{"id":1261,"date":"2017-10-27T19:16:11","date_gmt":"2017-10-27T17:16:11","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1261"},"modified":"2017-10-27T19:16:11","modified_gmt":"2017-10-27T17:16:11","slug":"anerkennung-ehrendoktorwuerde-fuer-die-kanadische-kuratorin-ydessa-hendeles","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1261","title":{"rendered":"Anerkennung: Ehrendoktorw\u00fcrde f\u00fcr die kanadische Kuratorin Ydessa Hendeles"},"content":{"rendered":"<p>Die Ehrendoktorw\u00fcrde hat der Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften der Kanadierin Ydessa Hendeles verliehen. Die Feier fand am Donnerstag (26. Oktober) in der Aula der Alten Universit\u00e4t statt. <!--more--><br \/>\nUniversit\u00e4t und Fachbereich ehrten die langj\u00e4hrige k\u00fcnstlerische und kuratorische Arbeit der kanadischen Kuratorin, K\u00fcnstlerin, Sammlerin und Kulturwissenschaftlerin und ihre wichtigen Beitr\u00e4ge zur Kunstf\u00f6rderung und -vermittlung. &#8222;Marburg wird immer in meinem Reisepass stehen&#8220;, sagte Hendeles bei der Verleihung der Ehrendoktorw\u00fcrde. &#8222;Diese Stadt ist ein fester Teil von mir und tief in meinem Herzen verankert.&#8220;<br \/>\nSeit rund 45 Jahren ist Hendeles als Sammlerin, Kunsttherapeutin, Dozentin, Designerin, Galeristin und vor allem als Kuratorin von weltweit beachteten Kunstausstellungen t\u00e4tig. Ihre k\u00fcnstlerische Arbeit besteht im Finden, Ausw\u00e4hlen, Gruppieren und Pr\u00e4sentieren von Werken anderer K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler und kulturhistorischer Objekte in einer eigenen Form. Einen Einblick in ihre T\u00e4tigkeit gab Hendeles in einer Pr\u00e4sentation zu ihrer Ausstellung &#8222;The Wedding (The Walker Evans Polaroid Project): A Curatorial Composition&#8220;.<br \/>\nIn der Ausstellung stellte Hendeles unterschiedliche Werke in einen neuen Zusammenhang. Beispielsweise arrangierte sie eine Reihe von Polaroid-Fotos, die von gr\u00f6\u00dferen Drucken unterbrochen wurden, gemeinsam in einem Raum mit kleinen Kirchenb\u00e4nken. Die Sitzgelegenheiten wandten sich einem zentralen Hauptobjekt im Raum zu &#8211; einem verzierten, gew\u00f6lbten Vogelk\u00e4fig aus aufwendig poliertem Holz. Ein Beispiel daf\u00fcr, wie Hendeles Beziehungen und Verbindungen zwischen einzelnen Werken und somit auch neue Sinnzusammenh\u00e4nge herstellt.<br \/>\n&#8222;Ihre Arbeit unterscheidet sich vom klassischen Kuratieren &#8211; es handelt sich vielmehr um ein forschendes Sammeln, das der Wissenschaft durchaus verwandt ist&#8220;, sagte Prof. Dr. Hubert Locher, Direktor des Deutschen Dokumentationszentrums f\u00fcr Kunstgeschichte &#8211; Bildarchiv Foto Marburg, in seiner Laudatio. &#8222;Ydessa Hendeles ist eine Kuratorin, die sich erlaubt, eigene Aussagen zu machen. Sie schafft dadurch R\u00e4ume und Installationen von hoher \u00e4sthetischer Qualit\u00e4t. Diese thematisieren, oft pers\u00f6nlich oder familienbiographisch motiviert, Bilder des kulturellen Ged\u00e4chtnisses, schaffen neue Sinnzusammenh\u00e4nge oder bringen unaussprechliche Befindlichkeiten zu Tage.&#8220; Damit leiste sie einen herausragenden Beitrag zur Aktivierung des erkenntnisf\u00f6rdernden und gesellschaftsbildenden Potenzials der Kunst.<br \/>\n&#8222;Es geht um unser In-der-Welt-sein, das niemals direkt und unvermittelt ist, sondern stets Werkzeuge bedarf &#8211; Sprache, Kunst, Medien&#8220;, sagte Dekan Prof. Dr. Malte Hagener vom Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften. Damit zog er einen Vergleich zu den Disziplinen seines Fachbereichs.<br \/>\n&#8222;Der Fachbereich setzt sich mit Kommunikation und Vermittlung, mit Medialit\u00e4t und Kunst auseinander&#8220;, erl\u00e4uterte Hagener. &#8222;Es gibt unter anderem Forschungen zur barocken Deckenmalerei, zu regionalen Variet\u00e4ten des Deutschen, zu Sondersendungen im Fernsehen oder zur Rolle von H\u00f6rb\u00fcchern f\u00fcr die Lesemotivation. Ich bin stolz, dass unser Fachbereich so vielgestaltig ist.&#8220;<br \/>\nHagener bedankte sich f\u00fcr das gro\u00dfe Interesse, das Hendeles bei ihrem Besuch f\u00fcr das Schaffen des Fachbereichs zeigte. Hendeles kam unter anderem auch mit Studierenden der Bildenden Kunst in den Masterateliers und des Marburger Zentrums f\u00fcr Kanadastudien ins Gespr\u00e4ch.<br \/>\n&#8222;Wir sind sehr stolz auf unsere Kanada-Studien&#8220;, erkl\u00e4rte Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Krause am Abend. Sie freute sich \u00fcber die besondere Ehre, Hendeles in ihrer Geburtsstadt Marburg begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen.<br \/>\nAusgebildet in Social and Philosophical Studies an der University of Toronto sowie in Bildender Kunst und Kunsttherapie an der New School of Art, leitete Hendeles in den 80er Jahren eine der bedeutendsten Galerien Torontos f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische kanadische Kunst. Sie nannte sich &#8222;The Ydessa Gallery&#8220;. 1988 gr\u00fcndete sie die Ydessa Hendeles Art Foundation, die sich seitdem dem Sammeln und Ausstellen international diskutierter k\u00fcnstlerischer Positionen widmet zum Beispiel aus den Bereichen Fotografie und Konzeptkunst.<br \/>\n2003 wurde Hendeles erstmals als Kuratorin nach Deutschland eingeladen. Im Haus der Kunst in M\u00fcnchen pr\u00e4sentierte sie die Ausstellung &#8222;Partners (The Teddy Bear Project)&#8220;.<br \/>\nDiese vieldiskutierte Ausstellung begr\u00fcndete ihren internationalen Ruf als Spezialistin f\u00fcr subtile und assoziative Operationen an der \u00f6ffentlichen Ged\u00e4chtniskultur. Mit ihren partizipativen Szenografien positioniert sie sich an der Schnittstelle von kuratierter Ausstellung und k\u00fcnstlerischer Rauminstallation.<br \/>\n2009 wurde Hendeles an der Universiteit van Amsterdam promoviert. Angeregt durch die niederl\u00e4ndische Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Mieke Bal, thematisierte sie in ihrer Dissertationsschrift &#8222;Curatorial Compositions&#8220; die eigene Arbeitsweise als Kuratorin.<br \/>\n2010 realisierte sie im Marburger Kunstverein ihre kuratorische Komposition &#8222;Marburg! The Early Bird&#8220;. Den Ausgangspunkt dieses assoziationsreichen Ausstellungsprojekts bildete ihre Geburt in Marburg im Jahr 1948 als Tochter j\u00fcdischer Eltern, die wenige Jahre der Nachkriegszeit in der Universit\u00e4tsstadt verbrachten. 1950 siedelte die Familie dann nach Toronto \u00fcber.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ehrendoktorw\u00fcrde hat der Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften der Kanadierin Ydessa Hendeles verliehen. Die Feier fand am Donnerstag (26. 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