{"id":1455,"date":"2017-12-18T10:10:11","date_gmt":"2017-12-18T09:10:11","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1455"},"modified":"2017-12-18T10:10:11","modified_gmt":"2017-12-18T09:10:11","slug":"antwort-auf-antwort-35-millionen-fuer-forschung-zum-regenwald-in-ecuador","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1455","title":{"rendered":"Antwort auf Antwort: 3,5 Millionen f\u00fcr Forschung zum Regenwald in Ecuador"},"content":{"rendered":"<p>Das Konsortium &#8222;Umweltver\u00e4nderungen in Biodiversit\u00e4ts-Hotspot-\u00d6kosystemen S\u00fcd-Ecuadors: Systemantwort und R\u00fcckkopplungseffekte&#8220; (RESPECT) wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der ersten F\u00f6rderphase mit rund 3,5 Millionen Euro \u00fcber einen Zeitraum von drei Jahren gef\u00f6rdert. Die Forschergruppe geht der Frage nach, welche Arten der Landnutzung das \u00d6kosystem vor Ort stabilisieren und welche es bedrohen. <!--more--><br \/>\nDie tropischen Bergregenw\u00e4lder in Ecuador geh\u00f6ren zu den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten \u00d6kosystemen der Erde. Daf\u00fcr sind vor allem der Klima- und der Landnutzungswandel verantwortlich.<br \/>\n&#8222;Der tropische Bergregenwald in Ecuador ist eines der artenreichsten \u00d6kosysteme der Welt, zugleich aber durch den Klimawandel stark bedroht&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. J\u00f6rg Bendix vom Fachbereich Geographie der Philipps-Universit\u00e4t und Sprecher der neu eingerichteten Forschergruppe &#8222;RESPECT&#8220;. Besonders der Landnutzungswandel spiele dabei eine entscheidende Rolle, da er im engen Wechselspiel mit dem Klimawandel stehe.<br \/>\n&#8222;Der Klimawandel hat Einfluss darauf, ob der nat\u00fcrliche Bergregenwald seine Funktionen erhalten kann und wof\u00fcr Menschen vor Ort die bereits in Nutzung genommenen Fl\u00e4chen verwenden k\u00f6nnen&#8220;, erl\u00e4uterte Bendix. &#8222;Gleichzeitig hat die Entscheidung, wie die Fl\u00e4chen genutzt werden, Einfluss auf den Klimawandel. Zum Beispiel hat eine Weidefl\u00e4che v\u00f6llig andere Auswirkungen auf die Umwelt als eine Naturwaldfl\u00e4che.&#8220;<br \/>\nWelchen genauen Effekt der Naturwald und verschiedene Landnutzungsoptionen haben, sei f\u00fcr tropische Hochl\u00e4nder wie die Anden Ecuadors jedoch bisher nicht valide zu sagen. &#8222;Die artenreichen und daher funktional sehr komplizierten Bergeregenw\u00e4lder sind bislang vergleichsweise wenig erforscht&#8220;, berichtete Bendix. &#8222;Klar ist jedoch: Hier herrschen v\u00f6llig andere Bedingungen als im tropischen Tieflandregenwald. Insbesondere globale Klimamodelle, die in der Regel nur auf Tieflandregenw\u00e4lder wie den Amazonas angepasst sind, greifen hier nicht.&#8220;<br \/>\nAus diesem Grund werden die Forschenden vor Ort Daten \u00fcber zwei zentrale \u00d6kosystemfunktionen &#8211; die Biomasseproduktion und die Wasserfl\u00fcsse &#8211; sammeln und in einem regional angepassten Klima- und Vegetationswachstumsmodell b\u00fcndeln. &#8222;Ein solches sogenanntes Landoberfl\u00e4chenmodell erm\u00f6glicht uns, verl\u00e4ssliche Prognosen f\u00fcr die Zukunft zu stellen, aber auch aktuelle Handlungsempfehlungen f\u00fcr nachhaltige Landnutzungsoptionen auszusprechen&#8220;, erkl\u00e4rte Bendix.<br \/>\nEine besondere Rolle bei der Datenanalyse spielt die Untersuchung des Systemantwort- und R\u00fcckkopplungsverhaltens relevanter biologischer Prozesse. Die Samenausbreitung durch V\u00f6gel und damit das Wachstum neuer B\u00e4ume oder auch der Blattverlust durch herbivore Insekten k\u00f6nnten durch den Klimawandel ver\u00e4ndert werden.<br \/>\nDie sich aus dieser Systemantwort ergebenden Ver\u00e4nderungen der Vegetationseigenschaften und damit der Oberfl\u00e4chenstruktur des \u00d6kosystems f\u00fchren wiederum zu einem ver\u00e4nderten Transport von W\u00e4rme und Wasserdampf in die Atmosph\u00e4re und tragen damit zum Klimawandel bei. Diese Antwort der Natur auf die Folge des Verhaltens von Tieren auf den Klimawandel bezeichnen die Forschenden als &#8222;R\u00fcckkopplungsverhalten&#8220;. &#8222;Derartige biologische Prozesse fehlen aber bisher in Landoberfl\u00e4chenmodellen und sollen nun auf der Basis statistischer Analysen eingebaut werden&#8220;, versprach Bendix.<br \/>\nLangfristiges Ziel der Forschergruppe ist, die Landnutzungssysteme nachhaltig zu optimieren. &#8222;Dadurch kann das \u00d6kosystem insgesamt widerstandsf\u00e4higer gemacht und der artenreiche Naturwald erhalten werden&#8220;, hofft Bendix. &#8222;Mit den Arbeiten soll dar\u00fcber hinaus ein neuer Typ eines biodiversifizierten Landoberfl\u00e4chenmodells entwickelt werden. Das Modell soll auf andere tropische Hochgebirgsregionen \u00fcbertragbar sein und somit helfen, regionale Klima- und Biodiversit\u00e4tsprognosen in Zentren der Artenvielfalt zu verbessern.&#8220;Die Federf\u00fchrung der Forschergruppe liegt bei der Philipps-Universit\u00e4t. Beteiligt sind zudem die Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen, das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie, das Senckenberg Biodiversit\u00e4t und Klima- Forschungszentrum, die Universit\u00e4t Bayreuth, die Universit\u00e4t G\u00f6ttingen sowie die Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Konsortium &#8222;Umweltver\u00e4nderungen in Biodiversit\u00e4ts-Hotspot-\u00d6kosystemen S\u00fcd-Ecuadors: Systemantwort und R\u00fcckkopplungseffekte&#8220; (RESPECT) wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der ersten F\u00f6rderphase mit rund 3,5 Millionen Euro \u00fcber einen Zeitraum von drei Jahren gef\u00f6rdert. 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