{"id":12885,"date":"2023-06-15T18:08:18","date_gmt":"2023-06-15T16:08:18","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=12885"},"modified":"2023-06-16T08:27:09","modified_gmt":"2023-06-16T06:27:09","slug":"bestaende-begutachten-kunstmuseum-forscht-nach-ns-raubgut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=12885","title":{"rendered":"Best\u00e4nde begutachten: Kunstmuseum forscht nach NS-Raubgut"},"content":{"rendered":"<p>Das Kunstmuseum forscht nach NS-Raubgut in seinem Bildbestand. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste f\u00f6rdert die Provenienzforschung zu 150 Bildern aus der Sammlung des Museums.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDas Museum f\u00fcr Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universit\u00e4t hat erfolgreich eine F\u00f6rderung f\u00fcr ein zweij\u00e4hriges Projekt eingeworben. Die Gesamtf\u00f6rdersumme betr\u00e4gt rund 160.000 Euro und wird vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in der F\u00f6rderlinie &#8222;Provinienzforschung im Bereich NS-Raubgut&#8220; finanziert. Das Museum hat Werke von unklarer Herkunft im Bestand. Darunter sind Gem\u00e4lde von Alexej von Jawlensky, Paul Klee, Lovis Corinth, Gustave Courbet und Carl Spitzweg.<br \/>\nZun\u00e4chst sollen 150 Bilder aus der Sammlung erforscht werden. In den Bestand kamen Kunstwerke auch w\u00e4hrend der NS-Zeit teilweise \u00fcber Akteure des Kunsthandels, die unter Provenienzforscher*innen als &#8222;Red Flag Names&#8220; \u2013 und damit besonders verd\u00e4chtig &#8211; gelten, mit NS-Raubkunst gehandelt zu haben. Zwei Bilder stammen aus j\u00fcdischem Besitz.<br \/>\nDie Sammlungen des Marburger Kunstmuseums umfassen insgesamt etwa 8.200 Objekte. Darunter befinden sich 1.356 Gem\u00e4lde.<br \/>\n&#8222;Mit der Untersuchung soll ein Anfang gemacht werden, die Kunstsammlung des Museums auf Werke hin zu untersuchen, die in der NS-Zeit unrechtm\u00e4\u00dfig entzogen wurden, und damit die Grundlage f\u00fcr faire und gerechte L\u00f6sungen zu schaffen&#8220;, erkl\u00e4rte Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck. &#8222;Das Projekt beabsichtigt auch, die wesentlichen Akteure zu erforschen, die die Entwicklung des Museums damals steuerten sowie die Interessen der beteiligten Institutionen kritisch zu reflektieren.&#8220;<br \/>\nUniversit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Dr. Thomas Nauss erl\u00e4uterte die Beweggr\u00fcnde: &#8222;Die Universit\u00e4t stellt sich mit diesem Projekt ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und erzeugt Transparenz im Hinblick auf die Sammlung des Museums. Mauss fuhr fort: &#8222;Die W\u00fcrdigung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.&#8220;<br \/>\nDas Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat in der ersten F\u00f6rderrunde 2023 insgesamt 1,76 Millionen Euro f\u00fcr Provenienzforschung im Bereich NS-Raubgut vergeben. Damit erhalten 17 Forschungsprojekte an Museen, Bibliotheken und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie eine private Antragstellerin finanzielle Unterst\u00fctzung, um zum Beispiel ihre Sammlung auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut hin zu untersuchen. Die Entscheidung \u00fcber die F\u00f6rderung trifft der Vorstand des Zentrums auf Empfehlung seines F\u00f6rderbeirats.<br \/>\nZu weiteren gef\u00f6rderten Institutionen der aktuellen F\u00f6rderrunde z\u00e4hlt die Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, wo die Bibliothek des Dokumentationszentrums auf NS-Raubgut hin untersucht werden soll. Ebenso wird die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften G\u00f6rlitz gef\u00f6rdert, in der Buchbest\u00e4nde einer Gelehrtenvereinigung und einer pietistischen Vereinigung untersucht werden sollen.<br \/>\nDas von Bund, L\u00e4ndern und kommunalen Spitzenverb\u00e4nden 2015 gegr\u00fcndete Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg ist in Deutschland zentraler Ansprechpartner zu Fragen unrechtm\u00e4\u00dfig entzogenen Kulturguts. Das Zentrum wird von der Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien institutionell gef\u00f6rdert und erh\u00e4lt von dort auch die Mittel f\u00fcr seine Projektf\u00f6rderung.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kunstmuseum forscht nach NS-Raubgut in seinem Bildbestand. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste f\u00f6rdert die Provenienzforschung zu 150 Bildern aus der Sammlung des Museums.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5,3],"tags":[252,1796,5127],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-3lP","jetpack-related-posts":[{"id":12655,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=12655","url_meta":{"origin":12885,"position":0},"title":"\u00dcberw\u00e4ltigt: Werner Krieglstein ins Licht ger\u00fcckt","date":"23. Mai 2023","format":false,"excerpt":"Das Kunstmuseum der Philipps-Universit\u00e4t zeigt Werke Konkreter Kunst. 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