{"id":1322,"date":"2017-11-16T14:19:17","date_gmt":"2017-11-16T13:19:17","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1322"},"modified":"2017-11-16T14:19:17","modified_gmt":"2017-11-16T13:19:17","slug":"autobahn-als-argument-spies-fuer-umwidmung-der-b3-zwischen-giessen-und-weimar","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1322","title":{"rendered":"Autobahn als Argument: Spies f\u00fcr Umwidmung der B3 zwischen Gie\u00dfen und Weimar"},"content":{"rendered":"<p>Eine Umwidmung der B3A zwischen Gie\u00dfen und Niederweimar w\u00fcrde Marburg auf dem Papier deutlich n\u00e4her an den n\u00e4chsten Autobahnanschluss r\u00fccken und damit interessanter f\u00fcr Investoren machen. Deshalb setzt sich Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies daf\u00fcr ein. <!--more--><br \/>\nMarburg sei bisher die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Deutschlands mit einer schlecht ausgewiesenen Anbindung ans Autobahnnetz, erkl\u00e4rte Spies. Ein Autobahnanschluss auf der Karte sei f\u00fcr potenzielle Investoren ein wichtiges Kriterium f\u00fcr die Auswahl eines neuen Wirtschaftsstandorts.<br \/>\nGe\u00e4ndert w\u00fcrde nur der Name. Zudem erhielte die B3 blaue statt bisher gelbe Schilder. Baulich \u00e4ndere sich nichts.<br \/>\nAll das kommt f\u00fcr Spies auch nur bis zur Stadtgrenze in Frage. In Marburg selbst bliebe es bei der B3, denn sonst w\u00e4ren Geschwindigkeitsbeschr\u00e4nkungen schwieriger.<br \/>\nSchlie\u00dflich verfolgt der Oberb\u00fcrgermeister weiterhin empo 80\/60 auf der B3a in Marburg. Ein erh\u00f6htes Verkehrsaufkommen sei durch eine Umwidmung nicht zu bef\u00fcrchten, erkl\u00e4rte Spies zu einem Schreiben des Bundes f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND).<br \/>\nDie Kosten und der Aufwand w\u00e4ren also gering, der wirtschaftliche Nutzen f\u00fcr Marburg hingegen erheblich, meinte das Stadtoberhaupt. Denn durch eine formale Umwidmung der B3a vom Gie\u00dfener Nordkreuz bis zur Abzweigung der B255 bei Niederweimar in eine Autobahn w\u00fcrde Marburg in den Darstellungen des Bundesautobahnnetzes auftauchen und k\u00e4me so bei der Suche von Investoren in die engere Auswahl.<br \/>\nSchlie\u00dflich liegt Marburg ansonsten zentral in Deutschland. Die B3A ist bereits vierspurig autobahngleich ausgebaut.<br \/>\nSpies setzt sich daf\u00fcr ein, ausschlie\u00dflich den Streckenabschnitt von Niederweimar nach Gie\u00dfen zur A485 umzuwidmen. Ab der Abfahrt Niederweimar soll die Stra\u00dfe durch Marburg wie bisher als Bundesstra\u00dfe nach C\u00f6lbe fortgef\u00fchrt werden, betonte er. Durch die Universit\u00e4tsstadt f\u00fchre damit auch weiterhin keine Autobahn, stellte er klar.<br \/>\nDas sei insbesondere wichtig, um die Belastung der B\u00fcrgerschaft durch die innerst\u00e4dtische Bundesstra\u00dfe mit geeigneten Ma\u00dfnahmen weiter senken zu k\u00f6nnen. Die Sorge vor einer m\u00f6glichen Zunahme des Verkehrs versteht Spies und nimmt sie sehr ernst. Daher betont er auch, dass die Stadt mit Nachdruck weiter das Ziel verfolge, auf der B3 innerhalb des Stadtgebiets eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern durchzusetzen.<br \/>\nL\u00e4rmschutz, h\u00f6herwertiger &#8222;Fl\u00fcsterasphalt&#8220; und eine Verminderung des Lastwagenverkehrs sind ebenfalls weiterhin Ziele der Universit\u00e4tsstadt Marburg&#8220;<br \/>\n. &#8222;Eine Verminderung des Abgasaussto\u00dfes und die F\u00f6rderung von Radverkehr und \u00f6ffentlichem Personennahverkehr liegen mir pers\u00f6nlich sehr am Herzen&#8220;, bekr\u00e4ftigte Spies au\u00dferdem. Daf\u00fcr sei es wichtig, die wirtschaftliche Attraktivit\u00e4t Marburgs f\u00fcr Investoren und Unternehmen zu steigern, um die erforderlichen Mittel f\u00fcr Radwegebau und Ausbau des \u00d6ffentlichen Personennahverkehrs (\u00d6PNV) einnehmen zu k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8222;Die Farbe der Schilder hat Einfluss auf die Attraktivit\u00e4t des Wirtschaftsstandorts Marburg&#8220;, erkl\u00e4rte das Stadtoberhaupt. &#8222;Mehr \u00e4ndert sie nicht.&#8220;<br \/>\nDie Stadt schlie\u00dft ein erh\u00f6htes Verkehrsaufkommen durch die Umwidmung eines Streckenabschnitts aus. &#8222;Im Zusammenhang mit dem Bau der A49 wurde eine Verkehrsf\u00fchrung \u00fcber Kirchhain, C\u00f6lbe und Marburg bis zum Gie\u00dfener Nordkreuz mehrfach gepr\u00fcft und ausgeschlossen&#8220;, f\u00fchrte Spies weiter aus. &#8222;Daf\u00fcr haben die Naturschutzverb\u00e4nde gesorgt, die diese Streckenf\u00fchrung selbst als Alternative zur aktuellen Streckenf\u00fchrung der A49 eingebracht hatten.&#8220;<br \/>\nDie B3a sei zwar autobahn\u00e4hnlich ausgebaut, aber die Streckenf\u00fchrung schlechter als die der geplanten A49. Daran w\u00fcrden auch blaue Schilder nichts \u00e4ndern, denn baulich werde durch eine Umwidmung an der B3a nichts ver\u00e4ndert.<br \/>\nAu\u00dferdem bezweifelt Spies, dass wegen einer Umwidmung des Streckenabschnitts zwischen Gie\u00dfen und Niederweimar die Streckenf\u00fchrung und die Finanzierung der seit vielen Jahrzehnten geplanten A49 neu gepr\u00fcft wird, denn das w\u00fcrde eine Verz\u00f6gerung der Ausf\u00fchrung um mindestens 30 Jahre und damit de facto das Aus f\u00fcr die A49 bedeuten. &#8222;Das Risiko, dass der Verkehr also k\u00fcnftig \u00fcber Marburg kommt, ist ausger\u00e4umt&#8220;, betonte er. &#8222;Nur deshalb verfolgen wir jetzt das Ziel einer Umwidmung.&#8220;<br \/>\nSpies reagiert mit seinen Ausf\u00fchrungen auf Bedenken, die der BUND Kreisverband Marburg-Biedenkopf in einem offenen Brief anf\u00fchrte. &#8222;F\u00fcr die Diskussion bin ich dankbar, denn sie betrifft mit Fragen des Umweltschutzes und der Wirtschaftskraft das gute Leben in unserer Stadt&#8220;, erkl\u00e4rte er.<br \/>\nHessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir erkl\u00e4rte gegen\u00fcber Spies bereits, dass er die Umwidmung gerne unterst\u00fctzen werde, wenn die anliegenden Kommunen ebenfalls einverstanden sind. Die Stadt Marburg befindet sich daher in Gespr\u00e4chen mit den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gie\u00dfen sowie mit den St\u00e4dten Lollar und Staufenberg und den Gemeinden Fronhausen und Weimar.<br \/>\nBisher liegt Marburg in der Wahrnehmung von m\u00f6glichen Investoren schlicht zu weit weg von dem n\u00e4chsten Autobahnanschluss. Auf dem Papier entspricht der Verkehrsanschluss weder der wirtschaftlichen Bedeutung der Verkehrsachse Gie\u00dfen-Marburg, noch der Universit\u00e4tsstadt als mittelhessisches Oberzentrum. Von insgesamt 181 St\u00e4dten mit mehr als 50.000 Einwohnern gibt es in Deutschland nur neun St\u00e4dte, die mehr als 20 Kilometer vom n\u00e4chsten Autobahnanschluss entfernt liegen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Umwidmung der B3A zwischen Gie\u00dfen und Niederweimar w\u00fcrde Marburg auf dem Papier deutlich n\u00e4her an den n\u00e4chsten Autobahnanschluss r\u00fccken und damit interessanter f\u00fcr Investoren machen. 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