{"id":14304,"date":"2023-11-07T17:43:42","date_gmt":"2023-11-07T16:43:42","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=14304"},"modified":"2023-11-07T17:43:42","modified_gmt":"2023-11-07T16:43:42","slug":"schutz-vor-ausgrenzung-zweiter-aktionsplan-zur-un-brk","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=14304","title":{"rendered":"Schutz vor Ausgrenzung: Zweiter Aktionsplan zur UN-BRK"},"content":{"rendered":"<p>Die Umsetzung des Zweiten Aktionsplans zur UN-BRK soll die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen st\u00e4rken. Im November ist sie Thema des Behindertenbeirats. <!--more--><br \/>\nDie Teilnahme an einer digitalen Veranstaltung, das Lesen von Informationen auf einer Homepage oder das Zuh\u00f6ren bei einem vhs-Vortrag stellt sie mitunter vor gro\u00dfe Herausforderungen oder ist schlicht nicht m\u00f6glich. Gr\u00fcnde daf\u00fcr k\u00f6nnen beispielsweise k\u00f6rperliche Beeintr\u00e4chtigungen sein, die die Teilnahme an bestimmten Lebensbereichen behindern. Um diese Barrieren abzubauen, setzt die Stadt Marburg gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartner*innen den Zweiten Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) um.<br \/>\n&#8222;Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen erfahren immer wieder H\u00fcrden, die ihnen den Zugang zu den Lebensbereichen Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit erschweren oder gar verwehren&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Diese Bereiche m\u00fcssen aber f\u00fcr alle barrierefrei sein.&#8220; Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier erg\u00e4nzte: &#8222;Wir m\u00f6chten als Stadt Barrieren abbauen und damit die Teilhabe von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen und Behinderungen in Marburg weiter st\u00e4rken.&#8220;<br \/>\nDiesem Ziel liegt der Zweite Marburger Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK zugrunde, der im Auftrag des Magistrats und des Behindertenbeirats von der st\u00e4dtischen Sozialplanung gemeinsam mit einer begleitenden Projektgruppe erarbeitet wurde. Um Barrieren und H\u00fcrden Schritt f\u00fcr Schritt abzubauen, umfasst der Plan konkrete Handlungsans\u00e4tze und Ziele der st\u00e4dtischen Verwaltung sowie von zahlreichen Kooperationspartner*innen. Die Gesamt\u00fcbersicht zu allen 49 Ma\u00dfnahmen wird nun als ausf\u00fchrlicher Zwischenbericht den Gremien zur Kenntnis vorgelegt.<br \/>\nIm November ist der Umsetzungsprozess des Zweiten Aktionsplans auf der Tagesordnung im Behindertenbeirat. Der Beirat war in die Erarbeitung eingebunden und erh\u00e4lt einen \u00dcberblick zum derzeitigen Umsetzungsstand zur Kenntnis.<br \/>\nEin Beispiel f\u00fcr eine der 49 Ma\u00dfnahmen ist das innovative Projekt &#8222;Digitale Teilhabe \u00e4lterer Menschen im Bereich Kommunikation&#8220;, das von der st\u00e4dtischen Altenhilfe in Kooperation mit der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf umgesetzt wird. Dabei handelt es sich um ein neues Angebot einer zugehenden Beratung. K\u00f6nnen \u00e4ltere Menschen aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden ihre Wohnung nicht mehr verlassen, suchen Mitglieder des Seniorenbeirats die Betroffenen zu Hause auf und geben ihnen Hilfestellung im Umgang mit Smartphone, Tablet oder anderen Multimedia-Ger\u00e4ten, um digitale Teilhabe im Bereich der Kommunikation zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nDie Idee dazu hatte Ilka Wolkau von der Altenhilfe der Stadt Marburg und Gesch\u00e4ftsstelle des Seniorenbeirats, die bereits mit dem Angebot einer zugehenden Beratung in diesem Bereich betraut ist. Ziel ist es, \u00e4lteren Menschen die M\u00f6glichkeit zu geben, mit ihren Angeh\u00f6rigen, Bekannten und Freund*innen in Verbindung zu bleiben. Zur Pr\u00e4vention von Einsamkeit ist der pers\u00f6nliche Kontakt auch im digitalen Raum und per Smartphone oder anderem Endger\u00e4t wichtig. Dabei unterst\u00fctzen sogenannte &#8222;Digitallots*innen&#8220;.<br \/>\nEin weiteres Beispiel ist der Zugang zu vhs-Kursen f\u00fcr geh\u00f6rlose Menschen. Der Fachdienst Volkshochschule der Stadt Marburg hat 2022 damit begonnen, Kurse beziehungsweise Einzelveranstaltungen mit dem &#8222;Icon Geb\u00e4rdensprache&#8220; zu kennzeichnen, f\u00fcr die bei Bedarf Dolmetscher*innen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Zudem verfolgte die vhs mit Unterst\u00fctzung der Behindertenhilfe und des Gleichberechtigungsreferats der Stadt verschiedene Ans\u00e4tze, um dieses Angebot zu bewerben und die entsprechenden Adressat*innen darauf aufmerksam zu machen.<br \/>\nSo haben beispielsweise Mitarbeitende der vhs ihre Arbeit und ihre Ziele im Behindertenbeirat der Stadt vorgestellt. Derzeit wird weiter daran gearbeitet, den Kontakt zur Zielgruppe zu f\u00f6rdern, um auf die spezifischen Bed\u00fcrfnisse eingehen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nEin weiterer Handlungsansatz ist die Verbesserung der Barrierefreiheit an st\u00e4dtischen Liegenschaften bei Sanierungsma\u00dfnahmen. Die Fachdienste Hochbau sowie Stadtgr\u00fcn und Friedh\u00f6fe der Stadt Marburg haben bereits f\u00fcr einige Liegenschaften ausgearbeitet, welche M\u00f6glichkeiten es beispielsweise f\u00fcr Rollstuhlfahrende gibt, mehrere Etagen in bestimmten Geb\u00e4uden selbst\u00e4ndig erreichen zu k\u00f6nnen. So sind etwa f\u00fcr die Otto-Ubbelohde-Schule, Richtsberg Gesamtschule, Emil-von-Behring-Schule, Gerhart-Hauptmann-Schule und Elisabethschule im Zuge von Sanierungen oder Erweiterungen Aufz\u00fcge geplant. Die Planung gr\u00f6\u00dferer Umbau- oder Sanierungsma\u00dfnahmen geht immer mit der \u00dcberpr\u00fcfung von Entwicklungspotentialen bez\u00fcglich der Barrierefreiheit einher.<br \/>\nBarrierefreiheit im Sinne von Zug\u00e4nglichkeit spielt auch beim Handlungsansatz &#8222;\u00d6ffentliche Spielpl\u00e4tze, Schulh\u00f6fe und Au\u00dfenanlagen von Kinderg\u00e4rten auf dem Weg zu inklusiven Spiel- und Aufenthaltsr\u00e4umen&#8220; eine Rolle, wobei auch Mehrgenerationenpl\u00e4tze einbezogen werden. Damit ist vorrangig der Fachdienst Stadtgr\u00fcn und Friedh\u00f6fe befasst, teilweise sind es aber auch die Fachdienste Hochbau, Tiefbau und Schule. Dar\u00fcber hinaus beachtet der Fachdienst Tiefbau als Stra\u00dfenbaulasttr\u00e4ger bei allen Um- und Neubauten von Stra\u00dfen den Grundsatz der Barrierefreiheit und baut \u00dcberg\u00e4nge an Kreuzungen und Einm\u00fcndungen dementsprechend mit Nullabsenkungen und taktilen Leitsystemen aus.<br \/>\nUm Barrierefreiheit geht es auch bei der Weiterentwicklung der st\u00e4dtischen Homepage <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\">www.marburg.de<\/a>, an der ma\u00dfgeblf\u00fcr ich der Fachdienst Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit beteiligt ist. Der Fokus der Stadt Marburg liegt bereits seit 2004 darauf, die Barrierefreiheit des st\u00e4dtischen Internetauftritts zu erh\u00f6hen. Ziel ist dabei, dass die Website und ihre Inhalte grunds\u00e4tzlich alle Nutzenden zug\u00e4nglich sind, unabh\u00e4ngig von deren pers\u00f6nlichen M\u00f6glichkeiten oder etwaigen Einschr\u00e4nkungen.<br \/>\nDerzeit wird die Homepage der Stadt konzeptionell und redaktionell \u00fcberarbeitet. Das Thema &#8222;digitale Barrierefreiheit&#8220; ist f\u00fcr mehrere Zielgruppen wichtig. Dazu z\u00e4hlen unter anderem blinde und sehbehinderte Menschen, Geh\u00f6rlose, Menschen mit kognitiven Einschr\u00e4nkungen oder Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen haben. Digitale Barrierefreiheit beinhaltet unter anderem leichte und intuitive Bedienbarkeit, gut strukturierte und verst\u00e4ndliche Inhalte, ausreichende Kontraste, keine optischen Irritationen, Erg\u00e4nzung von Bild- und Videobeschreibungen, Einbindung von Videos in Geb\u00e4rdensprache, Bereitstellung von zus\u00e4tzlichen Inhalten und Funktionen.<br \/>\nDie aufgef\u00fchrten Projekte sind eine beispielhafte Auswahl der 49 Ma\u00dfnahmen, die als Handlungsans\u00e4tze im Zweiten Marburger Aktionsplan zur St\u00e4rkung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu finden sind. In der Universit\u00e4tsstadt wird die UN-BRK kontinuierlich durch kommunale Berichterstattung und Teilhabeplanung umgesetzt. Die UN-BRK verfolgt das Ziel, die Rechte von Menschen mit Behinderungen weiter zu st\u00e4rken.<br \/>\nDabei geht es um die F\u00f6rderung der Chancengleichheit und um eine allesumfassende gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft. Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen sollen in allen Lebensbereichen die gleichen Beteiligungsm\u00f6glichkeiten haben und Barrieren jeglicher Art weiter abgebaut werden.<br \/>\nMit dem ersten Teilhabebericht im Jahr 2015 und dem darauffolgenden Aktionsplan 2017 begann die Umsetzungsarbeit. 2020 wurde der Prozess mit dem zweiten Teilhabebericht im Jahr 2020 und 2022 mit dem zweiten Aktionsplan fortgesetzt. Als Gesamtkonzept umfasst auch der zweite Plan Handlungsans\u00e4tze und Ziele der st\u00e4dtischen Verwaltung und von zahlreichen Kooperationspartner*innen, um die Teilhabe von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen und Behinderungen in Marburg weiter zu st\u00e4rken.<br \/>\nF\u00fcr die Steuerung und Koordinierung des Gesamtprozesses ist die Sozialplanung der Universit\u00e4tsstadt Marburg verantwortlich. Weitere Informationen und den Zwischenbericht gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/teilhabe\">www.marburg.de\/teilhabe<\/a>. Ein weiterer Zwischenbericht zum Umsetzungsprozess und ein &#8222;Abschlussbericht 2024&#8220; folgen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Umsetzung des Zweiten Aktionsplans zur UN-BRK soll die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen st\u00e4rken. 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