{"id":11741,"date":"2023-01-24T13:41:12","date_gmt":"2023-01-24T12:41:12","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=11741"},"modified":"2023-01-24T13:41:12","modified_gmt":"2023-01-24T12:41:12","slug":"morde-an-behinderten-bundestag-soll-t4-opfer-endlich-anerkennen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=11741","title":{"rendered":"Morde an Behinderten: Bundestag soll T4-Opfer endlich anerkennen"},"content":{"rendered":"<p>Der 27. Januar ist der internationale Holocaust-Gedenktag. Anl\u00e4sslich dieses Datums hat die Lebenshilfe an die m\u00f6rderische &#8222;T4-Aktion&#8220; der Nazis erinnert. <!--more--><br \/>\nVon den Nazis ermordete Menschen mit Behinderung werden zu Opfern zweiter Klasse gemacht. Daher m\u00fcssen sie endlich als Verfolgte des NS-Regimes anerkannt werden. Das fordert die Lebenshilfe anl\u00e4sslich des Gedenktags f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.<br \/>\nDer Deutsche Bundestag muss endlich auch im Rahmen der T4-Aktion ermordete Menschen mit Behinderung offiziell als Verfolgte des Nazi-Regimes anerkennen. Das fordert mit Nachdruck die &#8211; 1958 in Marburg gegr\u00fcndete &#8211;<br \/>\nBundesvereinigung Lebenshilfe (BVLH) anl\u00e4sslich des Gedenktags f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.<br \/>\n&#8222;78 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es keinen einzigen historischen Grund, den Opfern von ,Euthanasie&#8216; und Zwangssterilisation den Verfolgten-Status zu verweigern&#8220;, beklagte Ulla Schmidt. &#8222;Damit werden sie bis zum heutigen Tag zu Opfern zweiter Klasse gemacht.&#8220; Die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe ist ehemalige Bundesgesundheitsministerin.<br \/>\nVon 1939 bis 1945 wurden in ganz Europa rund 300.000 kranke und behinderte Menschen umgebracht. Sie galten als &#8222;Ballastexistenzen&#8220;, als &#8222;Volkssch\u00e4dlinge&#8220; und wurden als &#8222;lebensunwert&#8220; aussortiert. Ihre Vernichtung wurde im Rahmen der &#8222;T4-Aktion&#8220; systematisch geplant und kaltbl\u00fctig vollzogen.<br \/>\nDie Abk\u00fcrzung &#8222;T4&#8220; steht f\u00fcr die Anschrift der T\u00f6tungszentrale in der Berliner Tiergartenstra\u00dfe 4. Die &#8211; von diesem Massenmord betroffenen &#8211;<br \/>\nMenschen mit k\u00f6rperlicher und geistiger Behinderung wie auch mit psychischen Erkrankungen m\u00fcssten deshalb ebenso als Verfolgte des Nazi-Regimes anerkannt werden wie andere Opfergruppen auch, fordert die Lebenshilfe.<br \/>\n&#8222;Und die NS-Verbrechen wirken bis in die Gegenwart weiter&#8220;, erkl\u00e4rte Schmidt. &#8222;Auch im Deutschland des Jahres 2023 sto\u00dfen Menschen mit Behinderung auf Ablehnung und Vorurteile. Angesichts hochentwickelter vorgeburtlicher Untersuchungsmethoden m\u00fcssen sich Eltern eines behinderten Kindes immer wieder Kommentare wie diesen anh\u00f6ren: Musste das sein, habt ihr das denn nicht gewusst?&#8220;<br \/>\nZumeist f\u00fchre die vorgeburtliche Diagnose einer Behinderung zur Abtreibung, weil sich die Eltern in einer auf Leistung und Optimierung getrimmten Gesellschaft das Leben mit einem behinderten Kind nicht zutrauten.<br \/>\n&#8222;Statt Angst und Ausgrenzung brauchen wir eine Willkommenskultur&#8220;, betonte Schmidt. &#8222;Es gibt kein lebensunwertes Leben, denn Menschen mit Behinderung geh\u00f6ren zur ganzen Bandbreite menschlicher Vielfalt dazu ohne Wenn und Aber. Die Lebenshilfe setzt sich daher seit ihrer Gr\u00fcndung vor mehr als 60 Jahren f\u00fcr eine inklusive Gesellschaft ein, die Menschen mit Behinderung und anderen Minderheiten uneingeschr\u00e4nkte Teilhabe garantiert.&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Bundesvereinigung Lebenshilfe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 27. Januar ist der internationale Holocaust-Gedenktag. 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