{"id":11283,"date":"2022-11-24T14:59:27","date_gmt":"2022-11-24T13:59:27","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=11283"},"modified":"2022-11-24T14:59:27","modified_gmt":"2022-11-24T13:59:27","slug":"nicht-furchtlos-inzucht-gefaehrdet-pflanzen-im-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=11283","title":{"rendered":"Nicht furchtlos: Inzucht gef\u00e4hrdet Pflanzen im Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p>Die Gesellschaft f\u00fcr \u00d6kologie w\u00fcrdigt die Forschungsarbeit des Marburger Biologen Dr. Tobias Sandner. Inzucht gef\u00e4hrdet das \u00dcberleben von Pflanzenarten im Klimawandel. <!--more--><br \/>\nAuf der 51. Jahrestagung der Gesellschaft f\u00fcr \u00d6kologie (Gf\u00d6) von Montag (21. November) bis Freitag (25. November) in Metz (Frankreich) wurde Dr. Tobias Sandner f\u00fcr seine Forschung im Bereich Pflanzen\u00f6kologie ausgezeichnet. Der alle zwei Jahre verliehene Gf\u00d6-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und w\u00fcrdigt besondere Leistungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in der \u00d6kologie-Forschung.<br \/>\nSandner forscht am Fachbereich Biologie der Philipps-Universit\u00e4t als Postdoktorand in der Arbeitsgruppe &#8222;Pflanzen\u00f6kologie und Geobotanik&#8220;. Er untersucht experimentell, wie Pflanzen in kleinen Populationen mit ihrer Umwelt und anderen Arten interagieren. Ausgehend von dem Ph\u00e4nomen, dass viele Pflanzen, die fr\u00fcher h\u00e4ufig vorkamen, in den letzten Jahrzehnten deutlich seltener geworden sind, geht er der Frage nach, ab wann das zum Problem wird.<br \/>\n&#8222;Selbst wenn Arten noch immer auf vielen Wiesen vorkommen, haben sie sich m\u00f6glicherweise schon genetisch ver\u00e4ndert&#8220;, erkl\u00e4rte Sandner in seinem Vortrag anl\u00e4sslich der Preisverleihung am Mittwoch (23. November) vor den Teilnehmenden der Gf\u00d6-Jahrestagung, die aus ganz Europa an die gastgebende Universit\u00e9 de Lorraine gekommen sind. &#8222;Inzucht ist eines der gro\u00dfen Probleme. Wo nur noch wenige Pflanzen einer Art zusammenstehen, m\u00fcssen sie sich miteinander verpaaren, selbst wenn sie schon nah verwandt sind. Weil Inzucht gesundheitliche Probleme erzeugen kann, ist sie in menschlichen Kulturen tabuisiert, und auch Pflanzen haben Mechanismen entwickelt, Inzucht zu vermeiden. Aber wo sie keine andere Wahl haben, bilden sie lieber durch Inzucht Samen als gar nicht. Das ist gut f\u00fcr den Fortbestand der Population, kann aber bei Pflanzen zu Ver\u00e4nderungen mit negativen Folgen f\u00fchren.&#8220;<br \/>\nSandner besch\u00e4ftigt sich in seiner Forschung mit dem Einfluss von Inzucht auf das Wachstum von Pflanzen. Durch Best\u00e4ubungsexperimente und Stressexperimente in Gew\u00e4chshaus, Klimakammer und Versuchsgarten konnte er zeigen, dass Inzucht den Pflanzen schadet. Zum Beispiel k\u00f6nnen Pflanzen nach Inzucht oft schlechter auf \u00c4nderungen der Umweltbedingungen reagieren.<br \/>\nZudem kann Inzucht die Bl\u00fcten ver\u00e4ndern, so dass Pflanzen weniger attraktiv f\u00fcr Best\u00e4uber werden. Das ist ein Teufelskreis, der am Schluss zu noch mehr Inzucht und weniger Toleranz bei Klimaver\u00e4nderungen f\u00fchren kann.<br \/>\n&#8222;Inzucht ist also eine Gefahr f\u00fcr den langfristigen Erhalt von Pflanzenarten&#8220;, mahnte Sandner. &#8222;Sowohl in der Natur als auch in Botanischen G\u00e4rten sollte darauf geachtet werden, dass Populationen von Arten m\u00f6glichst gro\u00df sind.&#8220;<br \/>\nDie Gf\u00d6 ist 1970 als unabh\u00e4ngige wissenschaftliche Organisation gegr\u00fcndet worden. Sie vereinigt \u00d6kologinnen und \u00d6kologen aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. Sie besch\u00e4ftigen sich mit der \u00d6kologie von Arten und \u00d6kosystemen inklusive der Einbeziehung von molekularen und genetischen Zusammenh\u00e4ngen und Mechanismen.<br \/>\nDabei spielen sowohl die Grundlagenforschung als auch die angewandte Forschung &#8211; zum Beispiel f\u00fcr Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft &#8211; eine tragende Rolle. Die Ziele der Gesellschaft sind: F\u00f6rderung grundlagenorientierter und angewandter \u00f6kologischer Wissenschaften sowie der Zusammenarbeit zwischen den biologisch-\u00f6kologischen Disziplinen; Verbesserung der Kommunikation zwischen Forscherinnen und Forschern verschiedener Disziplinen an Universit\u00e4ten und anderen Bildungseinrichtungen; die praktische Anwendung und Implementierung \u00f6kologischen Wissens sowie die Vertretung \u00f6kologischer Interessen in der \u00d6ffentlichkeit.<br \/>\nBei den j\u00e4hrlichen Tagungen stellen 500 bis \u00fcber 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre aktuelle Forschung vor. Dieses Jahr wird die Tagung gemeinsam mit der franz\u00f6sischen und der europ\u00e4ischen \u00f6kologischen Gesellschaft organisiert.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gesellschaft f\u00fcr \u00d6kologie w\u00fcrdigt die Forschungsarbeit des Marburger Biologen Dr. Tobias Sandner. 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