{"id":12249,"date":"2023-03-27T14:16:38","date_gmt":"2023-03-27T12:16:38","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=12249"},"modified":"2023-03-27T14:16:38","modified_gmt":"2023-03-27T12:16:38","slug":"engagement-gefoerdert-7-millionen-fuer-forschung-zu-klimaanpassung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=12249","title":{"rendered":"Engagement gef\u00f6rdert: 7 Millionen f\u00fcr Forschung zu Klimaanpassung"},"content":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Lars Opgenoorth koordiniert eine neue DFG Forschungsgruppe zur Klimaanpassung von Waldb\u00e4umen. Rund sieben Millionen Euro flie\u00dfen dabei an sechs Forschungseinrichtungen. <!--more--><br \/>\nDer sch\u00e4dliche Einfluss des Klimawandels auf die europ\u00e4ischen W\u00e4lder ist seit der D\u00fcrre 2018 weithin sichtbar. Unklar ist, welche Anpassungspotenziale die W\u00e4lder angesichts der drastischen und rasanten Umweltver\u00e4nderungen haben. Eine internationale und interdisziplin\u00e4re Forschungsgruppe unter Leitung des Marburger Pflanzen\u00f6kologen Prof. Dr. Lars Opgenoorth will in den n\u00e4chsten acht Jahren dieser Frage nachgehen.<br \/>\nDabei nehmen die Forschenden einen besonderen Blickwinkel ein: &#8222;Wie auch der Mensch, sind Pflanzen auf das enge Zusammenleben mit einer Vielzahl an Mikroorganismen und ihrer funktionellen Eigenschaften &#8211; dem sogenannten Mikrobiom &#8211; angewiesen&#8220;, erkl\u00e4rte Opgenoorth. &#8222;Wir wollen herausfinden, inwieweit die Interaktion zwischen Baum und Mikrobiom der Pflanze hilft, mit Trockenstress und Herbivorie zurecht zu kommen.&#8220;<br \/>\nWie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mitteilte, wird sie im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) die Forschungsgruppe PhytOakmeter in den n\u00e4chsten vier Jahren mit etwa sieben Millionen Euro f\u00f6rdern, wovon die Philipps-Universit\u00e4t als Koordinatorin rund 2,5 Millionen Euro erh\u00e4lt. Bei erfolgreicher Arbeit ist danach eine zweite Forschungsphase von weiteren vier Jahren vorgesehen. Neben der federf\u00fchrenden Universit\u00e4t in Marburg sind die Universit\u00e4ten Freiburg und Leipzig, das Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) am Standort Halle, die Eidgen\u00f6ssische Forschungsanstalt f\u00fcr Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf in der Schweiz sowie das Deutsche Zentrum f\u00fcr integrative Biodiversit\u00e4tsforschung (iDiv) an dem Projekt beteiligt.<br \/>\n&#8222;Wir bringen in der Forschungsgruppe ein einzigartiges Know-how aus \u00d6kologie, Physiologie, Genetik und Epigenetik auf der Pflanzenseite sowie Expert*innen der Mikrobiologie, der Mykorrhiza, Insekten und Nematoden auf der anderen Seite zusammen&#8220;, erl\u00e4uterte Opgenoorth. Der Projektname &#8222;PhytOakmeter&#8220; ist dabei Programm der Kooperation.<br \/>\nDie Eiche &#8222;engl. Oak&#8220; und ihr Mikrobiom sollen in ihrer Reaktion auf Umweltver\u00e4nderungen so gut verstanden werden, dass sie als Pflanzensensor (&#8222;Phytometer&#8220;) f\u00fcr Klimastress im Wald gelten k\u00f6nnen. Den Forschenden kommt dabei entgegen, dass sie bei der betrachteten Stieleiche (Quercus robur L.) \u00fcber einen 40 Jahre alten Klon verf\u00fcgen, der sich einfach vermehren und auf einem N\u00e4hrmedium heranziehen l\u00e4sst. Klon bedeutet dabei, dass die Eichen genetisch identisch sind und bereits kleine Stecklinge manche Eigenschaften von erwachsenen B\u00e4umen haben.<br \/>\nDie Forschenden k\u00f6nnen so herausfinden, wie stark die Rolle der Lebenspartner, des Mikrobioms bei Anpassungsleistungen sein kann. In ihren Experimenten untersucht die Forschungsgruppe die Eichenspr\u00f6sslinge in sogenannten &#8222;Ecotronen&#8220; am iDiv\/UFZ und der Universit\u00e4t Freiburg, wo sie Umweltparameter wie Hitze und Trockenstress variieren k\u00f6nnen und den Gasaustausch der Pflanzen verfolgen k\u00f6nnen. Daneben wird der Klon in den Forschungsw\u00e4ldern der Universit\u00e4ten in Marburg und Basel sowie an zw\u00f6lf Standorten zwischen S\u00fcdwestfrankreich und S\u00fcdfinnland untersucht.<br \/>\nDie Fachleute betrachten in allen Forschungsplattformen die Interaktionen des Wurzelwerks mit spezialisierten Pilzen und Wurzelnematoden. Andere untersuchen hoch oben Fra\u00dfinsekten in den Baumwipfeln.<br \/>\n&#8222;Wir suchen in den Daten nach Mustern und Mechanismen, wie sich Eichen auf den Klimawandel einstellen&#8220;, berichtete Koordinator Opgenoorth. &#8222;Das Projekt st\u00e4rkt den exzellenten und international sichtbaren Profilbereich ,Mikrobiologie, Biodiversit\u00e4t und Klima&#8216; an der Philipps-Universit\u00e4t&#8220;, kommentierte der Biochemiker Prof. Dr. Gert Bange in seiner Funktion als Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Forschung an der Philipps-Universit\u00e4t. &#8222;Es k\u00f6nnte ein Meilenstein f\u00fcr die Pflanzenwissenschaften im Allgemeinen und die Wald\u00f6kologie im Speziellen werden, da hier mit der Eiche ein Modellorganismus f\u00fcr h\u00f6here Pflanzen etabliert wird.&#8220;<br \/>\nAus ihren Ergebnissen wollen die Forschenden auch ableiten, wie bei k\u00fcnftigen Baumanpflanzungen der Waldbaum mit seinem Mikrobiom ideal f\u00fcr den Boden und zu erwartende Umweltver\u00e4nderungen vorbereitet werden kann. &#8222;Denkbar w\u00e4re es zum Beispiel, den Keim- oder Spr\u00f6ssling des Baums gezielt mit einer Mikrobengemeinschaft zu beimpfen, die ihn robuster gegen Trockenstress macht&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Anke Becker vom Marburger Zentrum f\u00fcr Synthetische Mikrobiologie (synmikro), die ebenfalls am Projekt beteiligt ist.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Lars Opgenoorth koordiniert eine neue DFG Forschungsgruppe zur Klimaanpassung von Waldb\u00e4umen. 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