{"id":14426,"date":"2023-11-22T14:31:34","date_gmt":"2023-11-22T13:31:34","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=14426"},"modified":"2023-11-22T14:31:34","modified_gmt":"2023-11-22T13:31:34","slug":"aktionstag-in-marburg-internationale-staedte-gegen-die-todesstrafe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=14426","title":{"rendered":"Aktionstag in Marburg: Internationale St\u00e4dte gegen die Todesstrafe"},"content":{"rendered":"<p>Marburg beteiligt sich am internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe. Unter dem Motto &#8222;Cities for Life&#8220; erstrahlt das Rathaus in Gr\u00fcn. <!--more--><br \/>\nMit dem Aktionstag &#8222;Cities for Life&#8220; wenden sich St\u00e4dte gegen die Todesstrafe. Auch die Stadt Marburg schlie\u00dft sich dieses Jahr wieder an. Rund 300 St\u00e4dte in Deutschland m\u00f6chten damit die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit &#8211; gerade in Krisenzeiten wie diesen &#8211; auf die Menschenrechte und den Wert des Lebens lenken.<br \/>\nSeit 2002 und somit schon seit 21 Jahren wird der Aktionstag der &#8222;Cities for Life&#8220; mit Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Zivilgesellschaft durchgef\u00fchrt, um eine Kultur der Achtung des menschlichen Lebens zu st\u00e4rken. &#8222;Die Todesstrafe verst\u00f6\u00dft gegen die Menschenw\u00fcrde&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Die Welt w\u00e4re eine bessere, wenn wir dieses Relikt aus fr\u00fcheren Zeiten \u00fcberwinden k\u00f6nnten.&#8220;<br \/>\nIn Deutschland beteiligen sich fast 300 St\u00e4dte an dem Aktionstag. Unterschiedliche Aktionen werden gestaltet. Darunter sind zum Beispiel Lesungen mit Dichter*innen, Begegnungen mit Zeug*innen oder Projekte in Schulen.<br \/>\nMehrere Male hat Papst Franziskus alle Menschen guten Willens aufgerufen, eine Kultur der Wertsch\u00e4tzung und des Friedens im Einsatz gegen Gewalt und auch gegen die Todesstrafe zu verbreiten. Er bezeichnet die Todesstrafe als &#8222;eine unmenschliche Ma\u00dfnahme, die in jeglicher Weise ihrer Anwendung gegen die pers\u00f6nliche W\u00fcrde verst\u00f6\u00dft&#8220;. Im Dezember wird die UN-Generalversammlung eine neue Resolution f\u00fcr ein weltweites Moratorium f\u00fcr die Todesstrafe verabschieden in der Hoffnung, die Bewegung f\u00fcr die universale Abschaffung der Todesstrafe weiter zu st\u00e4rken.<br \/>\nAm 27. Mai 2022 stimmte die Nationalversammlung der Zentralafrikanischen Republik per Akklamation f\u00fcr die Abschaffung der Todesstrafe, die noch vom Pr\u00e4sidenten der Republik zu verk\u00fcnden ist. Afrika ist somit auf dem Weg, nach Europa der zweite Kontinent ohne Todesstrafe zu werden. Im Juni 2022 wurde in Kasachstan die neue Verfassung durch ein Referendum akzeptiert, worin die Todesstrafe nicht mehr vorkommt. Insgesamt ist \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg allgemein eine Abnahme der Todesurteile und Hinrichtungen festzustellen, auch wenn Angaben nicht immer \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen.<br \/>\nLeider bleiben besorgniserregende Nachrichten nicht aus. Im Iran ist die Todesstrafe gegen Protestierende ein aktuelles Thema. Insbesondere sind aus Krisengebieten steigende Vollstreckungszahlen zu registrieren.<br \/>\nTodesurteile werden h\u00e4ufig wegen Drogendelikten verh\u00e4ngt und sind nicht selten von Diskriminierung der \u00c4rmsten und Schw\u00e4chsten gepr\u00e4gt. Auch k\u00f6nnen regimekritische \u00c4u\u00dferungen zu Todesurteil und Hinrichtung f\u00fchren, wie das in diesem Jahr in Myanmar geschehen ist. Daher bleibt die Bedeutung dieses globalen Einsatzes f\u00fcr eine Kultur des Lebens dringend erforderlich.<br \/>\nDie Gemeinschaft &#8222;Sant&#8217;Egidio&#8220; ist eine christliche Laienbewegung in zirka 70 L\u00e4ndern der Welt, die sich f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Seit 1998 engagiert sie sich gegen die Todesstrafe und setzt sich mit der &#8222;World Coalition against the Death Penalty&#8220; f\u00fcr ihre universale Abschaffung ein. Sie hat 2002 die Aktion &#8222;Cities for life &#8211; St\u00e4dte f\u00fcr das Leben&#8220; ins Leben gerufen. Der 30. November wurde f\u00fcr den Aktionstag gew\u00e4hlt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Gro\u00dfherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe f\u00fcr abgeschafft erkl\u00e4rte. Mitglieder von Sant&#8217;Egidio pflegen weltweit Hunderte von Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und sind weltweit im Einsatz f\u00fcr eine Humanisierung der Haftbedingungen in Gef\u00e4ngnissen insbesondere in Afrika engagiert.<br \/>\nDie Stadt Marburg hat in den vergangenen Jahren zum Aktionstag das Rathaus gr\u00fcn angestrahlt, um ihre Haltung sichtbar zu machen &#8211; f\u00fcr die Achtung der Menschenrechte und der Menschenw\u00fcrde. Weitere Informationen gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.santegidio.org\">www.santegidio.org<\/a> beziehungsweise <a href=\"http:\/\/nodeathpenalty.santegidio.org\/en\">nodeathpenalty.santegidio.org\/en<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marburg beteiligt sich am internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe. 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