{"id":14330,"date":"2023-11-10T17:20:00","date_gmt":"2023-11-10T16:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=14330"},"modified":"2023-11-10T17:20:00","modified_gmt":"2023-11-10T16:20:00","slug":"immer-weiter-koreanische-delegation-informierte-sich-ueber-teilhabe-behinderter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=14330","title":{"rendered":"Immer weiter: Koreanische Delegation informierte sich \u00fcber Teilhabe Behinderter"},"content":{"rendered":"<p>Eine Delegation aus Korea hat sich \u00fcber Inklusion und Barrierefreiheit in Marburg informiert. Die Stadt gilt als orbildlich beim Umgang mit Behinderten. <!--more--><br \/>\nTeilhabe f\u00fcr alle zu erm\u00f6glichen, ist eines der Ziele der Stadt Marburg. So setzt die Stadt seit Jahren verschiedene Ma\u00dfnahmen um, um die Universit\u00e4tsstadt und ihre Angebote barrierearm zu gestalten. Eine Delegation des &#8222;Namyangju Northern Daycare Center for Disabled&#8220; aus Korea interessiert sich f\u00fcr eben diese Ma\u00dfnahmen und hat das Sozialamt in Marburg besucht, um sich \u00fcber die Ma\u00dfnahmen der Stadt f\u00fcr die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu informieren.<br \/>\n&#8222;Menschen mit Behinderungen m\u00f6chten ein selbst\u00e4ndiges Leben sowie gleichberechtigte Teilhabe&#8220;, sagte Fachdienstleiter Ansgar Rohner vom Fachdienst Soziale Leistungen der Stadt Marburg im Austausch mit einer Delegation des &#8222;Namyangju Northern Daycare Center for Disabled&#8220;. &#8222;Sie m\u00f6chten die gleichen Dinge tun k\u00f6nnen wie Menschen ohne Behinderungen. Daf\u00fcr m\u00fcssen die Bedingungen geschaffen und die jeweiligen Barrieren abgebaut werden.&#8220;<br \/>\nBei dem Center handelt es sich um eine staatliche Einrichtung in Korea, die sich der Arbeit mit Menschen mit unterschiedlichen Einschr\u00e4nkungen widmet. Die Delegation hatte verschiedene St\u00e4dte in Deutschland besucht, um sich dar\u00fcber auszutauschen, welche Wege die jeweilige Stadt geht, um Barrieren im Alltag zu beseitigen.<br \/>\n&#8222;Marburg scheint da schon sehr fr\u00fch angefangen zu haben und daher sehr weit zu sein&#8220;, sagte Abteilungsleiterin Jeung Yeon Lee vom Namyangju Northern Daycare Center for Disabled. &#8222;Aus diesem Grund m\u00f6chten wir unseren Schwerpunkt bei Marburg setzen und sehen, welche Ma\u00dfnahmen wir auch bei uns umsetzen k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nRohner best\u00e4tigte diese Wahrnehmung: &#8222;In Marburg ist bereits ein hohes Bewusstsein f\u00fcr die Belange von Menschen mit Behinderungen und damit auch f\u00fcr deren Rechte zu beobachten.&#8220; Das h\u00e4nge zum einen damit zusammen, dass in Marburg Menschen mit Behinderungen in der Stadtgesellschaft sehr pr\u00e4sent seien. Zum anderen setzten sich Stadt, Politik und Zivilgesellschaft f\u00fcr die Belange von Menschen mit Behinderungen ein. So gibt es bereits seit 1997 einen Behindertenbeirat in Marburg, der sich f\u00fcr Behindertenthemen engagiert.<br \/>\nDer Behindertenbeirat setzt sich zusammen aus 16 gew\u00e4hlten Menschen mit Behinderungen und je einer Vertretung der gew\u00e4hlten Fraktionen des Stadtparlaments. Beratend geh\u00f6ren ein Magistratsmitglied, Vertretungen der Wohlfahrtsverb\u00e4nde sowie eine Vertretung des Sozialamts dem Beirat an. Der Beirat steht der Stadt Marburg und der Politik beratend zur Seite. Denn f\u00fcr die Stadt Marburg ist es wichtig, dass die Betroffenen selbst gefragt und beteiligt werden.<br \/>\nUm Teilhabe in allen Bereichen zu erm\u00f6glichen, m\u00fcssen die Betroffenen die M\u00f6glichkeit haben, mitzuteilen, was Ihnen Probleme macht. Jede Behinderung ist anders und jeder Mensch mit Behinderung braucht etwas anderes. \u00dcber den Barrierenmelder k\u00f6nnen B\u00fcrger*innen beispielsweise Barrieren melden, auf die sie gesto\u00dfen sind.<br \/>\nDaneben arbeitet die Stadt Marburg daran, m\u00f6glichst viele Geb\u00e4ude barrierefrei zu gestalten. Bei Neubauten wird das bereits in den Planungen ber\u00fccksichtigt. Bei Geb\u00e4uden im Bestand wird der Zugang zu Beh\u00f6rden beispielsweise f\u00fcr Menschen im Rollstuhl durch Rampen und Aufz\u00fcge erm\u00f6glicht.<br \/>\nF\u00fcr sehbehinderte Menschen gibt es Leitsysteme auf dem Boden, Aufmerksamkeitsfelder, Tastmodelle, sprechende Aufz\u00fcge, Brailleschrift &#8211; zum Beispiel auf Tasten in der Aufzugskabine- etc. Zudem gibt es Bescheide in einfacher Sprache f\u00fcr Menschen mit Lernschwierigkeiten. Bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen und \u00f6ffentlichen Veranstaltungen stellt die Stadt Geb\u00e4rdensprachdolmetscher*innen bereit.<br \/>\nDurch die Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurden in Deutschland verschiedene Schritte zur Umsetzung von Barrierefreiheit eingeleitet. Dazu z\u00e4hlt unter anderem die Vorgabe, bis wann die Bushaltestellen in Deutschland barrierefrei ausgebaut sein m\u00fcssen. Die Barrierefreiheit im \u00f6ffentlichen Nahverkehr ist in Marburg durch verschiedene Ma\u00dfnahmen sichergestellt.<br \/>\nDas sind die Ansage der Abfahrtszeiten, die an der Anzeigetafel zu sehen sind, Auffindestreifen an den Haltestellen f\u00fcr Blinde, sehbehindertengerechte Ausstattung in Bussen (Kontraste der Haltestangen zur Umgebung und die Ansage der n\u00e4chsten Haltestelle). F\u00fcr gehbehinderte Menschen ist der \u00d6PNV gut nutzbar, da es nur noch Niederflurbusse gibt. Damit das Ein- und Aussteigen mit Rollstuhl auch aus Niederflurbussen m\u00f6glich ist, muss die Bushaltestelle eine entsprechende H\u00f6he haben. Im Innenstadtbereich sind die meisten Bushaltestellen schon barrierefrei ausgebaut. Und jedes Jahr werden weitere Bushaltestellen barrierefrei umgestaltet. Zudem werden Fu\u00dfg\u00e4ngerinnen und Fu\u00dfg\u00e4nger auch \u00fcber einen Ton dar\u00fcber informiert, dass die Ampel gr\u00fcn und es sicher ist, die Stra\u00dfe zu \u00fcberqueren. F\u00fcr blinde Menschen gibt es das Angebot eines Mobilit\u00e4tstrainings durch die Deutsche Blindenstudienanstalt (BliStA), um sich in Marburg zurechtzufinden. Dies wird vom Eingliederungshilfetr\u00e4ger finanziert.<br \/>\nAu\u00dferdem bietet die Stadt Marburg einen Behindertenfahrdienst f\u00fcr Rollstuhlfahrende aus freiwilligen Leistungen an. Der Fahrdienst bringt sie innerhalb Marburgs direkt von Wohnungst\u00fcr zu Wohnungst\u00fcr, egal zu welchem Ziel in Marburg, ob zum Einkaufen, zu einem \u00c4rzt*innenbesuch, einem Beh\u00f6rdengang oder zur Teilhabe an einer Veranstaltung. Daf\u00fcr k\u00f6nnen Betroffene Fahrscheine bei der Stadt beantragen, die sie bei den jeweiligen Taxi-Fahrer*innen abgeben. So gibt es beispielsweise Taxen, die so gebaut sind, dass ein Rollstuhl einfach hineinfahren kann, oder das Auto verf\u00fcgt \u00fcber eine Hebevorrichtung. &#8222;Das Angebot wird gut angenommen. Manche nutzen alle zw\u00f6lf Fahrscheine, die sie im Monat nutzen k\u00f6nnen, andere nutzen diese nur ab und zu &#8211; eben nach Bedarf&#8220;, sagte Rohner.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Delegation aus Korea hat sich \u00fcber Inklusion und Barrierefreiheit in Marburg informiert. 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