{"id":11790,"date":"2023-01-30T16:32:31","date_gmt":"2023-01-30T15:32:31","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=11790"},"modified":"2023-01-30T16:32:31","modified_gmt":"2023-01-30T15:32:31","slug":"absicherung-im-arbeitsschutz-rp-warnt-vor-abstuerzen-auf-baustellen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=11790","title":{"rendered":"Absicherung im Arbeitsschutz: RP warnt vor Abst\u00fcrzen auf Baustellen"},"content":{"rendered":"<p>Abst\u00fcrze sind eine h\u00e4ufige Ursache f\u00fcr schwere Arbeitsunf\u00e4lle. Absturzsicherung ist deshalb Schwerpunktthema bei der Messe &#8222;Memo-Bauen&#8220; vom 3. bis 5. Februar in Marburg. <!--more--><br \/>\nIn den Bauberufen ist das Risiko am h\u00f6chsten, sich bei der Arbeit zu verletzen. Gerade auf Baustellen lauern etliche Gefahren. St\u00fcrze aus mehreren Metern H\u00f6he sind keine Seltenheit &#8211; und in Mittelhessen eine h\u00e4ufige Ursache f\u00fcr schwere Arbeitsunf\u00e4lle.<br \/>\nDas zeigen die Zahlen und Erfahrungen aus dem Arbeitsschutz-Dezernat des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen (RP). Oftmals sind die Absturzsicherungen unzureichend oder fehlen sogar g\u00e4nzlich, wie die RP-Besch\u00e4ftigten bei ihren Kontrollen oder nach Unf\u00e4llen feststellen.<br \/>\n&#8222;Baustellen ohne M\u00e4ngel sind eine Seltenheit&#8220;, erkl\u00e4rte Regierungspr\u00e4sident Dr. Christoph Ullrich. &#8222;Umso wichtiger ist es, hier und nat\u00fcrlich in allen anderen Branchen immer wieder auf das Thema Arbeitsschutz hinzuweisen. Viele Unf\u00e4lle k\u00f6nnten vermieden werden, wenn die Vorgaben eingehalten werden.&#8220;<br \/>\nIm Aufsichtsbezirk der Gie\u00dfener Beh\u00f6rde sind circa 430.000 Menschen in den unterschiedlichsten Arbeitsgebieten besch\u00e4ftigt. Alleine im Jahr 2022 wurden dem Regierungspr\u00e4sidium mehr als 3.550 Arbeitsunf\u00e4lle gemeldet. 278 davon waren so schwerwiegend oder traten auff\u00e4llig geh\u00e4uft in bestimmten Bereichen auf, dass sie von den Experten vor Ort umfassend untersucht wurden.<br \/>\n&#8222;Die tats\u00e4chliche Anzahl der Arbeitsunf\u00e4lle ist sicher h\u00f6her&#8220;, vermutet Dezernatsleiterin Dr. Hilde Weigand. Denn die Betriebe melden entsprechende Vorf\u00e4lle den Unfallversicherungstr\u00e4gern, aber nicht automatisch auch der Beh\u00f6rde.<br \/>\nFest steht jedoch: In allen der mehr als 3.550 gemeldeten F\u00e4lle gab es Verletzte, die mehr als drei Tage arbeitsunf\u00e4hig waren. In vier F\u00e4llen endete das Ganze sogar t\u00f6dlich.<br \/>\nNach den Untersuchungen der Unfallversicherungstr\u00e4ger sind die h\u00e4ufigsten Ursachen bei den schweren Unf\u00e4llen: Die Besch\u00e4ftigten st\u00fcrzen ab, stolpern oder rutschen aus. Hinzu kommt die falsche Handhabung von Maschinen &#8211;<br \/>\ninsbesondere bei der Beseitigung von St\u00f6rungen, bei Wartung, Reparatur und Reinigung. Unf\u00e4lle mit Fahrzeugen treten ebenfalls h\u00e4ufiger auf.<br \/>\nAuf Baustellen wird bereits seit einiger Zeit vermehrt festgestellt, dass entgegen jeglicher Vorgaben keine Ger\u00fcste oder andere Absturzsicherungen aufgebaut beziehungsweise angebracht werden. &#8222;Das hat in der Regel mit dem Zeitdruck auf den Baustellen zu tun. Das Aufstellen des Ger\u00fcsts kostet nat\u00fcrlich dar\u00fcber hinaus auch Geld.<br \/>\nBei Arbeiten, die nur kurze Zeit in Anspruch nehmen, wird oftmals auf die Absturzsicherung verzichtet. &#8222;Die Folgen sind manchmal fatal&#8220;, betonte Weigand besonders mit Blick auf die t\u00f6dlichen Unf\u00e4lle. Beidrei davon lautete die Ursache &#8222;Absturz&#8220;.<br \/>\nAlle diese Unf\u00e4lle h\u00e4tten vermieden werden k\u00f6nnen, wenn die Gef\u00e4hrdungen korrekt beurteilt worden w\u00e4ren und notwendige Ma\u00dfnahmen zum Schutz vor Absturz getroffen worden w\u00e4ren. Umso wichtiger ist es also, auch weiterhin aufzukl\u00e4ren und zu sensibilisieren nicht nur bei Kontrollen und nach Unf\u00e4llen. Daher sind die Expertinnen und Experten des Arbeitsschutz-Dezernats des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen bei der Messe &#8222;Memo-Bauen&#8220; in Marburg vertreten.<br \/>\nSie findet von Freitag (3. Februar) bis Sonntag (5. Februar)jeweils von 10 bis 18 Uhr auf dem Messeplatz Aff\u00f6ller statt. Das RP ist in Halle 1 am Stand 111 zu finden. &#8222;Unser Hauptthema sind Absturzsicherungen, insbesondere, wenn bei Geb\u00e4uden im Bestand nachtr\u00e4glich Photovoltaik-Anlagen installiert und energetische Sanierungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden&#8220;, k\u00fcndigte die Dezernatsleiterin an.<br \/>\n&#8222;Die Unfallzahlen belegen, dass die \u00dcberwachung der Einhaltung der Arbeitsschutzpflichten in den Betrieben und insbesondere auf den Baustellen durch die Arbeitsschutzaufsicht bei den Regierungspr\u00e4sidien eine unentbehrliche und wichtige Aufgabe auch f\u00fcr die Zukunft ist&#8220;, betonte Weigand. Bei den Kontrollen entdecken die RP-Besch\u00e4ftigten immer wieder M\u00e4ngel von ungeeigneten oder ungepr\u00fcften Arbeitsmitteln bis eben zur fehlenden Absturzsicherung. In der Regel werden die Verantwortlichen vor Ort aufgefordert, die M\u00e4ngel sofort zu beseitigen.<br \/>\n&#8222;Bei Gefahr f\u00fcr Leib und Leben der Besch\u00e4ftigten m\u00fcssen die Arbeiten sofort eingestellt werden&#8220;, berichtete die Arbeitsschutzexpertin. &#8222;Die Weiterarbeit wird erst dann gestattet, wenn die M\u00e4ngel beseitigt wurden. Gegen Wiederholungst\u00e4ter werden auch mal Bu\u00dfgeldverfahren eingeleitet.&#8220;<br \/>\nBei schweren Unf\u00e4llen kommen die Arbeitssch\u00fctzer gegebenenfalls direkt dazu und unterst\u00fctzen die Polizei bei den Ermittlungen. Doch egal ob sie gleich vor Ort sind oder den entsprechenden Vorfall im Nachgang untersuchen; &#8222;wir hinterfragen stets, ob der Arbeitgeber die Gef\u00e4hrdungen, die mit der T\u00e4tigkeit verbunden sind, beurteilt hat und ob alles Notwendige veranlasst wurde&#8220;, erkl\u00e4rte Weigand. &#8222;Insbesondere wird ermittelt, ob auch die Arbeitnehmer in Hinblick auf sicherheitsgerechtes Verhalten und Unfallrisiken unterwiesen wurden.&#8220;<br \/>\nDas ist auch zentraler Bestandteil der normalen Baustellen- und Betriebs\u00fcberwachungen durch die Aufsichtskr\u00e4fte der Arbeitsschutzdezernate. &#8222;Letztendlich geht es vorrangig immer darum, den n\u00e4chsten Unfall und das damit verbundene menschliche Leid zu verhindern.&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abst\u00fcrze sind eine h\u00e4ufige Ursache f\u00fcr schwere Arbeitsunf\u00e4lle. 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