{"id":10991,"date":"2022-10-21T17:37:10","date_gmt":"2022-10-21T15:37:10","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=10991"},"modified":"2022-10-21T17:37:10","modified_gmt":"2022-10-21T15:37:10","slug":"bohrung-mit-hoffnung-nutzung-von-erdwaerme-in-marburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=10991","title":{"rendered":"Bohrung mit Hoffnung: Nutzung von Erdw\u00e4rme in Marburg"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Nutzung von Erdw\u00e4rme zum Heizen oder K\u00fchlen von Geb\u00e4uden kann einen wichtigen Beitrag zur Energie- und W\u00e4rmewende leisten.&nbsp;Um die Technik der W\u00e4rme- und K\u00e4lteversorgung zu untersuchen, werden geothermische Erkundungsbohrungen auch auf dem Gel\u00e4nde des AquaMars durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p>Beauftragt wurden die Untersuchungen vom Hessischen Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) und durchgef\u00fchrt von LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA Hessen). Die Standorte der Untersuchungen verteilten sich auf mehrere St\u00e4dte und Gemeinden in ganz Hessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auswertung und Aufbereitung der hierbei gewonnenen Erkenntnisse erfolgt durch das Hessische Landesamt f\u00fcr Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Insgesamt werden 20 Erkundungsbohrungen in hessischen Kommunen durchgef\u00fchrt, die zu Erdw\u00e4rmesonden ausgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eignet sich ein Standort, kann die Erdw\u00e4rme nicht nur Energie- und W\u00e4rmelieferant f\u00fcr Hauseigent\u00fcmer sein. Auch f\u00fcr Kommunen, die Baugebiete erschlie\u00dfen wollen sowie f\u00fcr Gewerbeimmobilien k\u00f6nnen diese nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch auf dem Gel\u00e4nde des Freizeitbads AquaMar in Marburg werden Kenntnisse \u00fcber die geologische und geothermische Situation vor Ort gesammelt. Das geschieht anhand einer bis zu 100 Meter tiefen Erkundungsbohrung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Erkundungsbohrung ist f\u00fcr die Stadt Marburg ein weiterer Schritt Richtung Klimaneutralit\u00e4t, zu der wir uns mit dem Klima-Aktionsplan 2030 auf den Weg gemacht haben\u201c, sagte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. \u201eDabei kann Erdw\u00e4rme ein wichtiger Baustein sein, den wir nun als Option genauer untersuchen wollen. Als Stadtverwaltung m\u00f6chten wir auch Vorreiterin f\u00fcr alle in Marburg sein und f\u00fcr Geothermie als umweltfreundliche Schl\u00fcsseltechnologie in der W\u00e4rmewende werben. Beim Pressetermin vor Ort vertraten au\u00dferdem B\u00fcrgermeisterin Nadine Bernshausen, Stadtr\u00e4tin Kirsten Dinnebier und Stadtrat Dr. Michael Kopatz die Stadt Marburg.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOberfl\u00e4chennahe Geothermie kann in Hessen an den meisten Standorten zum Heizen (bedingt auch zum K\u00fchlen) von Immobilien oder beispielsweise auch als Prozessw\u00e4rme in industriellen Herstellungsverfahren genutzt werden,\u201c erl\u00e4utert Carola Carius, die Leiterin des Kompetenznetzwerks Geothermie des Hessischen Ministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie. Carius sagt weiter: \u201eUm m\u00f6gliche geologische Schwierigkeiten im Vorfeld einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen und um konkrete Planungsdaten den Interessierten an die Hand zu geben, lassen wir das Projekt Erkundungsbohrungen durchf\u00fchren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Geothermie-Experte im HLNUG Dr. Sven Rumohr erkl\u00e4rte: \u201eDie wissenschaftlichen Untersuchungen des HLNUG liefern f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit wichtige Daten f\u00fcr die standortbezogene Planung effizienter Erdw\u00e4rme-Anlagen. So unterst\u00fctzen wir potenzielle Nutzer bei der Entscheidung, oberfl\u00e4chennahe Geothermie zu nutzen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Er f\u00fcgte hinzu: \u201eZudem stellen wir sicher, dass die Installation einer Erdw\u00e4rmesonde das Grundwasser nicht beeintr\u00e4chtigt.\u201c Erdw\u00e4rme wird \u00fcber eine Erdw\u00e4rmesonde an eine W\u00e4rmepumpe gegeben. So kann Erdw\u00e4rme zum Heizen und K\u00fchlen von Geb\u00e4uden genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Karsten McGovern, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der LEA Hessen, erl\u00e4uterte: \u201eGeothermie ist so f\u00fcr das Gewerbe und Immobilienbesitzende attraktiv: Sie ist ganzj\u00e4hrig und wetterunabh\u00e4ngig verf\u00fcgbar und verursacht weder CO<sub>2<\/sub> noch Feinstaub. Hinzu kommen geringe Betriebskosten und hohe Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Investition in W\u00e4rmepumpen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Bohrung, wie sie auch in Marburg stattfindet, wird ein Bohrger\u00e4t wird mit einem Tieflader angeliefert und positioniert. Ein Bohrmei\u00dfel an der Spitze des Bohrgest\u00e4nges arbeitet sich dann auf eine Tiefe von bis zu 100 Meter vor. In der Bergmannsprache nennt man dies \u201eabteufen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das dadurch gel\u00f6ste Gesteinsmaterial wird mit Wasser nach oben aus dem Bohrloch bef\u00f6rdert. Dabei werden kontinuierlich Gesteinsproben zur geologischen Beschreibung entnommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die geplante Bohrtiefe erreicht ist, wird das Bohrgest\u00e4nge ausgebaut. Danach wird eine Erdw\u00e4rmesonde in das Bohrloch eingelassen. Sie besteht aus zwei U-f\u00f6rmigen Kunststoffrohren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bohrloch wird anschlie\u00dfend mit einer Zement-Bentonit-Suspension verf\u00fcllt. Dies ist erforderlich, um die Erdw\u00e4rmesonde mit dem umgebenden Gestein fest zu verbinden. Damit wird ein hoher W\u00e4rmeaustausch zwischen Sonde und Erdreich erreicht. Zudem wird das Bohrloch gegen grundwasserf\u00fchrende Schichten abgedichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach untersucht das HLNUG die Gesteinsproben. Eine Fachfirma f\u00fchrt ein bis zwei Wochen nach Einbau der Erdw\u00e4rmesonde einen sogenannten \u201eThermal-Response-Test\u201c (TRT) durch und bestimmt dabei die W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit des Untergrundes. Erg\u00e4nzend wird in der Erdw\u00e4rmesonde die Temperatur des Untergrundes ermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Steckbrief fasst das HLNUG die Ergebnisse zusammen und stellt sie auf seiner Webseite (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.hlnug.de\/themen\/geologie\/erdwaerme-geothermie\/oberflaechennahe-geothermie\/projekt-ong-in-baugebieten\" target=\"_blank\">www.hlnug.de<\/a>) der \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung. Auf Grundlage des Steckbriefs k\u00f6nnen Bauwillige, Kommunen, Bohrfirmen und Energieversorger zuverl\u00e4ssig die richtige Dimensionierung von Erdw\u00e4rmesonden sowie die Bohr- und Ausbauarbeiten planen. Die auf dem Gel\u00e4nde des Freizeitbads AquaMar installierte Erdw\u00e4rmesonde kann nach Abschluss der Tests von der Kommune zur nachhaltigen W\u00e4rmegewinnung genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Universit\u00e4tsstadt Marburg ist die Erkundungsbohrung ein Baustein in der Umsetzung des Klima-Aktionsplans 2030. F\u00fcr die Transformation hin zur Klimaneutralit\u00e4t ist die \u201ePr\u00fcfung des Ausbaus von Geothermie\u201c eine wesentliche Ma\u00dfnahme des Klima-Aktionsplans. Hier liegt ein gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr die st\u00e4dtische W\u00e4rmewende.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Bohrung ist deshalb f\u00fcr die Universit\u00e4tsstadt von enormer Bedeutung. Mit der Bohrung wird ermittelt, ob das AquaMar k\u00fcnftig mit Geothermie beheizt werden kann. So k\u00f6nnten der CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df und die Kosten gesenkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit wird das AquaMar mit Erdgas beheizt. Aber auch f\u00fcr andere Geb\u00e4ude in der Stadt k\u00f6nnte Erdw\u00e4rme genutzt werden. Dazu soll es im n\u00e4chsten Schritt eine gesamtst\u00e4dtische W\u00e4rmeplanung geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Erdw\u00e4rme ist im Erdinneren gespeicherte W\u00e4rme, auch Geothermie genannt, kann zum Heizen und K\u00fchlen von Geb\u00e4uden, f\u00fcr die Warmwasserbereitung und Stromerzeugung genutzt werden. Die W\u00e4rme kommt aus dem Erdkern. Nach heutigen Erkenntnissen ist es dort hei\u00dfer als 5.000 Grad Celsius. Die Temperatur im Boden steigt mit zunehmender Tiefe an: in Deutschland um etwa drei Grad Celsius pro 100 Meter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die W\u00e4rme des Erdinneren ist praktisch unersch\u00f6pflich. Erdw\u00e4rme z\u00e4hlt daher zu den erneuerbaren Energien. Die Nutzung von Erdw\u00e4rme zum Heizen und K\u00fchlen von Geb\u00e4uden ist ganzj\u00e4hrig, nachhaltig und effizient m\u00f6glich. Die Landesregierung f\u00f6rdert daher die Kenntnis \u00fcber ihre Nutzung.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>*pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nutzung von Erdw\u00e4rme zum Heizen oder K\u00fchlen von Geb\u00e4uden kann einen wichtigen Beitrag zur Energie- und W\u00e4rmewende leisten.&nbsp;Um die Technik der W\u00e4rme- und K\u00e4lteversorgung zu untersuchen, werden geothermische Erkundungsbohrungen auch auf dem Gel\u00e4nde des AquaMars durchgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5,2],"tags":[4501,2696,4500],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-2Rh","jetpack-related-posts":[{"id":16571,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=16571","url_meta":{"origin":10991,"position":0},"title":"Neue Technologien: Heizen und K\u00fchlen mit Geothermie und W\u00e4rmepumpe","date":"10. 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