{"id":12679,"date":"2023-05-26T13:10:19","date_gmt":"2023-05-26T11:10:19","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=12679"},"modified":"2023-05-26T13:10:19","modified_gmt":"2023-05-26T11:10:19","slug":"vorbehaltlich-versuch-gene-beeinflussen-magenkrebs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=12679","title":{"rendered":"Vorbehaltlich Versuch: Gene beeinflussen Magenkrebs"},"content":{"rendered":"<p>Eine Genomstudie hat neue Risikogene f\u00fcr Magenkrebs gefunden. Die europaweite Kooperation der Hochschulmedizin identifizierte Gene, die Krebserkrankungen des Verdauungstrakts beeinflussen. <!--more--><br \/>\nDie Blutgruppe eines Menschen beeinflusst sein Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Das ist eines der Ergebnisse einer Metastudie, die genetische Risikofaktoren f\u00fcr verschiedene Untertypen von Magenkrebs analysiert hat. Der Marburger Humangenetiker Prof. Dr. Johannes Schumacher koordinierte gemeinsam mit dem Gastroenterologen Prof. Dr. Marino Venerito von der Universit\u00e4tsmedizin Magdeburg die Studie zahlreicher europ\u00e4ischer Zentren, die im Fachblatt &#8222;eBioMedicine&#8220; \u00fcber ihre Ergebnisse berichten.<br \/>\n&#8222;Magenkrebs ist im klinischen Erscheinungsbild uneinheitlich&#8220;, erkl\u00e4rte Schumacher. &#8222;Das gilt sowohl hinsichtlich der Lage des Tumors, als auch hinsichtlich der betroffenen Gewebe.&#8220; Die Studie arbeitet heraus, welche genetischen Risiken f\u00fcr die verschiedenen Subtypen bestehen.<br \/>\n&#8222;Uns interessiert au\u00dferdem, ob es genetische Zusammenh\u00e4nge zwischen Magenkrebs und Speiser\u00f6hrenkrebs gibt, also zwei Erkrankungen des Verdauungstraktes&#8220;, legte Venerito dar, der die Studie gemeinsam mit Schumacher leitete. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verwerteten die Daten von zehn europaweiten Genomstudien, die es zu Magenkrebs gr\u00f6\u00dftenteils noch nicht gab.<br \/>\nSolche Studien nutzen das Vorliegen molekularer Varianten, die \u00fcber die gesamte L\u00e4nge der DNA verteilt sind. Dadurch lassen sich die genetischen Risikofaktoren aufsp\u00fcren, die der Krebserkrankung urs\u00e4chlich zugrunde liegen vorliegen. Au\u00dferdem f\u00fchrte das Team eine Transkriptomstudie durch.<br \/>\n&#8222;Mit dieser Methode konnten auch diejenigen Gene identifiziert werden, die durch die genetischen Risikofaktoren beim Magenkarzinom fehlgesteuert werden&#8220;, f\u00fchrte Schumacher aus. &#8222;Insgesamt schlie\u00dft unsere Studie mehr als 5.800 Personen mit Magenkrebs ein, die sie mit knapp 11.000 krebsfreien Personen vergleicht&#8220;, erl\u00e4uterte Schumachers Mitarbeiter Timo He\u00df,. Er ist einer der Leitautoren des Fachaufsatzes.<br \/>\nF\u00fcr die Transkriptomstudie lagen Gewebeproben aus dem Magen von 360 Probandinnen und Probanden vor. Die Analyse best\u00e4tigte f\u00fcr f\u00fcnf bereits bekannte DNA-Abschnitte, dass sie mit Magenkrebs-Unterarten in Zusammenhang stehen.<br \/>\n&#8222;Zwei weitere Stellen kamen durch unsere Studie neu hinzu&#8220;, berichtete der Marburger Bioinformatiker Dr. Carlo Maj. Er ist ein weiterer Leitautor aus Schumachers Labor.<br \/>\nF\u00fcr eine bestimmte Stelle mit einem Risikogen fand das Team heraus, dass Menschen mit Blutgruppe 0 ein geringeres Risiko tragen, an Magenkrebs zu erkranken. Blutgruppe A hingegen erh\u00f6ht das Risiko.<br \/>\n&#8222;Unsere Analyse best\u00e4tigt: Die molekularen Prozesse, die einer Magenkrebserkrankung zugrunde liegen, sind je nach Auspr\u00e4gung des Krebs-Subtyps sehr unterschiedlich&#8220;, fasste Schumacher die Ergebnisse zusammen. &#8222;Die Befunde deuten au\u00dferdem auf gemeinsame molekulare Mechanismen hin, die sowohl der Entstehung von Magenkrebs als auch von Speiser\u00f6hrenkrebs zugrunde liegen.&#8220;<br \/>\nDie Krebsforschung geh\u00f6rt zu den St\u00e4rken der Lebenswissenschaften an der Philipps-Universit\u00e4t. Der Mediziner Prof. Dr. Johannes Schumacher lehrt Humangenetik an der Philipps-Universit\u00e4t. Prof. Dr. Marino Venerito leitet den Bereich Gastrointestinale Onkologie an derUniversit\u00e4tsklinik f\u00fcr Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie der Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t in Magdeburg.<br \/>\nBeide koordinieren gemeinsam das Forschungsprojekt &#8222;StaR&#8220; zu den Ursachen des Magenkarzinoms.Dr. Carlo Maj leitet die Bioinformatik am Marburger Institut f\u00fcr Humangenetik.<br \/>\nNeben den beiden Arbeitsgruppen beteiligten sich zahlreiche Zentren aus ganz Europa an der Studie. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterst\u00fctzte die wissenschaftliche Arbeit finanziell.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Genomstudie hat neue Risikogene f\u00fcr Magenkrebs gefunden. 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Die Forschungsgruppe kombinierte f\u00fcr ihre Analyse die Daten mehrerer Studien, was die Stichprobengr\u00f6\u00dfe auf \u00fcber\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":9641,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=9641","url_meta":{"origin":12679,"position":3},"title":"Aufgekl\u00e4rt: Fehlerkorrektur sabotiert Therapie","date":"24. Mai 2022","format":false,"excerpt":"Ein Forschungsteam hat den Resistenzmechanismus gegen ein Leuk\u00e4mie-Medikament aufgekl\u00e4rt. Die Fehlerkorrektur an der DNA sabotiert die Krebstherapie. Ein Forschungsteam aus Marburg und M\u00fcnchen hat mehrere Gene identifiziert, die Fehler im Programmcode von Krebszellen korrigieren, was die Krebszellen unempfindlich gegen Medikamente macht. 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