{"id":12887,"date":"2023-06-15T20:40:00","date_gmt":"2023-06-15T18:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=12887"},"modified":"2023-06-16T08:42:02","modified_gmt":"2023-06-16T06:42:02","slug":"einschraenkungen-einschraenken-auszeit-fuer-gesundheit-foerdert-teilhabe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=12887","title":{"rendered":"Einschr\u00e4nkungen einschr\u00e4nken: Auszeit f\u00fcr Gesundheit f\u00f6rdert Teilhabe"},"content":{"rendered":"<p>Eine positive Zwischenbilanz zur &#8222;Auszeit f\u00fcr Gesundheit&#8220; hat der Landkreis am Donnerstag (15. Juni) gezogen. Das Projekt unterst\u00fctzt Langzeitarbeitslose mit dauerhaften gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nMit der &#8222;Auszeit f\u00fcr Gesundheit&#8220; unterst\u00fctzt das KreisJobCenter (KJC) des Landkreises Marburg-Biedenkopf Langzeitarbeitslose, die dauerhaft gesundheitlich eingeschr\u00e4nkt sind. Das Ziel ist, ihre Lebenszufriedenheit und ihre gesundheitliche Situation zu verbessern.<br \/>\nIm Landkreis Marburg-Biedenkopf kann das Projekt Erfolge vorweisen: Bisher haben 91 Menschen mit der \u201eAuszeit f\u00fcr Gesundheit\u201c ein Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis gefunden. Das Projekt hat das KJC gemeinsam mit den Jobcentern Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg ins Leben gerufen.<br \/>\nSeit dem Projektbeginn haben in Marburg 418 Personen am Projekt teilgenommen. Davon haben 60 Teilnehmende eine sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung aufgenommen und weitere 31 Personen eine geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigung. Aber auch kleine Ver\u00e4nderungen der gesundheitlichen und allgemeinen Lebenssituation hat das Projekt erreicht. So haben die Teilnehmenden beispielsweise ein Ehrenamt \u00fcbernommen, sind einem Verein beigetreten oder k\u00fcmmern sich um ihre Finanzen mithilfe einer Schuldnerberatung. Urspr\u00fcnglich sollte sich das Projekt an die Altersgruppe der 40- bis 60-J\u00e4hrigen richten. Es zeigte sich aber schnell, dass auch bei den Personen unter 40 Jahren gro\u00dfe, langandauernde gesundheitliche Einschr\u00e4nkungen vorhanden sind.<br \/>\nIn C\u00f6lbe befindet sich das &#8211; f\u00fcr das Projekt im Landkreis geschaffene &#8211; &#8222;Zentrum f\u00fcr Gesundheit, Pr\u00e4vention und Teilhabe&#8220; des Fachbereichs Integration und Arbeit des Kreises. Den Projektteilnehmenden steht hier ein gro\u00dfer Bewegungsraum f\u00fcr Gruppenangebote zur Verf\u00fcgung, der eine gesch\u00fctzte Atmosph\u00e4re bietet.<br \/>\nZu den Gruppenangeboten geh\u00f6ren unter anderem Ern\u00e4hrungs-, Entspannungs- und Bewegungskurse. Au\u00dferdem haben die Teilnehmenden die M\u00f6glichkeit, sich hinter dem Haus in der Natur zu bewegen oder bei den Gesundheitslotsinnen und -lotsen Termine f\u00fcr die Einzelberatung abzusprechen. Dieses geschulte Personal unterst\u00fctzt die Teilnehmenden 18 Monate lang mit Einzelberatungen, bleiben Ansprechperson und motivieren zu weiteren Schritten auf dem Weg zur Gesundheit, die f\u00fcr die Arbeitsf\u00e4higkeit wichtig ist.<br \/>\nWie relevant die Einzelberatungen durch die Gesundheitslotsenden sind, zeigte eine Befragung der Teilnehmenden durch die Projektleitung. Auch die M\u00f6glichkeiten an einer projektinternen psychologischen Beratung teilzunehmen sowie sich in ansprechenden R\u00e4umlichkeiten zu bewegen, in denen man sich wohlf\u00fchlen kann, lobten die Teilnehmenden.<br \/>\n&#8222;Der Fokus bei \u201aAuszeit f\u00fcr Gesundheit\u2018 liegt auf der Entwicklung individueller Zielsetzungen und neuen Handlungsm\u00f6glichkeiten&#8220;, sagte der Erste Kreisbeigeordnete f\u00fcr Integration und Arbeit Marian Zachow. \u201eMit dem zus\u00e4tzlichen Budget f\u00fcr Gesundheit und Mobilit\u00e4t k\u00f6nnen die Teilnehmenden \u00fcber das Projekt Angebote nutzen, wie beispielsweise der Besuch von Kursen der Volkshochschule oder Schwimmbadbesuche. Damit erm\u00f6glicht es den Menschen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, was wegen der Kosten meist schwierig ist\u201c, so Zachow weiter. Er betonte, dass obwohl die Vermittlung in Arbeit kein priorit\u00e4res Ziel der \u201aAuszeit f\u00fcr Gesundheit\u2018 ist, die Aufnahme einer Besch\u00e4ftigung auch als Ausdruck ihrer dadurch verbesserten Lebenssituation zu sehen sei. \u201eDas Projekt verk\u00f6rpert ein elementares Anliegen: Die Menschen in Arbeitslosigkeit ganzheitlich zu sehen und sie stark zu machen\u201c, sagte Zachow.<br \/>\nDie ehemalige Teilnehmende Heike Grebing ist eine dieser Erfolgsgeschichten, die das Projekt geschrieben hat. Nach einem Jahr \u201eAuszeit f\u00fcr Gesundheit\u201c hat sie eine Vollzeitstelle beim Landgericht bekommen. Grebing ist dort f\u00fcr die Digitalisierung der Akten zust\u00e4ndig.<br \/>\n&#8222;Ich bin froh, dass es das Projekt gibt&#8220;, sagte Grebing. &#8222;Die Chemie zwischen mir und den Mitarbeitenden des Projekts hat gestimmt, sie sind besonders auf meine individuellen Bed\u00fcrfnisse eingegangen.&#8220;<br \/>\nNach meist 18 Monaten ist die &#8222;Auszeit f\u00fcr Gesundheit&#8220; f\u00fcr die Teilnehmenden beendet. Dennoch ist meist weitere Unterst\u00fctzung n\u00f6tig. Dabei stehen die jeweiligen Jobcenter zur Verf\u00fcgung, denn mit der Einf\u00fchrung des B\u00fcrgergeldes steht neben der Vermittlung nun auch die soziale Teilhabe im Vordergrund.<br \/>\n&#8222;Durch den Wegfall des Vermittlungsvorrangs und die F\u00f6rderung der sozialen Teilhabe durch die Einf\u00fchrung des B\u00fcrgergelds haben die Jobcenter mehr Handlungsspielraum&#8220;, sagte Leiterin Andrea Martin vom Fachbereich Integration und Arbeit des Landkreises. &#8222;Dadurch k\u00f6nnen die Erkenntnisgewinne aus dem Projekt in die regelhafte Betreuung der Betroffenen eingebunden werden.&#8220;<br \/>\n&#8222;Auszeit f\u00fcr Gesundheit&#8220; wird durch das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) mit dem Bundesprogramm &#8222;Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben \u2013 rehapro&#8220; gef\u00f6rdert. Das Projekt hat das KJC gemeinsam mit den Jobcentern Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg ins Leben gerufen. Bis zum Ende des Projektzeitraums im Juli 2025 sollen insgesamt 700 Menschen gef\u00f6rdert werden und je nach Ausgangslage ihre eigenen pers\u00f6nlichen neuen Wege gehen und individuellen Erfolgsgeschichten schreiben.<\/p>\n<p>* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine positive Zwischenbilanz zur &#8222;Auszeit f\u00fcr Gesundheit&#8220; hat der Landkreis am Donnerstag (15. Juni) gezogen. 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