{"id":104,"date":"2017-01-27T15:50:00","date_gmt":"2017-01-27T14:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=104"},"modified":"2017-01-27T15:50:00","modified_gmt":"2017-01-27T14:50:00","slug":"mini-computer-forscher-entwickeln-sprachausgabe-fuer-alltagsgeraete","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=104","title":{"rendered":"Mini-Computer: Forscher entwickeln Sprachausgabe f\u00fcr Alltagsger\u00e4te"},"content":{"rendered":"<p>Sprechende Computer f\u00fcr Alltagsgegenst\u00e4nde entwickeln Wissenschaftler der Philipps-Universit\u00e4t. Sie sollen Blinden und Sehbehinderten die Displays von Haushalts- und Alltagsger\u00e4ten zug\u00e4nglich machen. <!--more--><br \/>\nRund 1,2 Millionen blinde und stark sehbehinderte Menschen leben in Deutschland. Diese Personen k\u00f6nnen Informationen, die durch Ziffern- und Buchstabenanzeigen wie LED-Displays ausgegeben werden, nicht erfassen. Das betrifft vor allem zahlreiche Gebrauchsgegenst\u00e4nde wie elektronische K\u00fcchenger\u00e4te.<br \/>\nUm dieser Personengruppe solche Gegenst\u00e4nde und Ger\u00e4te zug\u00e4nglich zu machen, entwickeln Prof. Dr. Martin Koch und sein Team von der Arbeitsgruppe &#8222;Experimentelle Halbleiterphysik&#8220; der Philipps-Universit\u00e4t eine &#8211; individuell auf den jeweiligen Gebrauchsgegenstand zugeschnittene &#8211;<br \/>\nSprachausgabe. Dieser Anzeige-Sprachausgabe-Konverter (ANSPRAKON) liest die n\u00f6tigen Gebrauchsinformationen ab und erschlie\u00dft damit Blinden und Sehbehinderten das Ger\u00e4t. &#8222;Wir werden mit diesem Verfahren Blinden und Sehbehinderten zahlreiche Gebrauchsgegenst\u00e4nde des Alltags \u00fcberhaupt erst verf\u00fcgbar machen&#8220;, zeigte sich Koch \u00fcberzeugt.<br \/>\n&#8222;Wir freuen uns \u00fcber diese Initiative aus der Philipps-Universit\u00e4t&#8220;, betonte BliStA-Direktor Claus Duncker. &#8222;Kaffee kochen, ein Men\u00fc zubereiten, einen Kuchen backen &#8211; auch Alltagst\u00e4tigkeiten z\u00e4hlen zu einer selbstst\u00e4ndigen und selbstbestimmten Lebensf\u00fchrung. Unsere Rehalehrer schulen daher blinde und sehbehinderte Menschen darin, T\u00e4tigkeiten in h\u00e4uslichen Bereichen eigenst\u00e4ndig zu bew\u00e4ltigen. Immer wieder kommt man dabei durch technische Entwicklungen an Grenzen. LED-Displays geh\u00f6ren zu den Barrieren, die blinde Menschen bislang alleine einfach nicht \u00fcberwinden k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nGef\u00f6rdert wird das Projekt vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt rund 96.000 Euro \u00fcber eineinhalb Jahre. Im Projektrahmen werden 20 verschiedene Haushaltsger\u00e4te mit einem ANSPRAKON ausgestattet. Beteiligt an dem Projekt sind die Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) und der Verein rechenKRAFT.net.<br \/>\nDamit der ANSPRAKON die Statusinformationen an Gebrauchsgegenst\u00e4nden auch tats\u00e4chlich auslesen und ausgeben kann, sind im Groben drei Schritte n\u00f6tig: \u00dcber eine Webcam direkt am Gegenstand werden die Informationen abgelesen, ein Einplatinen-Computer analysiert sie und gibt sie \u00fcber eine Sprachausgabe wieder. Daf\u00fcr muss f\u00fcr jeden Gebrauchsgegenstand auch ein individuelles Geh\u00e4use mittels CAD-Zeichnung entworfen und per 3D-Drucker produziert werden, in dem die ANSPRAKON-Komponenten auf dem Gegenstand aufliegen.<br \/>\nIn einem zweiten Schritt wird das Team um Koch eine Datenbank auf Open-Source-Basis anlegen, die im Projektrahmen erstellte CAD-Zeichnungen, Software, Bauanleitungen und Fotos frei zug\u00e4nglich machen wird. Das ist die Grundlage f\u00fcr Privatpersonen sowie Kleinere- und Mittelst\u00e4ndige Unternehmen (KMUs), ANSPRAKON f\u00fcr weitere Gebrauchsgegenst\u00e4nde zu produzieren.<br \/>\nAn der Philipps-Universit\u00e4t studieren rund 150 blinde beziehungsweise sehbehinderte Menschen. Das ist bundesweit Spitze.<br \/>\nAls Beitrag zum barrierearmen Studium hat die Marburger Universit\u00e4t bereits 1987 eine Servicestelle f\u00fcr behinderte und chronisch kranke Studierende eingerichtet. Zudem werden die Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude mit barrierefreier Beschilderung in Brailleschrift ausgestattet.<br \/>\nIn der Lehre werden Braille-Drucker und Braille-Displays eingesetzt. Au\u00dferdem gibt es eine Sprachausgabe am Computer und m\u00fcndliche Pr\u00fcfungen statt Klausuren f\u00fcr Studierende mit eingeschr\u00e4nkter Sehkraft. Eine weitere Marburger Besonderheit ist der bundesweit einmalige Weiterbildungs-Masterstudiengang &#8222;Blinden- und Sehbehindertenp\u00e4dagogik&#8220; in Kooperation mit derBliStA. * pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sprechende Computer f\u00fcr Alltagsgegenst\u00e4nde entwickeln Wissenschaftler der Philipps-Universit\u00e4t. 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