u00f6glichen, die strukturell von Jugend ausgeschlossen sind&#8220;. Seine Ergebnisse f\u00fchren zu Handlungsempfehlungen.<br \/>\nSo m\u00fcsse es beispielsweise sowohl inklusiv ge\u00f6ffnete Freizeitangebote f\u00fcr alle Jugendlichen geben als auch geschlossene, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr Jugendliche mit Beeintr\u00e4chtigungen sind. Dabei m\u00fcsste mitgedacht werden, wie die Jugendlichen dorthin und wieder nachhause gelangen. Zus\u00e4tzlich sollte es auch Angebote im l\u00e4ndlichen Raum geben. &#8222;Wichtig ist, Wege zu finden, die es auch Kindern und Jugendlichen mit Beeintr\u00e4chtigungen erm\u00f6glichen, selbstbestimmt Erfahrungen zu machen&#8220;, res\u00fcmierte Bernshausen.<br \/>\nNeben K\u00f6nigs Pr\u00e4sentation der Forschungsergebnisse gab es zuvor noch einen Fachbeitrag von Prof. Dr. Bettina Bretl\u00e4nder zum Thema &#8222;Jugendlichen mit Behinderung eine Stimme geben!&#8220;. Zum Abschluss stand die Podiumsdiskussion &#8222;Quo vadis? Inklusion im Freizeitbereich in Marburg&#8220; auf dem Programm. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andreas Winkel.<br \/>\nZudem gab es die Gelegenheit, sich beim &#8222;Markt der M\u00f6glichkeiten&#8220; \u00fcber Beratungsstellen, Finanzierungsm\u00f6glichkeiten, Freizeitaktivit\u00e4ten und weiteres zu informieren. Die Ergebnisse der Befragung &#8222;Alle dabei&#8220; finden sich als Kurzbericht zum Herunterladen auf der Seite der Jugendf\u00f6rderung der Stadt Marburg unter <a href=\"http:\/\/www.hausderjugend-marburg.de\/alle-dabei\">www.hausderjugend-marburg.de\/alle-dabei<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse der Befragung zu inklusiven Angeboten hat die Stadt vorgestellt. 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Die Erhebung setzt sich aus einem\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":5270,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=5270","url_meta":{"origin":14611,"position":2},"title":"Erhebung: Jugendliche f\u00fchlen sich in Marburg wohl","date":"16. Juni 2020","format":false,"excerpt":"Den meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen gef\u00e4llt das Leben in Marburg. Viele k\u00f6nnen sich auch eine Zukunft in der Universit\u00e4tsstadt vorstellen. Das geht aus dem ersten Jugendbericht hervor, den die Stadt Marburg nun ver\u00f6ffentlicht hat. 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