{"id":1300,"date":"2017-11-09T19:01:29","date_gmt":"2017-11-09T18:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1300"},"modified":"2017-11-09T19:01:29","modified_gmt":"2017-11-09T18:01:29","slug":"auf-ausfaelligkeiten-projekt-reverse-erforscht-anti-feminismus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1300","title":{"rendered":"Auf Ausf\u00e4lligkeiten: Projekt &#8222;REVERSE&#8220; erforscht Anti-Feminismus"},"content":{"rendered":"<p>Das Zentrum f\u00fcr Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universit\u00e4t erh\u00e4lt knapp eine Million Euro f\u00fcr das Projekt &#8222;REVERSE&#8220;. Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland. <!--more--><br \/>\n&#8222;In politischen und medialen Debatten wird die Modernisierung der Geschlechterverh\u00e4ltnisse h\u00e4ufig als Krise dargestellt&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Annette Henninger, die das Projekt &#8222;REVERSE leitet&#8220;. &#8222;Oftmals ist von einem regelrechten Gender-Wahn die Rede, der Menschen in ihren Werten und ihrer M\u00fcndigkeit angreife. So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als Kulturfrevel bezeichnet; und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen.&#8220;<br \/>\nGegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverh\u00e4ltnisse formiere sich derzeit politische Kritik von rechts, die teils auch im konservativen oder liberalen Lager auf Zustimmung sto\u00dfe. &#8222;Zwar adressieren diese Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverh\u00e4ltnisse&#8220;, sagte Henninger; &#8222;die Art und Weise, wie diese Themen verhandelt werden, bedroht zugleich aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt&#8220;.<br \/>\nFragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher beziehungsweise sexueller Identit\u00e4t seien verst\u00e4rkt ideologisch aufgeladen. Bisherige Errungenschaften w\u00fcrden zum Teil sehr aggressiv in Frage gestellt. Neu sei auch, dass Geschlechterforscherinnen und -forscher zunehmend mit pers\u00f6nlichen Drohungen konfrontiert seien.<br \/>\n&#8222;Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft&#8220;, meinte die Gender-Forscherin. &#8222;Das gef\u00e4hrdet die Akzeptanz von Pluralit\u00e4t und &#8211; damit verbunden &#8211; auch die Werte einer Demokratie.&#8220;<br \/>\nIm Projekt &#8222;Krise der Geschlechterverh\u00e4ltnisse? Anti-Feminismus als Krisenph\u00e4nomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial&#8220; (REVERSE) soll diese Entwicklung innerhalb der zweij\u00e4hrigen Projektlaufzeit genauer analysiert werden. An dem interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojekt sind die F\u00e4cher Politikwissenschaft, Psychologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Europ\u00e4ische Ethnologie sowie die Erziehungswissenschaft beteiligt. Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien zu Anti-Feminismus in der Wissenschaft, zur Debatte um &#8222;Fr\u00fchsexualisierung&#8220;, zur Ethnisierung von Sexismus sowie zu Diskursen \u00fcber Mutterschaft durchgef\u00fchrt.<br \/>\nZiel ist, die verschiedenen Dimensionen des Anti-Feminismus auszudifferenzieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.&#8220;Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur empirischen Analyse anti-feministischer Bewegungen und Diskurse in Deutschland&#8220;, erkl\u00e4rte Henninger. Bisher sei das eine Forschungsl\u00fccke. &#8222;Wir m\u00f6chten Erkenntnisse dar\u00fcber gewinnen, was genau am Wandel der Geschlechterverh\u00e4ltnisse als krisenhaft empfunden wird, wie anti-feministische Diskurse vor diesem Hintergrund mobilisierend wirken und wie der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder gest\u00e4rkt werden kann.&#8220;<br \/>\nF\u00fcr das Vorhaben erh\u00e4lt das Zentrum f\u00fcr Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universit\u00e4t \u00fcber 975.000 Euro vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF). Henninger und ihr Team haben Anfang Oktober ihre Forschungsarbeit aufgenommen.<br \/>\nSeit 2001 verf\u00fcgt die Philipps-Universit\u00e4t \u00fcber ein Zentrum f\u00fcr Gender Studies und feministische Zukunftsforschung (ZGS), das interdisziplin\u00e4re Lehr- und Forschungsaktivit\u00e4ten im Bereich der Geschlechterforschung b\u00fcndelt und an verschiedenen Forschungsarbeiten zum Wandel der Geschlechterverh\u00e4ltnisse beteiligt ist. Dazu geh\u00f6ren unter anderem Projekte zu Arbeits- und Sozialpolitik und zur Demokratieentwicklung.<br \/>\nBeispielhaft ist hier das Projekt &#8222;Rechtsextremismus und Gender: politische Sozialisation und Radikalisierungsprozesse im l\u00e4ndlichen Raum. Eine Fallstudie&#8220;. Auch Studien zur Repr\u00e4sentation der Geschlechterverh\u00e4ltnisse in Medien, Kunst und Kultur, zu Religion und Geschlecht und zu Fragen von K\u00f6rper, Identit\u00e4t und Gesundheit werden am Zentrum durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Zentrum f\u00fcr Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universit\u00e4t erh\u00e4lt knapp eine Million Euro f\u00fcr das Projekt &#8222;REVERSE&#8220;. Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[870,871,872],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-kY","jetpack-related-posts":[{"id":4303,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=4303","url_meta":{"origin":1300,"position":0},"title":"Von Frauen \u00fcberfordert: Antifeminismus als einfache Antwort auf komplexe Entwicklungen","date":"11. Oktober 2019","format":false,"excerpt":"\"Gender-Bashing\" ist keine L\u00f6sung. Zu diesem Schluss kommt das Forschungsprojekt \"REVERSE\" nach zweij\u00e4hriger Arbeit. 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