{"id":1374,"date":"2017-11-28T18:29:32","date_gmt":"2017-11-28T17:29:32","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1374"},"modified":"2017-11-28T18:29:32","modified_gmt":"2017-11-28T17:29:32","slug":"zwischen-sicherheit-und-angst-11-millionen-fuer-forschung-zu-versicherheitlichung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1374","title":{"rendered":"Zwischen Sicherheit und Angst: 11 Millionen f\u00fcr Forschung zu Versicherheitlichung"},"content":{"rendered":"<p>In aktuellen Diskussionen wird Sicherheit als Schl\u00fcsselbegriff gern benutzt, um das eigene politische Handeln zu legitimieren. Dieser Effekt gab im Jahr 2014 den Ansto\u00df zur Konzipierung eines eigenen interdisziplin\u00e4ren Sonderforschungsbereichs (SFB). <!--more--><br \/>\nDarin besch\u00e4ftigen sich Forschende der Philipps-Universit\u00e4t, der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU) und des Herder-Instituts f\u00fcr historische Ostmitteleuropa-Forschung mit der Bedeutung des Wandels und der Interpretation politischer Sicherheit in historischer Perspektive. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nun die Weiterf\u00fchrung der Forschungsarbeit mit einem F\u00f6rdervolumen von rund 11 Millionen Euro f\u00fcr weitere vier Jahre bewilligt. Dem Forschungscampus Mittelhessen ist damit ein Doppelerfolg gelungen, denn zeitgleich wurde an beiden Universit\u00e4ten auch der Sonderforschungsbereich\/Transregio 135 &#8222;Kardinale Mechanismen der Wahrnehmung: Pr\u00e4diktion, Bewertung, Kategorisierung&#8220; verl\u00e4ngert.<br \/>\n&#8222;Was ist Sicherheit und wann f\u00fchlen sich Gesellschaften in ihrer Sicherheit bedroht?&#8220; fragt Prof. Dr. Christoph Kampmann von der Philipps-Universit\u00e4t als Sprecher des Sonderforschungsbereichs. &#8222;Um Fragen wie diese zu beantworten, ist es sehr wichtig, zu verstehen, wie sich in der Geschichte Vorstellungen von Sicherheit entwickelten und wie diese in den politischen Prozess gelangten.&#8220;<br \/>\nMit seinem historischen Fokus nehme der <a href=\"http:\/\/www.sfb138.de\">Sonderforschungsbereich 138<\/a> eine eigenst\u00e4ndige Rolle in der Sicherheitsforschung ein. &#8222;Bereits in der ersten F\u00f6rderphase haben wir uns in diesem Themenfeld als ein zentrales wissenschaftliches Diskussions-<br \/>\nund Kommunikationsforum etabliert&#8220;, erkl\u00e4rte Kampmann. Dabei verbindet der Sonderforschungsbereich\/Transregio 138 mit dem Thema &#8222;Dynamiken der Sicherheit &#8211; Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive&#8220; Geschichts-, Sozial- und Rechtswissenschaften sowie die Kunstgeschichte.<br \/>\nEin Fokus der Forschenden liegt auf dem Konzept der &#8222;Versicherheitlichung&#8220;. &#8222;Es kann vorkommen, dass politische Entscheidungstr\u00e4ger bestimmte gesellschaftliche Probleme bewusst dramatisieren&#8220;, stellte Kampmann fest. &#8222;Dabei geht es oftmals um die eigene Legitimation beziehungsweise die des Staates, der seiner Bev\u00f6lkerung Schutz durch die Erh\u00f6hung der Sicherheit anbietet.&#8220;<br \/>\nDadurch verst\u00e4rke sich das Sicherheitsbed\u00fcrfnis der Bev\u00f6lkerung letztlich jedoch immer mehr. Die Forderungen nach mehr Sicherheit w\u00fcrden f\u00fcr den Staat irgendwann nicht mehr erf\u00fcllbar, denn Sicherheit hat ihre Grenzen.<br \/>\nZiel f\u00fcr die neue F\u00f6rderphase wird unter anderem sein, das Konzept der &#8222;Versicherheitlichung&#8220; zu modifizieren und weiterzuentwickeln. &#8222;Wir verstehen Versicherheitlichung nicht als einen stets zielgerichteten und vorgegebenen gleichbleibend ablaufenden Prozess mit vorhersagbarem Ausgang, sondern als variablen Prozess mit \u00dcberlagerungen, Inkonsistenzen, Regressionen und Diskontinuit\u00e4ten&#8220;, erl\u00e4uterte Kampmann. Davon ausgehend, soll am Ende der gesamten F\u00f6rderzeit eine umfassende Typologie von Dynamiken der Sicherheit in der Geschichte entstehen.<br \/>\n&#8222;Der gemeinsame Sonderforschungsbereich besitzt mit seiner Ausrichtung auf historische Sicherheitsforschung schon heute weltweit ein Alleinstellungsmerkmal&#8220;, erg\u00e4nzte Prof. Dr. Horst Carl von der JLU Gie\u00dfen. Anfang 2018 wird &#8211; wie zwischen beiden Universit\u00e4ten von Anfang an vereinbart &#8211; die Federf\u00fchrung des Sonderforschungsbereichs an die JLU wechseln und Carl das Amt des Sprechers \u00fcbernehmen. &#8222;Wir werden die n\u00e4chsten vier Jahre nutzen, den Forschungsverbund unserer beiden Universit\u00e4ten zum international f\u00fchrenden Zentrum f\u00fcr historische Sicherheitsforschung zu machen&#8220;, k\u00fcndigte er an.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In aktuellen Diskussionen wird Sicherheit als Schl\u00fcsselbegriff gern benutzt, um das eigene politische Handeln zu legitimieren. 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Mit der Publikation \"Security Revisited\", der finalen Folge des Podcasts \"Mit Sicherheit im Gespr\u00e4ch\" sowie einem neu ver\u00f6ffentlichten Erkl\u00e4rfilm zum Thema Antiziganismus blickt\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":19129,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=19129","url_meta":{"origin":1374,"position":2},"title":"Freiraum f\u00fcrs Forschen: Richtfest beim Hochsicherheitslabor auf den Lahnbergen","date":"1. Dezember 2025","format":false,"excerpt":"An der Philipps-Universit\u00e4t nimmt derzeit ein besonderes Geb\u00e4ude Form an. Mit dem Forschungsneubau f\u00fcr das Hochsicherheitslabor des \"Marburg Centre for Epidemic Preparedness\" (MCEP) entsteht am Campus Lahnberge ein Labor der h\u00f6chsten Sicherheitsklasse. 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