{"id":1413,"date":"2017-12-06T18:00:28","date_gmt":"2017-12-06T17:00:28","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1413"},"modified":"2017-12-06T18:00:28","modified_gmt":"2017-12-06T17:00:28","slug":"loewe-in-marburg-zwei-verbundprojekte-erhalten-auslauffinanzierung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1413","title":{"rendered":"LOEWE in Marburg: Zwei Verbundprojekte erhalten Auslauffinanzierung"},"content":{"rendered":"<p>Die Philipps-Universit\u00e4t ist an zwei LOEWE-Forschungsprojekten beteiligt, die ab Januar 2018 vom Land Hessen eine Auslauffinanzierung erhalten. Das gab die Universit\u00e4tsleitung am Mittwoch (6. Dezember) bekannt. <!--more--><br \/>\nDer LOEWE-Schwerpunkt &#8222;NICER&#8220; erforscht Kommunikationstechnologien im Krisenfall und erh\u00e4lt 710.599 Euro. Der LOEWE-Forschungsverbund &#8222;Medical RNomics&#8220; will fehlerhafte Prozesse in RNA-Netzwerken analysieren und so Ursachen f\u00fcr Volkskrankheiten wie Tumor-, Infektions- und Herz-Kreislauferkrankungen besser erforschen. Daf\u00fcr erh\u00e4lt er 700.000 Euro.<br \/>\n&#8222;Networked Infrastructureless Cooperation for Emergency Response&#8220; (NICER) steht f\u00fcr eine Vernetzte infrastrukturlose Kooperation zur Krisenbew\u00e4ltigung. Krisen, Katastrophen und Gro\u00dfschadensereignisse werden durch Naturgewalt, menschliches oder technisches Versagen sowie Gewalt und Terror ausgel\u00f6st. Sie bedrohen Menschenleben, die \u00f6ffentliche Sicherheit im betroffenen Gebiet und die Wirtschaft \u00fcberregional.<br \/>\nTechnische Infrastrukturen werden besch\u00e4digt oder fallen aus. &#8222;Der LOEWE-Schwerpunkt NICER erforscht, wie infrastrukturlose Informations- und Kommunikationstechnologie im Krisenfall Menschen vernetzen und damit eine Kooperation zur Bew\u00e4ltigung der Krise erm\u00f6glichen kann&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Bernd Freisleben vom Fachbereich Mathematik und Informatik der Philipps-Universit\u00e4t .<br \/>\nDazu adressiert NICER drei Leitthemen: Die Etablierung autonomer, dezentraler und robuster &#8222;Kommunikationsinseln&#8220;, den Aufbau von &#8222;Kommunikationsbr\u00fccken&#8220; zwischen Kommunikationsinseln sowie den Betrieb eines &#8222;Gesamtnetzes&#8220; mit Diensten und Anwendungen zur Erm\u00f6glichung einer Kooperation in der Krisensituation. F\u00fcr diese Themen erarbeitet NICER wissenschaftliche und technologische Grundlagen, um langfristig die Leistungsf\u00e4higkeit von infrastrukturloser Kommunikation zu steigern. Damit erm\u00f6glicht NICER f\u00fcr gro\u00dffl\u00e4chige und komplexe Schadenslagen &#8211; trotz Infrastrukturausfall &#8211; die Kooperation zwischen den direkt betroffenen Menschen sowie zwischen ihnen und Rettungskr\u00e4ften sowie technischen Rettungs- und Hilfssystemen wie beispielsweise Rettungsrobotern.<br \/>\nDie Federf\u00fchrung des Vorhabens liegt bei der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt. Neben dem Fachbereich Mathematik und Informatik der Philipps-Universit\u00e4t ist au\u00dferdem die Universit\u00e4t Kassel beteiligt.<br \/>\n&#8222;Die bisher erzielten Ergebnisse des LOEWE-Schwerpunkts NICER dokumentieren, dass der Verbund der drei beteiligten hessischen Universit\u00e4ten eine internationale wissenschaftliche F\u00fchrungsrolle auf dem Gebiet der infrastrukturlosen Kommunikationssysteme einnimmt&#8220;, stellte Freisleben fest. &#8222;Die Auslauffinanzierung durch LOEWE erlaubt uns, die gemeinsamen Arbeiten zur Kommunikation zwischen Rettungsrobotern, zur kooperativen Informationsverarbeitung, zur Erweiterung bestehender Notfall-Infrastrukturen und zur Etablierung mobiler Cloud-Dienste fortzuf\u00fchren und langfristig zu verstetigen.&#8220;<br \/>\nSeit 2015 hat das Land Hessen den LOEWE-Schwerpunkt bereits mit rund 4,5 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Die seit F\u00f6rderbeginn im Kontext von NICER von den drei Partneruniversit\u00e4ten zus\u00e4tzlich eingeworbenen Drittmittel umfassen knapp 13 Millionen Euro.<br \/>\nDie Entdeckung neuer regulatorischer Ribonukleins\u00e4uren (RNAs) hat die biomedizinische Forschung in den letzten Jahren revolutioniert. &#8222;RNA ist \u00e4hnlich aufgebaut wie DNA, kann aber vielseitigere Aufgaben \u00fcbernehmen&#8220;, erl\u00e4uterte Prof. Dr. Bernd Schmeck. Der Direktor des Instituts f\u00fcr Lungenforschung der Philipps-Universit\u00e4t ist stellvertretender Sprecher des Forschungsverbunds.<br \/>\n&#8222;RNAs k\u00f6nnen genetische Informationen in Proteine und damit Funktionen \u00fcbersetzen&#8220;, fuhr er fort. &#8222;Sie sind au\u00dferdem an der Genregulation beteiligt.&#8220; Dabei k\u00f6nnen allerdings fehlerhafte Prozesse auftreten, die zu Krankheiten f\u00fchren.<br \/>\n&#8222;Durch die rasante Entwicklung von neuen Technologien der Hochdurchsatz-Sequenzierung k\u00f6nnen nun die gesamten Netzwerke regulatorischer RNAs und deren pathologische Ver\u00e4nderungen erfasst werden&#8220;, erl\u00e4uterte Schmeck. Der LOEWE-Forschungsverbund will solche systemweite sogenannte &#8222;Medical RNomics&#8220;-Ans\u00e4tze &#8211; auf wichtige Volkskrankheiten anwenden. Insbesondere denkt er dabei an Tumor-, Infektions- und Herz-Kreislauferkrankungen.<br \/>\nDas soll nicht nur neue Einblicke in die krankheitsverursachenden Prozesse erlauben, sondern vor allem neue diagnostische RNA-Biomarker liefern und neuartige Therapie-Strategien er\u00f6ffnen. Die Federf\u00fchrung des Vorhabens liegt bei der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen. Am Verbund beteiligt sind neben den Fachbereichen Medizin, Biologie und Pharmakologie und dem Zentrum f\u00fcr Synthetische Mikrobiologie (Synmikro) der Philipps-Universit\u00e4t die Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt sowie das Max-Planck-Institut f\u00fcr Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim.<br \/>\n&#8222;LOEWE Medical RNomics verbindet unsere medizinischen Schwerpunkte Infektions- und Krebsmedizin mit modernsten Methoden der RNA-Biologie&#8220;, sagte Schmeck. &#8222;Durch die exzellente Bewertung der Gutachter k\u00f6nnen wir nun die Ergebnisse unserer gemeinsamen Forschung zu neuen Diagnose- und Therapieverfahren weiterentwickeln.&#8220;<br \/>\nSeit 2015 hat das Land Hessen den LOEWE-Schwerpunkt bereits mit rund 4,4 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Dar\u00fcber hinaus wurden allein in Marburg \u00fcber acht Millionen Euro an zus\u00e4tzlichen projektrelevanten Drittmitteln eingeworben.<br \/>\n&#8222;Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-\u00f6konomischer Exzellenz&#8220; (LOEWE) ist der Titel des Forschungsf\u00f6rderungsprogramms des Landes Hessen. Die Landesregierung unterst\u00fctzt mit dem LOEWE-Programm die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hessen bei ihrer weiteren Profilierung und der Umsetzung strategischer Ziele. LOEWE f\u00f6rdert herausragende wissenschaftliche Verbundvorhaben sowie insbesondere auch eine intensive Vernetzung von Wissenschaft, au\u00dferuniversit\u00e4rer Forschung und Wirtschaft.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Philipps-Universit\u00e4t ist an zwei LOEWE-Forschungsprojekten beteiligt, die ab Januar 2018 vom Land Hessen eine Auslauffinanzierung erhalten. Das gab die Universit\u00e4tsleitung am Mittwoch (6. 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