{"id":11216,"date":"2022-11-15T14:49:34","date_gmt":"2022-11-15T13:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=11216"},"modified":"2022-11-15T14:49:34","modified_gmt":"2022-11-15T13:49:34","slug":"brunnen-fuer-brauchwasser-forschungsprojekt-moechte-trinkwasser-einsparen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=11216","title":{"rendered":"Brunnen f\u00fcr Brauchwasser: Forschungsprojekt m\u00f6chte Trinkwasser einsparen"},"content":{"rendered":"<p>Der Ersatz von Trinkwasser durch Brauchwasser ist Thema eines neuen Forschungsvorhabens. Dabei kooperieren die Philipps-Universit\u00e4t und die Stadtwerke Marburg miteinander. <!--more--><br \/>\nAngesichts immer l\u00e4ngerer D\u00fcrreperioden stellt sich auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf die Frage, wo und wie kostbares Trinkwasser gespart werden kann. Die Bev\u00f6lkerung kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie ihren eigenen Verbrauch senkt. Doch auch die Wasserversorger sehen sich zunehmend in der Pflicht, ihre Wasserstrategie zu \u00fcberpr\u00fcfen.<br \/>\nGemeinsam mit den Stadtwerken Marburg (SWM) analysieren Geographinnen und Geographen der Philipps-Universit\u00e4t in den kommenden zwei Jahren, wie Wasserversorger und Kommunen im Landkreis dazu beitragen k\u00f6nnen, k\u00fcnftig mehr Trinkwasser zu sparen. Das wertvolle Trinkwasser k\u00f6nnte in bestimmten Anwendungsf\u00e4llen durch Brauch- beziehungsweise Frischwasser aus bestehenden Quellen und Brunnen im Landkreis ersetzt werden. Das Hessische Ministerium f\u00fcr Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterst\u00fctzt das Vorhaben mit \u00fcber 150.000 Euro.<br \/>\n&#8222;Im Raum Marburg gibt es eine Vielzahl von Brunnen, die fr\u00fcher von den kommunalen Wasserverb\u00e4nden zur Wasserversorgung genutzt, aber im Zuge der Umstellungen der Versorgungsinfrastruktur in den letzten Jahrzehnten stillgelegt wurden&#8220;, berichtete Prof. Dr. Peter Chifflard vom Fachbereich Geographie der Philipps-Universit\u00e4t, der die Studie leitet. &#8222;Die Sch\u00fcttung ist immer noch aktiv, auch und vor allem in Trockenzeiten, trotzdem wird das Wasser aus verschiedenen Aspekten nicht genutzt. Mit diesen Quellen und Brunnen k\u00f6nnte gerade in extremen D\u00fcrreperioden eine Versorgungsl\u00fccke geschlossen werden, vor allem wenn keine gro\u00dfen Anforderungen an die Wasserqualit\u00e4t gestellt werden.&#8220;<br \/>\nAls Beispiel f\u00fchrte er die Bew\u00e4sserung von Stadtb\u00e4umen, Friedh\u00f6fen oder Garten- und Parkanlagen an. Dabei sei sogenanntes &#8222;Brauchwasser&#8220;, das keine Hygienestandards erf\u00fcllen muss, absolut ausreichend.<br \/>\nBisher gibt es aber keine ausreichende Datengrundlage, die verl\u00e4ssliche Aussagen dar\u00fcber erlaubt, welches Einsparpotenzial es hinsichtlich der Trinkwassernutzung in der Region gibt und welche rechtlichen und hygienischen H\u00fcrden zu \u00fcberwinden w\u00e4ren. &#8222;Um hier belastbare Zahlen und L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten zu ermitteln, ist die Einbindung vieler unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure erforderlich&#8220;, erl\u00e4uterte Chifflard. &#8222;Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, so viele regionale Kooperationspartner f\u00fcr unser Projekt zu gewinnen.&#8220;<br \/>\nAn der Studie beteiligt sind neben den Stadtwerken Marburg, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie der Stadt Marburg weitere St\u00e4dte, Kommunen und Unternehmen in Hessen. Mit Unterst\u00fctzung der Kooperationspartner*innen ist in der ersten Projektphase zun\u00e4chst eine umfassende Kartierung der m\u00f6glichen Quellen und Brunnen in der Region vorgesehen.<br \/>\n&#8222;Nach ersten Sch\u00e4tzungen k\u00f6nnen wir mit zirka 100 solcher Standorte rechnen, \u00fcber die wir erst einmal die wichtigsten Basis-Informationen einholen zum Beispiel zum grundlegenden Zustand der jeweiligen Quelle beziehungsweise des Brunnens oder den Eigentumsverh\u00e4ltnissen&#8220;, erl\u00e4uterte Chifflard. Im n\u00e4chsten Schritt erfolgt die Messung verschiedene hydrochemischer Parameter wie beispielsweise der Wassertemperatur, des pH-Wertes oder der elektrischen Leitf\u00e4higkeit an den verschiedenen Standorten.<br \/>\n&#8222;Dabei ist es wichtig jahreszeitliche Schwankungen zu ber\u00fccksichtigen, die sich je nach Lage und Tiefe des Brunnens beziehungsweise der Quelle auf die Wasserquantit\u00e4t und -qualit\u00e4t auswirken k\u00f6nnen&#8220;, bemerkte Chifflard. &#8222;Insbesondere die Messungen im Sommer sind von gro\u00dfer Bedeutung, um den quantitativen Nutzen eines Standortes zur Substitution von Trinkwasser in m\u00f6glichen D\u00fcrreperioden zu ermitteln.&#8220;<br \/>\nDar\u00fcber hinaus sammelt das Projektteam verschiedene Informationen zum Wasserverbrauch in den verschiedenen Kommunen, zum Beispiel die ben\u00f6tigte Menge f\u00fcr Bew\u00e4sserungen in trockenen Zeitr\u00e4umen.<br \/>\nIn der zweiten Projektphase bestimmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Philipps-Universit\u00e4t die Wasserqualit\u00e4t. &#8222;An den Standorten, die nach der ersten Analyse generell f\u00fcr eine Nutzung in Frage kommen, entnehmen wir Wasserproben, die wir auf Verunreinigungen oder auch mikrobiologische Parameter untersuchen&#8220;, berichtete Chifflard. &#8222;Dabei grenzen wir dann m\u00f6gliche Standorte weiter ein.&#8220;<br \/>\nSind diese ersten Werte in einem vertretbaren Bereich, so werden weitere, umfassende Analysen hinsichtlich der Wasserqualit\u00e4t entsprechend der Rohwasseruntersuchungsverordnung durchgef\u00fchrt. &#8222;Nach einer umfassenden Bilanzierung haben wir dann in Summe eine verl\u00e4ssliche Datengrundlage, um verschiedene Nutzungsm\u00f6glichkeiten einzuordnen und Empfehlungen f\u00fcr Einsparma\u00dfnahmen im Landkreis abzuleiten&#8220;, erkl\u00e4rte Chifflard.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus betonte er den Modellcharakter der Studie: &#8222;Wir erheben sehr umfassende Daten und entwickeln eine tragf\u00e4hige Strategie, wie Wasserversorger und Kommunen nachhaltig die Ressource Trinkwasser schonen k\u00f6nnen. Hieraus k\u00f6nnen sich auch weiterf\u00fchrende kommunale Projekte ergeben, die sich intensiver mit der Nutzung von Brauchwasser besch\u00e4ftigen.&#8220;<br \/>\nZum Beispiel gehe es dannum die Nutzung von Brauchwasser als Sp\u00fclwasser f\u00fcr Toiletten, wenn ein Brunnen oder eine Quelle in der N\u00e4he von Siedlungen liegen. Eine andere M\u00f6glichkeit sei die Renaturierung oder das Wiederanlegen von Bachl\u00e4ufen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ersatz von Trinkwasser durch Brauchwasser ist Thema eines neuen Forschungsvorhabens. 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