{"id":14609,"date":"2023-12-14T16:40:00","date_gmt":"2023-12-14T15:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=14609"},"modified":"2023-12-14T16:40:00","modified_gmt":"2023-12-14T15:40:00","slug":"neue-methode-arten-ueberwachen-sich-selbst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=14609","title":{"rendered":"Neue Methode: Arten \u00fcberwachen sich selbst"},"content":{"rendered":"<p>Ein Forschungsteam kn\u00fcpft ein Datennetz der Artenvielfalt. Dabei \u00fcberwachen die Arten sich letztlich selbst. <!--more--><br \/>\nEine Forschungsgruppe um den Marburger Geographen Dr. Dirk Zeuss hat ein neuartiges Konzept zur vernetzten Umweltbeobachtung vorgeschlagen, mit dem sich weite Naturr\u00e4ume \u00fcber lange Zeit abbilden lassen, ohne dass die Detailgenauigkeit verlorengeht. Das vierzigk\u00f6pfige Team nutzt unter anderem Tiere und Pflanzen als Tr\u00e4ger von Messger\u00e4ten und Kameras, um Daten aus nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4umen zu gewinnen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten im Fachblatt &#8222;Global Change Biology&#8220; \u00fcber ihre Ergebnisse.<br \/>\nFachleute warnen seit langem: Im medialen Schatten des Klimawandels vollzieht sich ein einschneidendes Artensterben, das auch die \u00d6kosysteme als Ganzes und deren Leistungen gef\u00e4hrdet. Um sinnvoll gegenzusteuern, ben\u00f6tigt man Daten \u00fcber den Artenbestand und dessen Ver\u00e4nderung. &#8222;Dabei geht bislang die Detailgenauigkeit auf Kosten des zeitlichen und r\u00e4umlichen Umfangs und umgekehrt&#8220;, erkl\u00e4rte der Umweltinformatiker Dr. Dirk Zeuss von der Philipps-Universit\u00e4t, der als Erstautor der vorliegenden Studie firmiert.<br \/>\nSo geben Satellitendaten unter anderem Auskunft \u00fcber die Pflanzendecke und deren jahreszeitliche Ver\u00e4nderung, jedoch nicht \u00fcber die Arten, aus denen sich die Vegetation zusammensetzt. Um nat\u00fcrliche Lebensr\u00e4ume als Systeme verstehen zu k\u00f6nnen, wird ein dauerhaftes Monitoring ben\u00f6tigt, das Informationen zu Artenvielfalt, \u00d6kosystemleistungen und Umweltbedingungen in der Fl\u00e4che liefert.<br \/>\nHier setzt das Projekt &#8222;Natur 4.0&#8220; an, das in Marburg angesiedelt ist und F\u00f6rdergeld aus dem &#8222;LOEWE&#8220;-Programm des Landes Hessen erhalten hat. &#8222;Das interdisziplin\u00e4re Projekt kombiniert Beobachtungen von Fachleuten mit vernetzten Fernerkundungs- und Umweltsensoren&#8220;, erl\u00e4uterte Zeuss. Die Sensoren sind beispielsweise an ferngesteuerten Flugger\u00e4ten, fahrenden Robotern, an B\u00e4umen oder Tieren angebracht.<br \/>\n&#8222;Unser vernetztes Sensorsystem besteht aus drei eng miteinander verkn\u00fcpften Hauptkomponenten&#8220;, f\u00fchrte Zeuss aus. Das seien &#8222;Sensoren, Daten\u00fcbertragung und Datenspeicherung&#8220;. Als Testgebiet dient der Universit\u00e4tswald der Philipps-Universit\u00e4t im oberhessischen Caldern. &#8222;Wir haben unsere neuen Verfahren der Umweltbeobachtung im Universit\u00e4tswald ausprobiert, der als ,Marburg Open Forest&#8216; ein wichtiger Bestandteil von Forschung und Lehre an der Philipps-Universit\u00e4t ist&#8220;, erl\u00e4uterte der Geograph.<br \/>\nTiere und Pflanzen bilden dabei keine reinen Objekte der Beobachtung, sondern dienen als Teil der Infrastruktur. &#8222;Wir stellen unsere eigenen Anwendungsbeispiele aus der Praxis vor&#8220;, berichtete der Umweltinformatiker. So befestigte das Team Minikameras oder Trackingger\u00e4te an V\u00f6geln und Flederm\u00e4usen, die dadurch best\u00e4ndig Daten \u00fcber ihren Lebensraum und ihr Verhalten liefern.<br \/>\n&#8222;Vernetzte Sensorsysteme haben das Potenzial, die \u00dcberwachungsl\u00fccke zwischen Beobachtungen im Feld und fl\u00e4chendeckender Fernerkundung zu schlie\u00dfen&#8220;, res\u00fcmierte Zeuss. &#8222;Sie erm\u00f6glichen den Praktikern ein dichtes Beobachtungsnetz, das die biologische Vielfalt nahezu in Echtzeit abbildet, was mit Feldbeobachtungen allein nicht m\u00f6glich w\u00e4re. Im Ergebnis zeigt Natur 4.0, dass ein Umweltmonitoring mit kosteng\u00fcnstigen und modularen Sensorkomponenten m\u00f6glich ist.&#8220;<br \/>\nZeuss vertritt derzeit die Professur f\u00fcr Umweltinformatik an der Philipps-Universit\u00e4t, solange Mitverfasser Professor Dr. Thomas Nauss als Universit\u00e4tspr\u00e4sident amtiert. Neben den Marburger Fachbereichen Geographie, Biologie sowie Mathematik und Informatik beteiligten sich die Universit\u00e4ten in Gie\u00dfen, Frankfurt am Main, Darmstadt sowie Paris und das Senckenberg-Institut in Frankfurt an den Forschungsarbeiten, die vom Land Hessen durch die Landesexzellenzinitiative &#8222;LOEWE&#8220; finanziell unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Forschungsteam kn\u00fcpft ein Datennetz der Artenvielfalt. Dabei \u00fcberwachen die Arten sich letztlich selbst.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[2596,1382,646],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-3ND","jetpack-related-posts":[{"id":16374,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=16374","url_meta":{"origin":14609,"position":0},"title":"In Marburg: Asiatische Hornisse im Stadtgebiet gesichtet","date":"19. September 2024","format":false,"excerpt":"Erstmals wurde die Asiatische Hornisse in Marburg gesichtet. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sind zur Mithilfe \u00fcber ein Meldeportal aufgerufen. 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