{"id":12028,"date":"2023-02-27T14:05:59","date_gmt":"2023-02-27T13:05:59","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=12028"},"modified":"2023-02-27T14:05:59","modified_gmt":"2023-02-27T13:05:59","slug":"an-affen-negativpreis-der-aerzte-gegen-tierversuche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=12028","title":{"rendered":"An Affen: Negativpreis der &#8222;\u00c4rzte gegen Tierversuche&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Der Verein &#8222;\u00c4rzte gegen Tierversuche&#8220; vergibt einen Negativpreis f\u00fcr den schlimmsten Tierversuch. Die Philipps-Universit\u00e4t ist f\u00fcr dieses &#8222;Herz aus Stein&#8220;&#8220; nominiert. <!--more--><br \/>\nDer Verein &#8222;\u00c4rzte gegen Tierversuche&#8220; ruft zur Online-Abstimmung \u00fcber das &#8222;Herz aus Stein 2023&#8220; auf. Der bundesweite Verein will damit auf besonders grausame und absurde Tierversuche aufmerksam machen, die in Deutschland durchgef\u00fchrt worden sind. Zur Wahl stehen f\u00fcnf Versuche, die zwischen 2020 und 2022 in Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht wurden.<br \/>\nDarunter befindet sich auch ein Negativbeispiel aus Marburg. Die Arbeitsgruppe Neurophysik der Philipps-Universit\u00e4t und das Center for Mind, Brain and Behavior (CMBB) sind f\u00fcr einen Versuch nominiert, bei dem Affen durch Durst gezwungen werden, mit angeschraubtem Kopf in einem Primatenstuhl zu sitzen und auf einen Bildschirm zu starren, w\u00e4hrend ihre Gehirnaktivit\u00e4t mit Elektroden vermessen wird.<br \/>\n&#8222;Von Tierversuchsbef\u00fcrwortern wird oft behauptet, dass Tierversuche zum Wohle des Menschen durchgef\u00fchrt werden&#8220;, sagte die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Johanna Walter vom K\u00f6lner Verein &#8222;\u00c4rzte gegen Tierversuche&#8220;. &#8222;Auch wird das Leid der Tiere in den Versuchen zumeist verharmlost.&#8220;<br \/>\nDer Preis &#8222;Herz aus Stein&#8220; soll dieser gezielten Fehlinformation entgegenwirken und dar\u00fcber informieren, welch absurde und grausame Versuche in deutschen Tierversuchslaboren tats\u00e4chlich durchgef\u00fchrt werden. &#8222;Mit der Abstimmung bringen wir daf\u00fcr exemplarisch einige der Versuche ans Licht der \u00d6ffentlichkeit&#8220;, erkl\u00e4rte Walter vom.<br \/>\nDie Arbeitsgruppe Neurophysik der Philipps-Universit\u00e4t und das Center for Mind, Brain and Behavior (CMBB) f\u00fchrten Versuche mit zwei &#8211; als &#8222;O&#8220; und &#8222;S&#8220; bezeichneten &#8211; Rhesusaffen durch. Den Tieren wurde ein &#8222;Kopfhaltersystem&#8220; am Sch\u00e4del montiert. Bei &#8222;O&#8220; wurde zus\u00e4tzlich ein Loch in den Sch\u00e4del gebohrt und dar\u00fcber eine Messkammer befestigt, die in weiteren Versuchen genutzt werden sollte, um Elektroden in das Gehirn zu sto\u00dfen.<br \/>\nDen Tieren wurden dann Kappen mit Elektroden auf den Kopf gesetzt. Bei &#8222;S&#8220; enthielten sie 15 Elektroden. Bei &#8222;O&#8220; war wegen der Messkammer nur noch Platz f\u00fcr 6 Elektroden.<br \/>\nBei den Versuchen mussten die Tiere mit fixiertem Kopf in einem Primatenstuhl sitzen. Ihre Aufgabe bestand darin, einen kleinen roten Punkt auf einem Bildschirm anzustarren, auf dem sich 600 wei\u00dfe Punkte hin und her bewegten. Wenn die Tiere alles richtig gemacht hatten, erhielten die durch Durst zur Mitarbeit in den Versuchen &#8222;motivierten&#8220; Affen etwas Fl\u00fcssigkeit.<br \/>\n&#8222;Dieser Versuch zeigt einmal mehr, wie Affen f\u00fcr die Hirnforschung leiden und mehrfach in verschiedenen Versuchen eingesetzt werden&#8220;, emp\u00f6rte sich Walter.<br \/>\n&#8222;Dies erinnert an das Schicksal des Affen Jara, dessen Autopsie-Befunde wir im Oktober ver\u00f6ffentlicht haben.&#8220;<br \/>\nZudem zeige der Versuch, &#8222;wie unn\u00f6tig solche Versuche an Affen sind. Denn parallel wurden Versuche mit freiwilligen menschlichen Teilnehmern durchgef\u00fchrt, die f\u00fcr den Menschen relevante Erkenntnisse liefern&#8220;, berichtete Walter. &#8222;Anders als die Versuche mit durstigen und fixierten Affen. Die Universit\u00e4t Marburg h\u00e4tte daher den Negativpreis verdient.&#8220;<br \/>\nNeben der Philipps-Universit\u00e4t sind vier weitere Kandidaten f\u00fcr besonders grausame und absurde Versuche nominiert: So wurden in Bayreuth Fische mit Elektroschocks bet\u00e4ubt und das Zucken der Tiere auf Video aufgezeichnet. Au\u00dferdem wurde gemessen, wie lange die Atmung der Tiere aussetzte.<br \/>\nIn Duisburg-Essen wurden Graumullen die Augen herausgeschnitten, um zu untersuchen, ob dadurch die magnetische Orientierung der Tiere verloren geht und sich ihr Nestbauverhalten \u00e4ndert. In M\u00fcnster wurden Medikamententests an schwangeren Affen durchgef\u00fchrt. Und in Rostock wurden bei M\u00e4usen schmerzhafte Magen-Darm-Erkrankungen hervorgerufen und dann untersucht, ob sich ihr Leid anhand von Blutwerten in Zahlen fassen l\u00e4sst.<br \/>\nDie Versuchsbeschreibungen sind der \u00f6ffentlichen Datenbank des Vereins entnommen, in der zur Zeit \u00fcber 5.300 Beschreibungen von &#8211; in Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlichten &#8211; Tierversuchen aus Deutschland dokumentiert sind. Ausf\u00fchrlicheBeschreibungen der Kandidaten inklusive Originalquellen finden sich auf der Aktions-Webseite.Der Verein betont, dass es sich beiden Kandidaten um Institute handelt und nicht um Personen.<br \/>\nDer Verein &#8222;\u00c4rzte gegen Tierversuche&#8220; setzt sich nicht nur gegen Tierversuche, sondern vor allem f\u00fcr tierversuchsfreie Methoden ein. Um Wissenschaftlern, Politikern und auch der interessierten \u00d6ffentlichkeit zu zeigen, welche modernen, humanrelevanten M\u00f6glichkeiten bereits existieren, hat der Verein eine Datenbank \u00fcber tierversuchsfreie Verfahren angelegt, in der sich bereits \u00fcber 1.600 Eintr\u00e4ge befinden. Diese NAT-Datenbank wurde k\u00fcrzlich mit dem &#8222;Lush Prize&#8220; sowie mit dem Nieders\u00e4chsischen Tierschutzpreis ausgezeichnet.<br \/>\nAls Gegenpol zum Negativpreis &#8222;Herz aus Stein&#8220; lobt der \u00c4rzteverein den mit 20.000 ? dotierten &#8222;Herbert-Stiller-Preis&#8220; f\u00fcr humanrelevante Forschung aus, f\u00fcr den noch bis Ende Mai Forschungsantr\u00e4ge eingereicht werden k\u00f6nnen. Damit will der Verein konkret tierversuchsfreie Forschungsans\u00e4tze f\u00f6rdern, die staatlicherseits nur mit einem Bruchteil der F\u00f6rdergelder f\u00fcr Tierversuche unterst\u00fctzt werden.<br \/>\nDie Abstimmung zum &#8222;Herz aus Stein&#8220; ist anonymisiert. Sie l\u00e4uft von Montag (27. Februar) bis Montag (6. M\u00e4rz) unter <a href=\"http:\/\/www.herz-aus-stein.info\">www.herz-aus-stein.info<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: \u00c4rzte gegen Tierversuche, K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verein &#8222;\u00c4rzte gegen Tierversuche&#8220; vergibt einen Negativpreis f\u00fcr den schlimmsten Tierversuch. 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