{"id":10974,"date":"2022-10-20T15:47:19","date_gmt":"2022-10-20T13:47:19","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=10974"},"modified":"2022-10-20T20:02:30","modified_gmt":"2022-10-20T18:02:30","slug":"batterieforscher-leopoldina-auszeichnung-fuer-marburger-wissenschaftlerin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=10974","title":{"rendered":"Batterieforscher: Leopoldina-Auszeichnung f\u00fcr Marburger Wissenschaftlerin"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Forschungscampus Mittelhessen kann sich mit einer gro\u00dfen Auszeichnung f\u00fcr die Batterieforschung dekorieren. Der erstmals vergebene Greve-Preis der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina geht in diesem Jahr an zwei Wissenschaftler aus Marburg und Gie\u00dfen.<\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p>Die Physikerin der Philipps-Universit\u00e4t Marburg (UMR) Prof. Dr. Kerstin Volz und der Physikochemiker der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU) Prof. Dr. Dr. h. c. J\u00fcrgen Janek teilen sich den mit 250.000 Euro dotierten Preis f\u00fcr \u201eherausragende Leistungen im Bereich der naturwissenschaftlichen Grundlagen einer nachhaltigen Energieversorgung\u201c, wie die Leopoldina mitteilte. Die Preisverleihung findet am Donnerstag (17. November) im Rahmen eines Festakts im Hamburger Rathaus statt.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihren gemeinsamen Arbeiten untersuchen Janek und Volz seit rund zehn Jahren die Vorg\u00e4nge in Festk\u00f6rperbatterien und erforschen Strukturver\u00e4nderungen. Durch die Kombination von elektronenmikroskopischen und elektrochemischen Methoden konnten sie beispielsweise die Alterungsprozesse aufkl\u00e4ren, die zu Leistungsverlusten von Batterien f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Gestiftet wurde der Preis von der Hamburgischen Stiftung f\u00fcr Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve. Die beiden Forschenden freuen sich sehr \u00fcber diese Auszeichnung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDiese Auszeichnung, die nat\u00fcrlich auch eine Auszeichnung f\u00fcr meine Arbeitsgruppe und ihre sehr engagierten Mitglieder ist, macht mich sehr gl\u00fccklich\u201c, sagte Prof. Janek. \u201eDie naturwissenschaftlichen Grundlagen einer nachhaltigen Energieversorgung stellten schon immer mein zentrales Forschungsinteresse dar.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Volz f\u00fcgte hinzu: \u201eIch freue mich sehr \u00fcber diese Auszeichnung unserer gemeinsamen Forschung mit der Arbeitsgruppe von J\u00fcrgen Janek, die vor allem auch eine Anerkennung f\u00fcr mein gesamtes Team ist. Wir sind dadurch vor allem auch motiviert, weiterhin herausfordernde Fragestellungen anzugehen und neue Methoden zu entwickeln, um ungel\u00f6ste Probleme im Bereich der Energie- und Kommunikationstechnologien zu l\u00f6sen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Universit\u00e4tspr\u00e4sidenten aus Gie\u00dfen und Marburg gratulieren dem Preistr\u00e4ger und der Preistr\u00e4gerin sehr herzlich. UMR-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Thomas Nauss erkl\u00e4rt: \u201eKerstin Volz\u2018 bahnbrechende Forschung zu Funktionsmaterialien ist f\u00fcr uns eine wichtige S\u00e4ule in der Grundlagenforschung. Die hochkar\u00e4tige Auszeichnung von Kerstin Volz und J\u00fcrgen Janek belegt einmal mehr, dass sie zur internationalen Spitze geh\u00f6ren. Mit ihrer Arbeit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen und autarken Energiesicherung in der Gesellschaft von morgen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>JLU-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee f\u00fcgt hinzu: \u201eJ\u00fcrgen Janek ist einer unserer profiliertesten Wissenschaftler, dem wir in der Material- und Energieforschung einen zukunftsweisenden Forschungsschwerpunkt verdanken. Wie wichtig diese Themen sind, bekommen wir in der aktuellen Energiekrise alle zu sp\u00fcren \u2013 J\u00fcrgen Janek und Kerstin Volz haben die hohe Auszeichnung daher mehr als verdient. Und es freut mich umso mehr, dass der Preis gleichzeitig auch die gute Zusammenarbeit der mittelhessischen Universit\u00e4ten in Gie\u00dfen und Marburg w\u00fcrdigt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Volz\u2018 Forschungsschwerpunkt ist die Herstellung neuartiger Funktionsmaterialien und deren quantitative Charakterisierung. Im Zentrum des Interesses stehen dabei vor allem Stoffe, die Eingang in Kommunikations- und Energietechnologien finden k\u00f6nnen. Elektronenmikroskopische Verfahren erm\u00f6glichen h\u00f6chst aufgel\u00f6ste Einblicke zum Beispiel in Batterien und Halbleiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier ist es Kerstin Volz sehr wichtig, immer den Bogen von der Grundlagenforschung, also der elektronenmikroskopischen Methodenentwicklung, zur Anwendung zu spannen und mit ihren Methoden ganz neue Eigenschaften der untersuchten Materialien zu erforschen. Ihre grundlegenden Ergebnisse zur Abscheidung und Struktur haben beispielsweise dazu beigetragen, Energiematerialien und Laser zu entwickeln und leistungsf\u00e4higer zu machen, sowie Solarzellen sowie Bauelemente zur photoelektrochemischen Wasserspaltung signifikant zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Kerstin Volz hat Physik an der Universit\u00e4t Augsburg studiert, ihre Ausbildung 1999 mit der Promotion abgeschlossen und habilitierte sich &#8211; nach Forschungsaufenthalten in Japan und an der Stanford University (USA) &#8211; im Jahr 2006. An der Philipps-Universit\u00e4t Marburg ist sie seit 2009 Professorin f\u00fcr Experimentalphysik, zun\u00e4chst finanziert aus dem Heisenberg-Programm der DFG. Seit 2015 steht sie dem Wissenschaftlichen Zentrum f\u00fcr Materialwissenschaften als gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Direktorin vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Volz leitet auch den Sonderforschungsbereich 1083 \u201eStruktur und Dynamik innerer Grenzfl\u00e4chen\u201c, der sich mit fundamentalen Aspekten des Ladungs- und Energietransfers an und \u00fcber Grenzfl\u00e4chen besch\u00e4ftigt, wie sie dann auch in Bauelementen eine wichtige Rolle spielen. Ganz besonders liegt ihr auch die Ausbildung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Herzen. So initiierte sie zum Beispiel das Graduiertenkolleg 1782 \u201eFunktionalisierung von Halbleitern\u201c und f\u00fchrte es fast 10 Jahre als Sprecherin.<\/p>\n\n\n\n<p>Janek geh\u00f6rt seit Jahren zu den international f\u00fchrenden Experten auf dem Gebiet der Festk\u00f6rperelektrochemie und der Untersuchung von Materialien f\u00fcr elektrochemische Technologien und Energiespeicher. Er leitet am Physikalisch-Chemischen Institut der JLU seit 1999 eine Arbeitsgruppe und ist gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des Gie\u00dfener Zentrums f\u00fcr Materialforschung (ZfM).<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2011 leitet er au\u00dferdem das BASF-KIT-Gemeinschaftslabor Battery and Electrochemistry Laboratory (BELLA) am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT), wo Materialentwicklung f\u00fcr Lithium-Ionen-Batterien betrieben wird, und er ist Mitglied des Exellenzclusters POLIS (KIT\/U Ulm).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu seinen herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Erforschung von Batteriematerialien und deren Reaktionen in Batterien geh\u00f6ren die erstmalige Beschreibung einer reversiblen Natrium-Sauerstoff-Batterie, die Aufkl\u00e4rung von Elektrodenreaktionen in Festk\u00f6rperbatterien und besonders die Aufkl\u00e4rung der Vorg\u00e4nge an Lithium- und Natriummetallanoden.<\/p>\n\n\n\n<p>Janek leitet das Team der JLU, das 2021 erfolgreich f\u00fcr die JLU und das Land Hessen den Forschungsbau \u201eGie\u00dfen Center for Electrochemical Materials Research\u201c (GC-ElMaR) eingeworben hat. Er wurde bereits mehrfach f\u00fcr seine wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnet, unter anderem durch die Jost-Medaille der Akademie der Wissenschaften zu G\u00f6ttingen, die Ehrendoktorw\u00fcrde der Delft University of Technology (TU Delft) und zuletzt durch die Mitgliedschaft in der Leopoldina. Sowohl im Jahr 2020 als auch 2021 wurde er in die Liste der \u201eHighly Cited Researchers\u201c der Web of Science Group aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>*pm: Philipps-Universit\u00e4t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Forschungscampus Mittelhessen kann sich mit einer gro\u00dfen Auszeichnung f\u00fcr die Batterieforschung dekorieren. 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