{"id":12002,"date":"2023-02-24T08:49:02","date_gmt":"2023-02-24T07:49:02","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=12002"},"modified":"2023-02-24T11:18:05","modified_gmt":"2023-02-24T10:18:05","slug":"krampf-im-krieg-wie-frieden-in-schwierigen-zeiten-gelingt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=12002","title":{"rendered":"Krampf im Krieg: Wie Frieden in schwierigen Zeiten gelingt"},"content":{"rendered":"<p>Der Krieg ist Gewohnheit geworden. Noch ist er gl\u00fccklicherweise aber weit weg. <!--more--><br \/>\nAm 24. Februar 2022 haben russische Truppen das Nachbarland Ukraine angegriffen. Die Hoffnung des russischen Pr\u00e4sidenten Vladimir Putin auf einen schnellen Sieg hat sich gl\u00fccklicherweise nicht erf\u00fcllt. Tragischerweise ist jedoch auch ein Jahr nach Kriegsbeginn kein Ende des verbrecherischen Angriffskriegs in Sicht.<br \/>\nBereits am 26. Februar 2022 hatten vor dem Erwin-Piscator-Haus (EPH) <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=8848\">gut 4.000 Menschen gegen den Krieg<\/a> demonstriert. Schon damals zeigten sich erste Risse in der Front der &#8222;Friedensfreunde&#8220;. W\u00e4hrend die Mehrheit ihre Solidarit\u00e4t mit der Ukraine betonten, haderten einige lange mit m\u00f6glichen Fehlern des Westens im Vorfeld des Waffengangs.<br \/>\nSeither haben sich &#8222;Offene Briefe&#8220; und &#8222;Aufrufe&#8220; mal gegen Waffenlieferungen an die Ukraine gewandt und sich f\u00fcr eine rasche diplomatische &#8222;L\u00f6sung&#8220; ausgesprochen, mal mehr und schlagkr\u00e4ftigere Waffen gefordert und ein schnelleres Handeln der Bundesregierung. Differenzierte Betrachtungen bleiben angesichts dieses Kriegs leicht auf der Strecke, muss sich doch jede und jeder die Frage gefallen lassen, auf wessen Seite sie oder er in diesem Krieg steht. Das moralische Dilemma dabei ist, dass genau diese Kriegslogik mit ihrem Zwang zu eindeutigen Positionierungen friedliche Positionen massiv erschwert.<br \/>\nWer sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine wendet, der begibt sich damit &#8211; meist unfreiwillig &#8211; auf die Seite der Angreifer und des russischen Diktators Putin. Wer sich f\u00fcr Waffenlieferungen ausspricht, der unterwirft sich damit der Logik des Kriegs und dem damit verbundenen Druck, zu t\u00f6ten, um nicht get\u00f6tet zu werden. Wer in Deutschland derzeit diplomatische &#8222;L\u00f6sungen&#8220; einfordert, der leugnet damit nicht nur die absolute Ignoranz der russischen Angreifer gegen\u00fcber dem internationalen V\u00f6lkerrecht und ihre Kriegsverbrechen, sondern setzt sich damit paternalistisch auch \u00fcber das Selbstbestimmungsrecht des ukrainischen Volks hinweg.<br \/>\nDeutsche Besserwisserei braucht dieser Krieg nicht. Wie viele deutsche Waffen er vertragen kann und unbedingt ben\u00f6tigt, das muss die Bundesregierung sorgsam abw\u00e4gen Allerdings muss sie diese Entscheidungen rasch und leise treffen.<br \/>\nUnter Druck setzen lassen sollte sie sich dabei jedoch nicht. Wenn ukrainische Politiker \u00f6ffentlich Kampfjets fordern, dann ist das zwar verst\u00e4ndlich angesichts ihrer Not, aber nicht klug. Der diplomatische Weg sollte der einzige Kanal sein, auf den die Regierenden in Berlin h\u00f6ren.<br \/>\nUkrainische Forderungen nach Streumunition und Phosphorbomben sind ebenfalls kontraproduktiv. Wer derart v\u00f6lkerrechtswidrige Waffen verlangt, der erkl\u00e4rt sich damit selbst zur unseri\u00f6sen Adresse, der man keine Waffen anvertrauen darf. Wer sofort Flugzeuge fordert, kaum dass er Panzer zugesagt bekommen hat, der kann kaum auf k\u00fcnftiges Entgegenkommen hoffen, da er sich damit undankbar und gierig zeigt.<br \/>\nDie Bev\u00f6lkerung muss die Menschen aus der Ukraine unterst\u00fctzen, die nach Deutschland gekommen sind. Inzwischen sollen eine Million Menschen aus der Ukraine in Deutschland sein. Mehr als 1.000 von ihnen leben in Marburg.<br \/>\nAuch Oppositionelle und Deserteure sowie Kriegsdienstentzieher aus Russland m\u00fcssen in Deutschland Schutz erhalten. Wer sich egen den Diktatur Putin stellt, der braucht daf\u00fcr nicht nur Mut, sondern auch Unterst\u00fctzung. Sein Handeln ist mindestens genauso schutzw\u00fcrdig wie das der Gefl\u00fcchteten aus der Ukraine.<br \/>\nIhnen allen tut die ukrainische Regierung keinen Gefallen, wenn sie \u00f6ffentlich Waffen einfordert. Die Diplomatie ist nicht ohne Grund seit Jahrhunderten eher diskret vorgegangen, wenn es um heikle Themen ging. Das sollte der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj ber\u00fccksichtigen, wenn er sich im Westen \u00f6ffentlich inszeniert.<br \/>\nDeutschland ist keine Kriegspartei und darf auch keine werden. Waffenlieferungen sind nur dann vertretbar und m\u00f6glich, wenn sie nicht unter \u00f6ffentlichem Druck erpresst worden sind. Solidarit\u00e4t ist nichts, was man erzwingen kann, sondern etwas, was freiwillig geleistet werden sollte.<br \/>\nDie Solidarit\u00e4t mit der Ukraine ist indes n\u00f6tig und unabwendbar. Wenn Putin ein Sieg \u00fcber die Ukraine gel\u00e4nge, dann st\u00fcnden seine Truppen bald bereits in Warschau, Riga oder Prag. Die Kinder und Frauen aus der Ukraine wie auch ihre M\u00e4nner haben das Mitgef\u00fchl der Menschen in Marburg mehr als verdient, weil sie unter dem Terror eines brutalen Massenm\u00f6rders und seiner willigen Vasallen leiden.<br \/>\nWahrscheinlich werden sie noch mehrere Monate ausharren m\u00fcssen oder vielleicht sogar Jahre. Enden wird dieser verbrecherische Krieg wahrscheinlich erst, wenn der Kriegstreiber Putin tot ist. Trotzdem mag man der Ukraine mit ganzem Herzen ein m\u00f6glichst baldiges Kriegsende w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>* Franz-Josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Krieg ist Gewohnheit geworden. Noch ist er gl\u00fccklicherweise aber weit weg.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12004,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[2,4],"tags":[169,3842,3843],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/marburg.news\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/26502080194_600a172326_b.jpg?fit=1024%2C683","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-37A","jetpack-related-posts":[{"id":8845,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8845","url_meta":{"origin":12002,"position":0},"title":"Kein Krieg in Europa: Solidarit\u00e4t setzt Signale der Hoffnung","date":"26. Februar 2022","format":false,"excerpt":"Furcht verbreitet sich in Europa. Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine macht vielen Menschen Angst. Doch die berechtigte Sorge um den Frieden in Europa f\u00fchrt nicht \u00fcberall zu Resignation. Mit einer Mahnwache unter dem Motto \"Kein Krieg in Europa\" bekunden viele Marburgerinnen und Marburger am Samstag (26. Februar) ab\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":11968,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=11968","url_meta":{"origin":12002,"position":1},"title":"Trostreiche Marburger: Gottesdienst zur Ukraine in der Elisabethkirche","date":"17. Februar 2023","format":false,"excerpt":"Der Krieg in der Ukraine findet noch kein Ende. Zum Jahrestag des Kriegsbeginns ist ein zentraler Gottesdienst in der Elisabethkirche geplant. Seit einem Jahr herrscht Krieg in der Ukraine; und noch immer ist kein Ende abzusehen. In Marburg findet am Samstag (25. Februar) eine von der \"Initiative Zeitenwende\" organisierte Kundgebung\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":8848,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8848","url_meta":{"origin":12002,"position":2},"title":"4.000 f\u00fcr Frieden: Kein Krieg in der Ukraine","date":"27. Februar 2022","format":false,"excerpt":"Gut 4.000 Menschen haben am Samstag (26. Februar) an Meiner Mahnwache f\u00fcr den Frieden teilgenommen. Sie forderten ein sofortiges Ende des Kriegs in der Ukraine. Mit Masken und Abwar der Schriftzug standen die Menschen auf dem gesamten Gel\u00e4nde zwischen dem Erwin-Piscator-Haus (EPH) und dem H\u00f6rsaalgeb\u00e4ude sowie die Biegenstra\u00dfe entlang bis\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":8832,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8832","url_meta":{"origin":12002,"position":3},"title":"Aktion zu Einmarsch: Magistrat ruft zu Mahnwache am Samstag auf","date":"24. Februar 2022","format":false,"excerpt":"\"Kein Krieg in Europa\"lautet das Motto einer Mahnwache am Samstag (26. Februar) vor dem EPH. Dazu hat der Magistrat am Donnerstag (24. Februar) aufgerufen. Unter dem Motto \"Kein Krieg in Europa - Solidarit\u00e4t mit den Menschen in der Ukraine\" l\u00e4dt der Magistrat der Universit\u00e4tsstadt Marburg zu einer Mahnwache f\u00fcr den\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":8830,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8830","url_meta":{"origin":12002,"position":4},"title":"Schalauske zu Russland: F\u00fcr Krieg gibt es keine Rechtfertigung","date":"24. Februar 2022","format":false,"excerpt":"\"F\u00fcr Krieg gibt es keine Rechtfertigung.\" Das erkl\u00e4rte Jan Schalauske am Donnerstag (24. Februar) zum russischen Angriff auf die Ukraine. \"Dieser Angriff ist v\u00f6lkerrechtswidrig, verletzt die Souver\u00e4nit\u00e4t und territoriale Integrit\u00e4t der Ukraine\", erkl\u00e4rte der Vorsitzende und friedenspolitische Sprecher der Fraktion \"Die Linke\" im Hessischen Landtag zum milit\u00e4rischen Angriff Russlands auf\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":8841,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8841","url_meta":{"origin":12002,"position":5},"title":"Gezielt unmenschlich: Friedensfahne und Mahnwache","date":"25. Februar 2022","format":false,"excerpt":"Die Stadt Marburg hisst die Mayors-for-Peace-Fahne als Zeichen der Solidarit\u00e4t mit der Ukraine. Als Zeichen der Solidarit\u00e4t mit den Menschen in der Ukraine und f\u00fcr den Frieden in Europa beflaggt die Universit\u00e4tsstadt Marburg das Rathaus von Samstag (26. Februar) bis einschlie\u00dflich Sonntag (27. Februar). Gemeinsam mit anderen St\u00e4dten wird auch\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12002"}],"collection":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12002"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12002\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12007,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12002\/revisions\/12007"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12004"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/marburg.news\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}