{"id":1293,"date":"2017-11-07T15:07:42","date_gmt":"2017-11-07T14:07:42","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1293"},"modified":"2017-11-07T15:07:42","modified_gmt":"2017-11-07T14:07:42","slug":"forschung-an-yupka-sprache-und-schoepfungsmythen-im-norden-suedamerikas","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1293","title":{"rendered":"Forschung an Yupka: Sprache und Sch\u00f6pfungsmythen im Norden S\u00fcdamerikas"},"content":{"rendered":"<p>Sprache und Mythen aus S\u00fcdamerika stehen im Zentrum eines neuen Forschungsvorhabens des Fachgebiets Kultur- und Sozialanthropologie der Philipps-Universit\u00e4t. Prof. Dr. Ernst Halbmayer sowie Anne Goletz und Katrin Metzger widmen sich in ihrem Projekt den Yupka, die im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela leben. <!--more--><br \/>\nDie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) f\u00f6rdert die wissenschaftliche Arbeit bis zum Jahr 2019 mit \u00fcber 230.000 Euro. Neuerdings sind zwei Yupka-Gemeinden und das Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie der Philipps-Universit\u00e4t in einer offiziellen Kooperation verbunden.<br \/>\nDie Yukpa geh\u00f6ren zur Sprachgruppe der Carib-Sprecher. &#8222;Die mindestens 15.000 Yukpa leben heute zum Teil in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten, mehrheitlich aber in abgelegenen Siedlungen in den Bergen&#8220;, berichtete Projektleiter Halbmayer. Er lehrt Kultur- und Sozialanthropologie an der Philipps-Universit\u00e4t.<br \/>\nSowohl sprachlich wie auch soziokulturell gelten die Yupka als Au\u00dfenseiter: &#8222;Ihr Siedlungsgebiet liegt in relativ gro\u00dfer geographischer Distanz zu anderen Carib-Gruppen&#8220;, erl\u00e4uterte Projektmitarbeiterin Goletz. &#8222;Die unmittelbaren Nachbargruppen der Yukpa sprechen Chibcha- und Arawak-Sprachen.&#8220;<br \/>\nDie einzelnen Untergruppen der Yupka zeigen zum Teil betr\u00e4chtliche Unterschiede auf sprachlicher wie auf soziokultureller Ebene. Dennoch wurden weder die au\u00dfergew\u00f6hnliche Stellung der Yukpa, noch die Unterschiede zwischen den einzelnen Untergruppen bisher systematisch untersucht. &#8222;Wir m\u00f6chten mit unseren Forschungen diese L\u00fccke anhand einer vergleichenden Analyse von Sch\u00f6pfungsmythen und deren lebensweltlichen und soziokosmologischen Implikationen schlie\u00dfen&#8220;, erkl\u00e4rte der Projektleiter.<br \/>\nDas Team kann auf einen reichhaltigen Bestand von Yukpa-Sch\u00f6pfungsmythen zur\u00fcckgreifen. Halbmayer und seine Mitarbeiterinnen m\u00f6chten sie in einem ersten Schritt systematisch aufarbeiten. Dazu geh\u00f6ren die Verschriftlichung, die sprachwissenschaftliche Erl\u00e4uterung der Wortbedeutungen, \u00dcbersetzung ins Englische sowie ethnografische Kontextualisierung der Aussagen in den Erz\u00e4hlungen.<br \/>\nDie Forschungsgruppe plant dar\u00fcber hinaus, in einem zweiten Schritt die Mythen der Yupka mit jenen anderer Carib-Gruppen sowie den Sch\u00f6pfungsmythen der Chibcha- und Arawak- Sprecher zu vergleichen. &#8222;Das Projekt wird zu einer systematischen vergleichenden Analyse indigener Kosmologien im Norden S\u00fcdamerikas beitragen&#8220;, fasste Projektleiter Halbmayer den Zweck des Vorhabens zusammen.<br \/>\nNachdem das Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie der Philipps-Universit\u00e4t in den Bereichen Forschung und Bildung bereits seit einigen Jahren mit Yukpa-Gemeinden zusammenarbeitet, vereinbarte es im Sommer mit zwei dieser Gemeinden eine offizielle Kooperation. Die Yukpa-Gemeinden Iroka und Sokorpa liegen in einem Gebirge Nordwest-Kolumbiens.<br \/>\n&#8222;Wir freuen uns \u00fcber die Formalisierung der Zusammenarbeit&#8220;, erkl\u00e4rte Halbmayer. Zum Auftakt der Kooperation wurde mit lokalen Lehrern ein Workshop zum Thema Schulbildung und Muttersprache veranstaltet. &#8222;Die Kooperation soll im DFG-Projekt Sprache und Mythen der Yukpa weitergef\u00fchrt und ausgebaut werden&#8220;, erl\u00e4uterte der Anthropologe.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sprache und Mythen aus S\u00fcdamerika stehen im Zentrum eines neuen Forschungsvorhabens des Fachgebiets Kultur- und Sozialanthropologie der Philipps-Universit\u00e4t. 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