{"id":11305,"date":"2022-11-28T14:27:39","date_gmt":"2022-11-28T13:27:39","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=11305"},"modified":"2022-11-28T14:27:39","modified_gmt":"2022-11-28T13:27:39","slug":"die-menschenfresser-staedte-gegen-die-todesstrafe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=11305","title":{"rendered":"Die Menschenfresser: St\u00e4dte gegen die Todesstrafe"},"content":{"rendered":"<p>Marburg beteiligt sich an internationalem Aktionstag gegen die Todesstrafe. Ausgerichtet wird er vom kommunalen Zusammenschluss &#8222;Cities for Life&#8220;. <!--more--><br \/>\nMit dem Aktionstag &#8222;Cities for Life&#8220; wenden sich St\u00e4dte gegen die Todesstrafe. Auch die Stadt Marburg schlie\u00dft sich dieses Jahr wie in den vergangenen Jahren wieder an. Rund 300 St\u00e4dte in Deutschland m\u00f6chten damit die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit auf die Menschenrechte und den Wert des Lebens gerade in Krisenzeiten lenken.<br \/>\nSeit 2002 und somit schon seit 20 Jahren wird der Aktionstag der &#8222;Cities for Life&#8220; mit Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Zivilgesellschaft durchgef\u00fchrt, um eine Kultur der Achtung des menschlichen Lebens zu st\u00e4rken. &#8222;Die Todesstrafe verst\u00f6\u00dft gegen die Menschenw\u00fcrde. Die Welt w\u00e4re eine bessere, wenn wir dieses Relikt aus fr\u00fcheren Zeiten \u00fcberwinden k\u00f6nnten&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies.<br \/>\nIn Deutschland beteiligen sich fast 300 St\u00e4dte am Aktionstag. Unterschiedliche Aktionen werden gestaltet. Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel Lesungen mit Dichter*innen, Begegnungen mit Zeug*innen oder Projekte in Schulen.<br \/>\nMehrere Male hat Papst Franziskus alle Menschen guten Willens aufgerufen, eine Kultur der Wertsch\u00e4tzung und des Friedens im Einsatz gegen Gewalt und auch gegen die Todesstrafe zu verbreiten. Er bezeichnet die Todesstrafe als &#8222;eine unmenschliche Ma\u00dfnahme, die in jeglicher Weise ihrer Anwendung gegen die pers\u00f6nliche W\u00fcrde verst\u00f6\u00dft&#8220;.<br \/>\nIm Dezember 2022 wird die UN-Generalversammlung eine neue Resolution f\u00fcr ein weltweites Moratorium f\u00fcr die Todesstrafe verabschieden in der Hoffnung, die Bewegung f\u00fcr die universale Abschaffung der Todesstrafe weiter zu st\u00e4rken. Am 27. Mai 2022 stimmte die Nationalversammlung der Zentralafrikanischen Republik per Akklamation f\u00fcr die Abschaffung der Todesstrafe, die noch vom Pr\u00e4sidenten der Republik zu verk\u00fcnden ist. Afrika ist somit auf dem Weg, nach Europa der zweite Kontinent ohne Todesstrafe zu werden.<br \/>\nIm Juni 2022 wurde in Kasachstan die neue Verfassung durch ein Referendum akzeptiert, in der die Todesstrafe nicht mehr vorkommt. Insgesamt ist \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg allgemein eine Abnahme der Todesurteile und Hinrichtungen festzustellen, auch wenn Angaben nicht immer \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen.<br \/>\nLeider bleiben besorgniserregende Nachrichten nicht aus. Im Iran ist die Todesstrafe gegen Protestierende ein sehr aktuelles Thema. Insbesondere sind aus Krisengebieten steigende Vollstreckungszahlen zu registrieren.<br \/>\nTodesurteile werden h\u00e4ufig wegen Drogendelikten verh\u00e4ngt und sind nicht selten von Diskriminierung der \u00c4rmsten und Schw\u00e4chsten gepr\u00e4gt. Auch k\u00f6nnen regimekritische \u00c4u\u00dferungen zu Todesurteil und Hinrichtung f\u00fchren, wie dies in diesem Jahr in Myanmar geschehen ist. Daher bleibt die Bedeutung dieses globalen Einsatzes f\u00fcr eine Kultur des Lebens dringend erforderlich.<br \/>\nDie Gemeinschaft Sant&#8217;Egidio ist eine christliche Laienbewegung in zirka 70 L\u00e4ndern der Welt, die sich f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Seit 1998 engagiert sie sich gegen die Todesstrafe und setzt sich mit der World Coalition against the Death Penalty f\u00fcr ihre universale Abschaffung ein. Sie hat 2002 die Aktion &#8222;Cities for life&#8220; &#8211; &#8222;St\u00e4dte f\u00fcr das Leben und gegen die Todesstrafe&#8220; ins Leben gerufen.<br \/>\nDer 30. November wurde f\u00fcr den Aktionstag gew\u00e4hlt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Gro\u00dfherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe f\u00fcr abgeschafft erkl\u00e4rte. Mitglieder von Sant&#8217;Egidio pflegen weltweit Hunderte von Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und sind weltweit im Einsatz f\u00fcr eine Humanisierung der Haftbedingungen in Gef\u00e4ngnissen insbesondere in Afrika engagiert.<br \/>\nDie Stadt Marburg hat in den vergangenen Jahren zum Aktionstag das Rathaus gr\u00fcn angestrahlt, um ihre Haltung f\u00fcr die Achtung der Menschenrechte und der Menschenw\u00fcrde sichtbar zu machen. Auch 2022 unterst\u00fctzt die Stadt Marburg die Aktion, aber ohne das Rathaus anzustrahlen, um Energie zu sparen. Weitere Informationen gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.santegidio.org\">www.santegidio.org<\/a> oder <a href=\"http:\/\/nodeathpenalty.santegidio.org\/en\">nodeathpenalty.santegidio.org\/en<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marburg beteiligt sich an internationalem Aktionstag gegen die Todesstrafe. 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