{"id":13519,"date":"2023-08-04T18:31:58","date_gmt":"2023-08-04T16:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=13519"},"modified":"2023-08-04T18:31:58","modified_gmt":"2023-08-04T16:31:58","slug":"nutzen-in-natur-auch-giftige-pflanzen-und-lebewesen-sind-schuetzenswert","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=13519","title":{"rendered":"Nutzen in Natur: Auch giftige Pflanzen und Lebewesen sind sch\u00fctzenswert"},"content":{"rendered":"<p>Auch giftige Lebewesen brauchen Schutz. Die Naturschutzbeh\u00f6rde hat \u00fcber Hintergr\u00fcnde informiert. <!--more--><br \/>\nGiftige Pflanzen und Tiere sind in der Natur allt\u00e4glich und wichtig f\u00fcr die Artenvielfalt. Dennoch k\u00f6nnen sie f\u00fcr Menschen unter Umst\u00e4nden gef\u00e4hrlich werden. Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises Marburg-Biedenkopf informiert \u00fcber die Hintergr\u00fcnde und gibt Tipps zum Umgang.<br \/>\nTiere wie der Schwarzblaue \u00d6lk\u00e4fer und der Feuersalamander oder Pflanzen wie das Maigl\u00f6ckchen und der Riesen-B\u00e4renklau produzieren giftige Stoffe und kommen auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf vor. Doch giftige Lebewesen seien grunds\u00e4tzlich erst einmal kein Grund zur Beunruhigung, betonte Katharina Franziska Hof von der Fachabteilung des Kreises f\u00fcr den Naturschutz.<br \/>\n&#8222;Giftige Pflanzen und Tiere gibt es h\u00e4ufig sowohl in heimischen G\u00e4rten als auch in der freien Landschaft&#8220;, erkl\u00e4rte sie. &#8222;Sie sind also etwas ganz Normales. Deshalb ist es auch so wichtig sich dar\u00fcber bewusst zu sein, um Verletzungen zu vermeiden.&#8220;<br \/>\nWarum sind Lebewesen \u00fcberhaupt giftig? &#8222;Im Laufe der Evolution &#8211; also der Entwicklungsgeschichte &#8211; haben manche Tier- und Pflanzenarten Mechanismen entwickelt, die sie konkurrenzf\u00e4hig machen und davor sch\u00fctzen, gefressen zu werden&#8220;, erkl\u00e4rte Hof.<br \/>\nW\u00e4hrend nat\u00fcrliche Gifte auf der einen Seite dabei helfen, das jeweilige Lebewesen zu sch\u00fctzen, k\u00f6nnen auf der anderen Seite sogar Menschen daraus einen Nutzen ziehen: Giftige Pflanzen wie Fingerhut, Tollkirsche und Johanniskraut wurden oder werden so f\u00fcr die Herstellung medizinischer Produkte und Medikamente genutzt. Das sei &#8222;ein sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr, dass eigentlich sprichw\u00f6rtlich die Dosis das Gift macht&#8220;, sagte Hof.<br \/>\nGiftige Lebewesen k\u00f6nnen zwar auch f\u00fcr den Menschen eine Gefahr darstellen. Laut Hof bestehe meist aber nur dann Grund zur ernsthaften Sorge, wenn ein giftiges Insekt oder eine giftige Pflanze tats\u00e4chlich verzehrt wurde. Trotzdem sei im Zweifel Vorsicht geboten.<br \/>\nBei Pflanzen und Pilzen gebe es beispielsweise neben vielen essbaren Arten auch etliche, die Reizungen, Unwohlsein oder sogar t\u00f6dliche Vergiftungen verursachen k\u00f6nnen. Manche davon finden sich als prachtvoll bl\u00fchende Zier-<br \/>\nund Heilpflanzen auch in G\u00e4rten oder auf dem heimischen Balkon. Darunter sind Fingerhut, Maigl\u00f6ckchen, Liebesperlenstrauch und Tr\u00e4nendes Herz.<br \/>\nDas sind Pflanzen, die wegen ihrer Sch\u00f6nheit und leuchtenden Farben neugierig machen. Das kann aber auch Gefahren mit sich bringen, besonders wenn Kinder dort spielen. Deshalb r\u00e4t Hof gerade bei Kleinkindern zun\u00e4chst zur Vorsicht und nennt als giftlose Alternativen essbare Str\u00e4ucher, Besenheide, Erdbeeren, Thymian, Malven, Haselnuss,Horn-Veilchen und Fingerkraut. Informationen zu giftigen Gartenpflanzen gibt es zudem auf der Homepage des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung auf <a href=\"http:\/\/www.bfr.bund.de\">www.bfr.bund.de<\/a>.<br \/>\nAuch durch die Kombination eines Stoffs mit Sonnenlicht beziehungsweise UV-Strahlung k\u00f6nnen einige Pflanzen wie Herkulesstaude, Engelwurz und Diptam bei Ber\u00fchrung gesundheitliche Komplikationen hervorrufen, indem sie zum Teil recht starke Hautreizungen ausl\u00f6sen. Das Gift des Schwarzblauen \u00d6lk\u00e4fers kann neben m\u00f6glichen Hautreizungen bei einem Verzehr des K\u00e4fers mitunter schwerwiegende Vergiftungen ausl\u00f6sen. &#8222;&#8220;Sowohl im eigenen Garten als auch in der freien Natur sollte man sich daher dar\u00fcber bewusst sein, dass einige Arten diese Abwehr- und Schutzmechanismen besitzen&#8220;, machte Hof deutlich.<br \/>\nAuch giftige Lebewesen seien wichtig und sch\u00fctzenswert, betonte Hof. Den Grund daf\u00fcr erkl\u00e4rte die Fachfrau mit der notwendigen Biodiversit\u00e4t.<br \/>\n&#8222;Vereinfacht gesagt: Ein \u00d6kosystem mit vielen unterschiedlichen Arten, die verschiedene Aufgaben \u00fcbernehmen, funktioniert besser und ist stabiler&#8220;, erl\u00e4uterte Hof. Dabei spiele es keine Rolle, ob manche Arten davon giftig seien.<br \/>\nEin besonderer oder strenger Schutz einzelner Arten, der noch \u00fcber den allgemeinen Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten hinausgeht, ist hingegen erforderlich, um gef\u00e4hrdete Arten vor einem R\u00fcckgang oder gar Verschwinden zu sch\u00fctzen. Solche Arten k\u00f6nnen unter Naturschutz gestellt werden, das gilt auch f\u00fcr giftige Pflanzen und Tiere.<br \/>\nDoch es gibt auch Ausnahmen, die grunds\u00e4tzlich sch\u00e4dlich sind. Das sind sogenannte &#8222;invasive Arten&#8220;. Das sind Pflanzen und Tiere, die eigentlich aus fremden Gebieten stammen und hier heimische Arten verdr\u00e4ngen. H\u00e4ufig, weil sie dort keine nat\u00fcrlichen Feinde haben und dadurch das Gleichgewicht in einem Lebensraum ins Wanken bringen.<br \/>\nEin Beispiel f\u00fcr eine invasive Art ist der &#8211; im Landkreis vorkommende und gleichzeitig giftige &#8211; Riesen-B\u00e4renklau. Invasive Arten unterliegen einer Meldepflicht und das jeweilige Vorkommen erfordert ein kontrolliertes Einschreiten.<br \/>\nWem Best\u00e4nde invasiver gebietsfremder Arten auffallen, kann sie \u00fcber die Internetseite des Hessischen Landesamts f\u00fcr Naturschutz Umwelt und Geologie unter <a href=\"http:\/\/www.hlnug.de\">www.hlnug.de<\/a> melden. F\u00fcr alle anderen F\u00e4lle gilt jedoch, dass ein T\u00f6ten von Lebewesen oder eine Entnahme von Pflanzen ohne vern\u00fcnftigen Grund nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes verboten sind und mit einem Bu\u00dfgeld geahndet werden kann. F\u00fcr Fragen ist die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde per E-Mail erreichbar unter FBBWN@marburg-biedenkopf.de.<\/p>\n<p>* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch giftige Lebewesen brauchen Schutz. 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