{"id":10288,"date":"2022-08-03T11:08:47","date_gmt":"2022-08-03T09:08:47","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=10288"},"modified":"2022-08-03T11:08:47","modified_gmt":"2022-08-03T09:08:47","slug":"artistenarchiv-dokumente-zum-zirkus-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=10288","title":{"rendered":"Artistenarchiv: Dokumente zum Zirkus in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies hat das Artistenarchiv an der Ketzerbach besucht. Unz\u00e4hlige Akten dort zeugen vom Leben im Zirkus. <!--more--><br \/>\nDas Artistenarchiv in Marburg bewahrt eine spannende Sammlung rund um Zirkus- und Variet\u00e9kunst auf. Die Institution ist von der Universit\u00e4tsstadt aus international t\u00e4tig, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt nutzen die umfangreichen Quellen zu Artistinnen und Artisten, die in Marburg archiviert wurden.<br \/>\nOberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies hat sich bei einem Archivbesuch dar\u00fcber informiert, wie der Verein den st\u00e4dtischen Zuschuss zur Kulturarbeit einsetzt. &#8222;Ich bin beeindruckt von der Arbeit, die hier geleistet wird, von den immensen Sch\u00e4tzen und dem vielschichtigen Wissen, das hier in den Regalen, Mappen und Alben lagert&#8220;, erkl\u00e4rte Spies beim Besuch des Artistenarchivs der &#8222;Kulturhistorischen Gesellschaft f\u00fcr Circus- und Variet\u00e9kunst&#8220; in der Ketzerbach, wo er sich \u00fcber die Arbeit des Vereins und die Verwendung der st\u00e4dtischen Unterst\u00fctzung informierte.<br \/>\nUnz\u00e4hlige gerahmte Fotos und alte Plakate von Artistinnen, L\u00f6wen und Clowns h\u00e4ngen im Eingangsbereich in dem Archiv in der Ketzerbach 21 \u00bd an den W\u00e4nden. &#8222;Das ist eigentlich nur Beiwerk&#8220;, sagte Vereins-Kassierer Dr. Heinz Stoffregen \u00fcber die farbenfrohen Plakate und die kunstvollen schwarz-wei\u00df Fotografien. Das eigentliche Herzst\u00fcck des Archivs befindet sich in den angrenzenden R\u00e4umen.<br \/>\nDort befinden sich unz\u00e4hlige Akten \u00fcber Artist*innen, die einst in Deutschland auftraten. Erg\u00e4nzt werden sie durch Fotos. Gef\u00fcllt sind sie mit Arbeitsvertr\u00e4gen, mit Auftrittsorten und mit Informationen \u00fcber die Familienstammb\u00e4ume.<br \/>\n&#8222;Gez\u00e4hlt haben wir nie&#8220;, erkl\u00e4rte Stoffregen. &#8222;Aber sch\u00e4tzungsweise haben wir hier Zettel zu 40.000 Artist*innen &#8211; alle vom Archivgr\u00fcnder Rudolf Geller per Hand beschriftet.&#8220;<br \/>\n\u00dcber den Schr\u00e4nken mit den Akten reihen sich rund 200 dicke Fotoalben aneinander. Darunter sind alleine 52 alte Alben vom &#8222;Circus Krone&#8220;.<br \/>\nGanz neu im Archiv gelandet sind die Fotoalben einer Artistenagentur. Gef\u00fcllt sind sie mit den Fotos der verschiedenen Artist*innen, die die Agentur in den 1920er-Jahren vermittelt hat.<br \/>\n&#8222;Die Alben wurden nicht f\u00fcr die Zukunft angelegt&#8220;, erl\u00e4uterte Stoffregen dem Oberb\u00fcrgermeister. &#8222;Die Bilder sind mit Nadeln hineingetackert, die alle verrostet sind und die Bilder besch\u00e4digt haben.&#8220;<br \/>\nNun werde das Archivteam sich damit befassen, wie die Fotos am besten f\u00fcr die Zukunft gesichert werden k\u00f6nnen. Zeitgleich werde es rund 10 Kartons voller Unterlagen sortieren, die gerade erst aus dem Nachlass eines Zirkusfreunds aus Reutlingen \u00fcbernommen wurden.<br \/>\nEin weiterer gefragter Raum in dem Archiv ist die Bibliothek. Das gelte aber nicht mehr so sehr wegen der B\u00fccher. &#8222;Da wird mittlerweile viel digital recherchiert&#8220;, erl\u00e4uterte Stoffregen.<br \/>\nGefragter sei die Sammlung an Zeitschriften und Programmheften rund um Zirkus und Variet\u00e8. &#8222;Derzeit haben wir viele Anfragen zu Material aus dem Nationalsozialismus&#8220;, berichtete Stoffregen. &#8222;Das Artistenarchiv ist in seiner Form einzigartig. Deswegen haben wir Anfragen von Autor*innen und Wissenschaftler*innen aus aller Welt, die etwa zu Biografien einzelner Artisten recherchieren oder beispielsweise zu j\u00fcdischen Artistenfamilien in der deutschen Kulturlandschaft.&#8220;<br \/>\nEtwa zwei mal im Monat gehen wissenschaftliche Anfragen im Artistenarchiv ein. Das Archivteam selbst forscht auch in den Akten &#8211; und ver\u00f6ffentlicht Erkenntnisse aus eigener Forschung dann in der &#8222;Deutschen Zirkuszeitung&#8220;.<br \/>\nHaupts\u00e4chlich seien die Ehrenamtlichen aber damit besch\u00e4ftigt, Anfragen zu beantworten, Besuchende zu betreuen und um Spenden einzuwerben, damit \u00dcbernahmen finanziert werden k\u00f6nnen wie etwa Fotoalben aus den 1920er-Jahren. Ein Wunsch des Teams sei auch, feste \u00d6ffnungszeiten im Archiv zu erm\u00f6glichen und weiter Praktikumspl\u00e4tze f\u00fcr Studierende der Philipps-Universit\u00e4t anzubieten.<br \/>\nSpies betonte, wie wichtig das Engagement des Archivteams sei, um das Wissen um die Geschichte von Artistenfamilien zu erhalten &#8211; sowohl f\u00fcr Ahnenforscher*innen als auch f\u00fcr Wissenschaftler*innen. Gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern besprach er auch, welche M\u00f6glichkeiten und Chancen die Digitalisierung des Archivguts biete.<br \/>\nDie &#8222;Gesellschaft der Zirkusfreunde in Deutschland&#8220; wurde 1955 in Berlin gegr\u00fcndet &#8211; ein Ziel war die Er\u00f6ffnung eines &#8222;Circus- und Artistenmuseums&#8220;. Das blieb jedoch erfolglos. 1976 beschloss daher der damalige Zirkusfreunde-Pr\u00e4sident Rudolf Geller aus Marburg stattdessen ein Archiv zu gr\u00fcnden.<br \/>\nMit seiner Ehefrau Lieselotte sammelte er selbst unz\u00e4hlige Dokumente, Fotos, Filme und Berichte, mit denen er vor allem die Lebens- und Arbeitsverh\u00e4ltnisse der Artist*innen erfassen wollte. Erg\u00e4nzend wurden Unterlagen \u00fcber Zirkus und Variet\u00e9 gesammelt die die wichtigsten Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Artist*innen. Im Dezember 1976 wurde dann die &#8222;Kulturhistorische Gesellschaft f\u00fcr Circus- und Variet\u00e9kunst&#8220; in Marburg gegr\u00fcndet &#8211; als gemeinn\u00fctziger Tr\u00e4ger f\u00fcr ein Archiv.<br \/>\nUnterst\u00fctzt wurde das Archiv von Beginn an von der Universit\u00e4tsstadt Marburg. Getragen wird es vom Ehrenamt. Die Stadt Marburg und die &#8222;Kulturhistorische Gesellschaft f\u00fcr Circus- und Variet\u00e9kunst&#8220; sind seither eng miteinander verbunden.<br \/>\nTraditionell ist ein Mitglied des Magistrats im Vorstand des Vereins. Bis zu ihrem Tod hatte Marlies Sewering-Wollanek diese Position inne. Nun vertritt Uli Severin die Stadt im Vereinsvorstand.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies hat das Artistenarchiv an der Ketzerbach besucht. 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