{"id":11300,"date":"2022-11-27T10:38:27","date_gmt":"2022-11-27T09:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=11300"},"modified":"2022-11-27T10:38:27","modified_gmt":"2022-11-27T09:38:27","slug":"zwischen-autobahn-und-eisenbahn-der-behagliche-biergarten-desirodion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=11300","title":{"rendered":"Zwischen Autobahn und Eisenbahn: Der behagliche Biergarten desIrodion"},"content":{"rendered":"<p>Marburgs gem\u00fctlichster Biergarten befindet sich &#8222;Bei St. Jost&#8220;. Betrieben wird er von einem griechischen restaurant. <!--more--><br \/>\nSeit vielen Jahren tr\u00e4gt dieses Lokal Bei St. Jost 5 den Namen &#8222;Irodion&#8220;. Vorher hatte es einmal einen anderen Namen. Sicher bin ich mir nicht, ob er &#8222;Odysseus&#8220; war oder gar &#8222;Zeus&#8220;.<br \/>\nGut entsinnen kann ich mich aber einiger erfreulicher Besuche in dem Biergarten. Dabei ist seine Lage zwischen Eisenbahn und Autobahn alles andere als idyllisch. Doch die alten Kastanienb\u00e4ume und die Kieswege zwischen den Tischen und St\u00fchlen machen einen besuch in dem Garten zu einem erbaulichen erlebnis.<br \/>\nHinzu kommen die Gaumenfreuden beim Gyros mit Reis und Salat oder Pommes Frites und selbstverst\u00e4ndlich auch Zaziki. Die Portionen waren gro\u00df und der Geschmack gut. Auch das Dessert aus warmem Milchreis mit Rosen\u00f6l, Zucker und Zimt sowie einem Blatt Minze konnte mich eine Zeit lang begeistern.<br \/>\nIn aller Ruhe konnte man im Biergarten miteinander plaudern, w\u00e4hrend man die anderen G\u00e4ste an den Nebentischen nur ab und zu einmal lauter lachen oder sonst meist leise reden h\u00f6rte. Zwischendurch gab es gelegentlich das Geschnatter eines Pfaus. Gleich zwei Pfauen plusterten sich in einem Drahtk\u00e4fig auf einer Wiese zwischen Biergarten und Bahnstrecke auf.<br \/>\nAlle 15 Minuten donnerte dann ein Zug direkt hinter diesem K\u00e4fig vorbei. F\u00fcr einige Momente konnte man das Wort seiner Nachbarin oder seines Nachbarn dann kaum mehr verstehen, w\u00e4hrend sich der L\u00e4rm der Wagggons allm\u00e4hlich immer weiter entfernte. Etwas ungem\u00fctlicher wurde es, wenn zus\u00e4tzlich auch ein G\u00fcterzug an dem Garten vorbeidonnerte und eine schier endlose Reihe ratternder Waggons die Ohren bet\u00e4ubten.<br \/>\nDie Stadtautobahn B3A auf der anderen Seite hingegen war im biergarten kaum zu h\u00f6ren. Zwischen ihr und der gekiesten Fl\u00e4che lag noch eine Reihe B\u00e4ume und der geteerte Parkplatz sowie die schmale Stra\u00dfe &#8222;Bei St. Jost&#8220; und der Treppenaufgang. Er f\u00fchrt zum &#8222;Louis-Adorf-Steg&#8220; \u00fcber die Stadtautobahn hinweg hin\u00fcber zur Weidenh\u00e4user Stra\u00dfe.<br \/>\nGerade die Pausen zwischen den vor\u00fcberdonnernden Z\u00fcgen gaben der dann eintretenden Stille etwas K\u00f6stliches. Ihr Genuss schien umso gr\u00f6\u00dfer, als der Fahrplan ihn schon nach 15 Minuten wieder st\u00f6ren w\u00fcrde. Zudem wirkte das Ambiente gerade dadurch wie ein kleines St\u00fcck vom letztlich unerreichbaren Paradies, wozu letztlich auch der l\u00e4ngst aufgegebene Friedhof direkt nebenan beitragen mochte.<br \/>\nGern habe ich im Sommer unter den Schatten spendenden Kronen der gro\u00dfen B\u00e4ume gesessen und Gyros gegessen. Gerne habe ich dort Bier getrunken und war in sch\u00f6ne Gespr\u00e4che versunken. Genossen habe ich die Ruhe zwischen den Z\u00fcgen aus dem Bierglas und den Z\u00fcgen auf den Bahngleisen hinter dem Zaun.<br \/>\nDrinnen im Haus war ich nur drei oder iermal. Mehrere Stufen f\u00fchren vom Parkplatz hinauf in die Gaststube. Einmal war ich auch bei einer Pressekonferenz in einem eher engen Nebenzimmer des Restaurants.<br \/>\nDer Biergarten jedoch geh\u00f6rte vor Allem in den sp\u00e4ten 80er Jahren im Sommer zu meinen Lieblingsrestaurants. War damals das <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=10257\">&#8222;Krokodil&#8220; an der Weidenh\u00e4user Stra\u00dfe<\/a> meine Stammkneipe, so war das &#8222;Irodion&#8220; gleich hinter der Stadtautobahn am Ende von Weidenhausen bei sch\u00f6nem Wetter mein bevorzugter Ort zum Essen-Gehen mit Freundinnen und Freunden. Aber auch sp\u00e4ter ging ich gelegentlich gerne dorthin, wo ich mich wie auf einer Insel zwischen Weidenhausen und dem Alltag f\u00fchlte.<br \/>\nBesonders gut erinnere ich mich an einen Besuch im &#8222;Irodion&#8220; vor vielleicht zehn Jahren. Damals war ich mit meiner Nichte Nicole dorthin gegangen, die ihr Studium in Marburg weiterf\u00fchren wollte. Der Abnd war warm und ein wenig schw\u00fcl.<br \/>\nEs muss ein Tag Ende Autust oder Anfang September gewesen sein. Jedenfalls waren die Wespen gierig auf Protein. In riesigen Schw\u00e4rmen flogen sie heran, um sich an den Speisen der Restaurantbesucher g\u00fctlich zu tun.<br \/>\nAm Ende jedes Tisches stand ein Teller mit einigen St\u00fccken Gyros. Zun\u00e4chst einmal flogen die Wespen dorthin. Nicole beschrieb mir, wie die Fleischst\u00fccke nach den Besuchen der Insekten sichtlich kleiner wurden.<br \/>\nIrgendwann kamen die Wespen dann auch zu uns. Wir baten den Kellner, etwas gegen die ungebetenen Mitesser zu unternehmen; doch er zuckte nur mit den Achseln. So verging uns allm\u00e4hlich der Appetit und die Freude am Abendessen im Biergarten.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag kamen zwei oder drei Wespen auf meinen Balkon. Nicole und ich sa\u00dfen dort gerade mit einem St\u00fcck Kuchen. Den aber wollten die Wespen anscheinend nicht unbedingt haben, weshalb sie sich nach wenigen Bewegungen von uns bald wieder anderswohin verzogen.<br \/>\nUngetr\u00fcbt waren hingegen meine Gespr\u00e4che im Garten des &#8222;Irodion&#8220; mit Denkmalsch\u00fctzern und Politikern sowie mit meinem alten Kumpel Kasi. Trotz der regelm\u00e4\u00dfigen &#8211; wenn auch immer wieder vor\u00fcbergehenden &#8211; L\u00e4rmattacken ist der Biergarten zwischen Autobahn und Eisenbahn f\u00fcr mich der gem\u00fctlichste in Marburg. Nicht zuletzt wegen ihm geh\u00f6rt das &#8222;Irodion&#8220; f\u00fcr mich auch zu den <a href=\"http:\/\/lokale.marburgviews.de\">legend\u00e4ren Lokalen in Marburg<\/a>.<\/p>\n<p>* Franz-Josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marburgs gem\u00fctlichster Biergarten befindet sich &#8222;Bei St. Jost&#8220;. Betrieben wird er von einem griechischen restaurant.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[3],"tags":[4590,4591,4592],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-2Wg","jetpack-related-posts":[{"id":10178,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=10178","url_meta":{"origin":11300,"position":0},"title":"Als Einziger: Quengeln und quatschen im Quod","date":"21. Juli 2022","format":false,"excerpt":"Anfang der 80er Jahre er\u00f6ffnete im S\u00fcdviertel das \"Quodlibet\". Alle nannten diese Kneipe nur \"Quod\". 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