{"id":1321,"date":"2017-11-16T13:09:04","date_gmt":"2017-11-16T12:09:04","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1321"},"modified":"2017-11-16T13:09:04","modified_gmt":"2017-11-16T12:09:04","slug":"kinder-als-kosten-marburg-vorn-bei-qualitaet-und-umfang-der-betreuung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1321","title":{"rendered":"Kinder als Kosten: Marburg vorn bei Qualit\u00e4t und Umfang der Betreuung"},"content":{"rendered":"<p>Die Kinderbetreuung inMarburg ist \u00fcberdurchschnittlich. Das hat der Hessische Rechnungshof festgestellt. <!--more--><br \/>\nMit seinem Betreuungsangebot f\u00fcr Kinder von 0 bis sechs Jahren liegt Marburg sowohl in der Qualit\u00e4t als auch im Umfang durchg\u00e4ngig \u00fcber dem Mittelwert aller vergleichbaren hessischen St\u00e4dte. Verglichen hat der Hessische Rechnungshof die Haushalte und Stellenpl\u00e4ne der sieben kreisangeh\u00f6rigen St\u00e4dte \u00fcber 50.000 Einwohnenden in Hessen. Neben Marburg sind das Bad Homburg, Fulda, Gie\u00dfen, Hanau, R\u00fcsselsheim und Wetzlar.<br \/>\nGepr\u00fcft hat der Rechnungshof daf\u00fcr die Jahre 2011 bis 2015. &#8222;Die Analyse strikt nach Kennzahlen kann die konkrete Situation vor Ort nat\u00fcrlich nicht exakt wiedergeben&#8220;, stellte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies klar. &#8222;Abstrakte Haushaltsdaten nehmen weder R\u00fccksicht auf saisonale Erk\u00e4ltungswellen noch auf den zunehmenden Fachkr\u00e4ftemangel, der auch vor dem p\u00e4dagogischen Bereich nicht Halt macht.&#8220;<br \/>\nTrotzdem zeige der Vergleich, wo die St\u00e4dte stehen, was erreicht wurde und in welche Richtung die Reise geht. &#8222;Wir sind stolz auf die Qualit\u00e4t unserer Kinderbetreuung&#8220;, kommentierte Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier das Ergebnis der vergleichenden Pr\u00fcfung. &#8222;Mit bis zu 25 Prozent mehr Personal pro Gruppe als vom Gesetzgeber vorgesehen leisten wir in den st\u00e4dtischen Kitas einen wesentlichen Beitrag f\u00fcr die Chancengleichheit der Kinder in unserer Stadt.&#8220;<br \/>\nDas Hessische Kinderf\u00f6rderungsgesetz (KiF\u00f6G) sieht 2,21 Fachkr\u00e4fte als Richtwert pro KiTa-Gruppe vor. Das entspricht auch in etwa dem Mittelwert der sieben Sonderstatusst\u00e4dte.<br \/>\nIn Marburg gibt es dagegen im Schnitt 2,93 Fachkr\u00e4fte pro Gruppe in den st\u00e4dtischen KiTas. Damit liegt die Universit\u00e4tsstadt Marburg personell nicht nur \u00fcber dem Durchschnitt, sondern auch im direkten St\u00e4dtevergleich auf Platz 1 vor Bad Homburg auf Platz 2 mit 2,62 Fachkr\u00e4ften pro Gruppe und weit vor Schlusslicht Wetzlar mit 2,11 Fachkr\u00e4ften pro Gruppe.<br \/>\n&#8222;Wir erachten die Personalstandards des Kif\u00f6G als bei weitem nicht ausreichend und werden auch weiterhin mehr als das vom Land geforderte Personal in den Betreuungseinrichtungen vorhalten&#8220;, betonte Dinnebier. &#8222;Damit tragen wir unserem Anspruch auf Qualit\u00e4t in der fr\u00fchkindlichen Bildung Rechnung.&#8220; Als weitere besondere Standards in den Marburger Einrichtungen z\u00e4hlte die Stadtr\u00e4tin die Freistellung von KiTa-Leitungen sowie die Gr\u00f6\u00dfe von zehn statt zw\u00f6lf Kindern pro Gruppe in den Krippen auf.<br \/>\nDass die st\u00e4dtischen Einrichtungen in Marburg auch im inner\u00f6rtlichen Ranking eine h\u00f6here Fachkr\u00e4ftequote pro Gruppe haben als die der freien Tr\u00e4ger, liegt vor allem am Faktor Vertretungskr\u00e4fte. Sie sind f\u00fcr jede st\u00e4dtische KiTa in Marburg fest im Stellenplan verankert, w\u00e4hrend andere Kommunen und viele freie Tr\u00e4ger bei Ausf\u00e4llen auf kurzfristig verf\u00fcgbare Honorarkr\u00e4fte zur\u00fcckgreifen.<br \/>\nAuch beim Angebot an Betreuungspl\u00e4tzen f\u00fcr Unter-Dreij\u00e4hrige ist Marburg ein Vorbild f\u00fcr die anderen St\u00e4dte: F\u00fcr 46 Prozent aller U3-Kinder gibt es in der Universit\u00e4tsstadt Pl\u00e4tze in Krippen oder in der Tagespflege. F\u00fcr die Kinder von einem bis drei Jahren, die einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, sind es sogar 64 Prozent.<br \/>\nDer Mittelwert der Vergleichsst\u00e4dte lag bei 44 Prozent. Beim Schlusslicht R\u00fcsselsheim betrug er sogar nur 25 Prozent.<br \/>\nAusdr\u00fccklich lobte der Hessische Rechnungshof Marburg f\u00fcr seine F\u00f6rderung der Kindertagespflege, die unbedingt beibehalten werden sollte. Schlie\u00dflich ist der Anteil der Kleinkinder in der Tagespflege mit 28 Prozent &#8222;\u00fcberdurchschnittlich&#8220;.<br \/>\nIm St\u00e4dtevergleich vorne liegt Marburg auch, wenn es um den Anteil der Stadt an Betreuungskosten geht: Marburg \u00fcbernimmt mit 5.209 Euro im Jahr 2015 ganze 7,5 Prozent mehr Zuschuss pro Kita-Kind als die Vergleichsst\u00e4dte im Mittel mit 4.830 Euro. F\u00fcr die Betreuung eines einzelnen Krippenkinds hat die Universit\u00e4tsstadt 2015 sogar 9.488 Euro aufgewandt.<br \/>\n2016 standen rund 21,67 Millionen Euro f\u00fcr die Kinderbetreuung im Haushalt. Demgegen\u00fcber wies der Plan Ertr\u00e4ge aus den Geb\u00fchren von 3,15 Millionen Euro aus. Tats\u00e4chlich waren es aber weniger, da geringverdienende Familien anteilig oder vollst\u00e4ndig von den Betreuungsgeb\u00fchren befreit sind. Ihren Anteil \u00fcbernimmt die Stadt Marburg. 2016 waren das 816.000 Euro.<br \/>\nDamit sank der Anteil der Kosten, die durch die Geb\u00fchren abgedeckt wurden, auf rund 11 Prozent. Den Rest finanzierte die Stadt.<br \/>\nF\u00fcr 2017 hat die Universit\u00e4tsstadt Marburg knapp eine Million Euro mehr Aufwand im Haushalt f\u00fcr die Kinderbetreuung von null bis sechs Jahren sowie die Hortbetreuung f\u00fcr Grundschulkinder stehen. Der Haushaltsentwurf sieht daf\u00fcr 22,64 Millionen Euro vor.<br \/>\nAbschlie\u00dfende Zahlen auf der Einnahmeseite gibt es zwar noch nicht; klar ist aber schon: &#8222;Durch die neue Geb\u00fchrenordnung seit diesem Jahr werden mehr Familien als zuvor eine anteilig oder vollst\u00e4ndig von den Geb\u00fchren f\u00fcr die Betreuung ihrer Kinder befreit&#8220;, erwartet Oberb\u00fcrgermeister Spies.<br \/>\nAus seiner vergleichenden Pr\u00fcfung leitete der Hessische Rechnungshof Empfehlungen f\u00fcr mehr &#8222;Wirtschaftlichkeit&#8220; in der Marburger Kindertagesbetreuung ab, die allerdings an den hohen Standards der Universit\u00e4tsstadt s\u00e4gen. Rechnet man zum Beispiel die \u00fcberdurchschnittlichen Marburger Personalschl\u00fcssel in den KiTas auf das hessische Mittelma\u00df herunter, w\u00e4ren knapp 32 Fachkr\u00e4fte zu viel in den st\u00e4dtischen Einrichtungen. F\u00fcr die freien Tr\u00e4ger kommt der Landesrechnungshof auf rund f\u00fcnf Erzieherstellen \u00dcberschuss.<br \/>\nHunderte Kinder mehr k\u00f6nnten &#8211; rein rechnerisch &#8211; mit diesem Personal betreut werden. Auf der anderen Seite k\u00f6nnte man nicht ausgelastete Gruppen, die es beispielsweise in manchen Au\u00dfenstadtteilen oder aufgrund baulicher Gegebenheiten auch in der Innenstadt gibt, laut Landesrechnungshof &#8222;kurzfristig inaktiv&#8220; setzen. Die Kinder k\u00f6nnten dann auf diejenigen Gruppen verteilt werden, die nicht zu 100 Prozent ausgelastet sind und &#8211; wiederum rein rechnerisch &#8211; noch Kapazit\u00e4ten haben.<br \/>\nEtwa 1,8 Millionen Euro k\u00f6nnte die Stadt Marburg laut Rechnungshof pro Jahr sparen, w\u00fcrde sie diesen Empfehlungen folgen. Erh\u00f6he Marburg auf der anderen Seite noch den Elternanteil an den Gesamtkosten auf 33 Prozent, wie der Rechnungshof in seiner Vergleichspr\u00fcfung vorschl\u00e4gt, k\u00e4men weitere Millionen Euro auf der Ertragsseite in den Haushalt der Stadt.<br \/>\n&#8222;Das wollen wir selbstverst\u00e4ndlich nicht&#8220;, stellten Stadtr\u00e4tin Dinnebier und Oberb\u00fcrgermeister Spies \u00fcbereinstimmend klar. &#8222;Ganz im Gegenteil!&#8220; Unter der Voraussetzung, dass das Land seine j\u00fcngste Ank\u00fcndigung zur Finanzierung der Kindertagesbetreuung voll umsetzt, wolle Marburg darauf hinarbeiten, die Kinderbetreuung f\u00fcr die Eltern geb\u00fchrenfrei zu stellen.<br \/>\n&#8222;Wir wollen den Familien heute und in Zukunft ein verl\u00e4sslicher Partner bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein&#8220;, gab Dinnebier die Richtung in Sachen Kinderbetreuung in Marburg vor. &#8222;Der erforderliche quantitative Ausbau und die Sicherung der Qualit\u00e4t der Betreuung m\u00fcssen weiterhin Hand in Hand gehen.&#8220; Deshalb werde die Stadt Marburg weiterhin alles daf\u00fcr tun, das Personal zur Verf\u00fcgung zu stellen, das f\u00fcr eine verl\u00e4ssliche Kinderbetreuung erforderlich ist &#8222;und zwar unabh\u00e4ngig vom niedrigen gesetzlichen Standard&#8220;, sagte Spies.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kinderbetreuung inMarburg ist \u00fcberdurchschnittlich. 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