{"id":1003,"date":"2017-08-23T09:35:36","date_gmt":"2017-08-23T07:35:36","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1003"},"modified":"2017-08-23T09:35:36","modified_gmt":"2017-08-23T07:35:36","slug":"diskriminierungsfreiheit-fuer-dicke-verbessertes-verstaendnis-von-schoenheitsidealen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1003","title":{"rendered":"Diskriminierungsfreiheit f\u00fcr Dicke: Verbessertes Verst\u00e4ndnis von Sch\u00f6nheitsidealen"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Sch\u00f6n + schlank = erfolgreich + gl\u00fccklich&#8220; ist die tr\u00fcgerische Formel, die ein erf\u00fclltes Leben verhei\u00dft. Tats\u00e4chlich ist sie aber das enge Korsett, das das Gl\u00fcck einschn\u00fcrt und fast alle Sch\u00f6nheit ausgrenzt. <!--more--><br \/>\nDie Universit\u00e4tsstadt Marburg wirbt dagegen mit einer Aktionswoche f\u00fcr das Motto &#8222;Vielfalt ist Sch\u00f6nheit&#8220;. Das Programm haben Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Dr. Christine Amend-Wegmann sowie Rahel H\u00e4cker vom Projektb\u00fcro &#8222;Gesunde Stadt&#8220; am Montag (21. August) im Rathaus vorgestellt.<br \/>\n&#8222;In unserer Gesellschaft wird ein K\u00f6rperbild vorgegeben, an dem wir uns alle bewusst oder unbewusst messen&#8220;, erl\u00e4uterte Amend-Wegmann den Hintergrund der Aktionswoche. Was gemeinhin als sch\u00f6n gelte, werde vor allem durch Medien und Werbung vorgegeben und k\u00f6nne sich im Zeitverlauf durchaus \u00e4ndern. Wer der jeweiligen Norm beziehungsweise dem Sch\u00f6nheitsideal nicht entspreche, erfahre schnell Abwertung und Diskriminierungen.<br \/>\n&#8222;Die allermeisten Menschen sind mit ihrem K\u00f6rper mehr oder weniger unzufrieden&#8220;, berichtete die Gleichstellungsbeauftragte. Auf Frauen treffe das noch viel h\u00e4ufiger zu als auf M\u00e4nner.<br \/>\n&#8222;Erschreckend ist, dass schon Kinder ihren K\u00f6rper h\u00e4ufig nicht uneingeschr\u00e4nkt m\u00f6gen und sich sehr fr\u00fch an diesen Sch\u00f6nheitsidealen messen&#8220;, erkl\u00e4rte sie. &#8222;Vor allem M\u00e4dchen sind sich selbst gegen\u00fcber sehr kritisch. Das zeigen aktuelle Studien&#8220;, berichtete Amend-Wegmann.<br \/>\n&#8222;Ganz vieles macht sich am Gewicht fest, erl\u00e4uterte Spies. &#8222;Zu dick oder zu d\u00fcnn: T\u00e4glich werden Menschen aufgrund ihres Gewichts in Schubladen einsortiert oder gar diskriminiert&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Spies das sogenannte &#8222;Bodyshaming&#8220;.<br \/>\nMenschen h\u00e4tten mit Vorurteilen und Selbstzweifeln zu k\u00e4mpfen. Viele eiferten einem unrealistischen Sch\u00f6nheitsideal nach.<br \/>\n&#8222;Das kann sogar krank machen&#8220;, erl\u00e4uterte Spies. &#8222;Wir werben deshalb im Rahmen des Projektes Gesunde Stadt f\u00fcr einen offenen und respektvollen Umgang mit dem Thema Gewicht.&#8220;<br \/>\nDen Ansto\u00df gab der erste Marburger Aktionsplan zur EU-Charta f\u00fcr die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern, den die Universit\u00e4tsstadt Marburg im M\u00e4rz 2017 beschlossen hat. Die Aktionswoche &#8222;Vielfalt ist Sch\u00f6nheit&#8220; beginnt am Sonntag (27. August) und dauert bis Sonntag (3. September). Veranstaltungsorte sind das Erwin-Piscator-Haus (EPH) sowie das Cineplex Marburg.<br \/>\n&#8222;Die Gleichberechtigung von Frauen und M\u00e4nnern, Antidiskriminierungsarbeit und die F\u00f6rderung der Gesundheit haben f\u00fcr die Universit\u00e4tsstadt Marburg hohe Bedeutung&#8220;, erkl\u00e4rte Spies weiter. &#8222;In der Vergangenheit hat das Gleichberechtigungsreferat zum Beispiel eine Wanderausstellung \u00fcber Frauen-<br \/>\nund M\u00e4nnerbilder in der Werbung&#8220; erstellt, die nach wie vor bundesweit gezeigt wird. Hier geht es vor allem um sexistische Werbung und ihre negativen Auswirkungen. Jetzt stellen wir das Thema Gewicht in den Mittelpunkt.&#8220;<br \/>\nDas Gleichberechtigungsreferat und das Projektb\u00fcro &#8222;Gesunde Stadt&#8220; haben die Aktionswoche gemeinsam organisiert. Zusammen mit dem Oberb\u00fcrgermeister als Schirmherrn und den Kooperationspartnerinnen Marion Closmann und Nicole Kleppel vom Cineplex Marburg sowie Ingrid Lee vom Verein Terre des Femmes laden sie zu den unterschiedlichen Programmpunkten der Aktionswoche ein.<br \/>\nDen Auftakt macht die bundesweite Fotoausstellung &#8222;Schwere(s)los&#8220; von DAK-Gesundheit und Johnson &amp; Johnson Medical. Sie zeigt eine Woche lang Alltagssituationen adip\u00f6ser Menschen und befasst sich in \u00e4sthetischer Weise mit ihren Problemen und W\u00fcnschen, berichtete Manuel H\u00f6res von DAK-Gesundheit.<br \/>\nDie Ausstellung ist von Sonntag (27. August) bis Samstag (2. September) t\u00e4glich von 10 bis 20 Uhr im Erwin-Piscator-Haus (EPH) zu sehen. Die offizielle Er\u00f6ffnung mit Oberb\u00fcrgermeister Spies findet am Montag (28. August) um 18 Uhr statt. Im Anschluss gibt Doris Hilberger als &#8222;Expertin in eigener Sache&#8220; am gleichen Ort einen pers\u00f6nlichen Erfahrungsbericht unter dem Titel &#8222;Mein schwerer Weg in ein leichteres Leben&#8220; und l\u00e4dt zum Austausch dar\u00fcber ein.<br \/>\nIn ihrem Fachvortrag &#8222;Hat Menschenw\u00fcrde eine Konfektionsgr\u00f6\u00dfe?&#8220; spricht Natalie Rosenke von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung am Mittwoch (30. August) \u00fcber die \u00f6ffentliche Wahrnehmung von Dickleibigkeit in der westlichen Welt. Was als &#8222;normal&#8220; gilt, sei abh\u00e4ngig vom historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhang ebenso wie von der Geschlechts- und Schichtzugeh\u00f6rigkeit der Betroffenen.<br \/>\nRosenke spricht sich gegen die Stigmatisierung von &#8222;Dicken&#8220; aus. Die Gesellschaft fordert sie dazu auf, Gewichtsdiskriminierung genauso zu \u00e4chten wie die Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr.<br \/>\nAm Freitag (1. September) stellt die Diabetologin Dr. Veronika Hollenrieder aus M\u00fcnchen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Dicksein vor, jedoch keinesfalls das Patentrezept zum Abnehmen. Vielmehr will sie mit ihrem Fachvortrag &#8222;Leben mit \u00dcbergewicht &#8211; die Seele isst mit&#8220; \u00fcber die W\u00fcnsche, Bed\u00fcrfnisse und Probleme von \u00fcbergewichtigen Menschen sprechen und erkl\u00e4ren, wie \u00dcbergewicht entsteht und wie Frauen und M\u00e4nner mit \u00dcbergewicht gl\u00fccklich sein k\u00f6nnen. Auch diese Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.<br \/>\nMit der Filmvorf\u00fchrung &#8222;Embrace &#8211; Du bist sch\u00f6n&#8220; am Sonntag (3. September) und Mittwoch (6. September) im Cineplex beendet die Aktionswoche ihr Programm und zeigt noch einmal auf, wie viele Frauen mit ihrem K\u00f6rper unzufrieden sind. Mit der Frage, woher diese Unzufriedenheit kommt und was die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind, dass sich sie sich nicht so akzeptieren k\u00f6nnen, wie sie sind, besch\u00e4ftigt sich die Fotografin Taryn Brumfitt in dem Dokumentarfilm und befragt dazu Frauen aus der ganzen Welt.<br \/>\nNach der Filmvorf\u00fchrung am Sonntag (3. September) um 11.30 Uhr steht die Psychotherapeutin und Lehrbeauftragte Dr. Helga Kr\u00fcger-Kirn von der Philipps-Universit\u00e4t f\u00fcr eine Diskussion zur Verf\u00fcgung. Die beiden Vorstellungen am Mittwoch (6. September) beginnen um 15 und um 19.30 Uhr.<br \/>\n&#8222;Am Sonntag (27. August) verteilen wir Postkarten mit dem Slogan Vielfalt ist Sch\u00f6nheit im gesamten Stadtgebiet und rufen Marburgerinnen und Marburger dazu auf, ihren Lieblingsmenschen eine Herzensbotschaft zu schicken, die ganz unabh\u00e4ngig ist von Aussehen und Gewicht&#8220;, erkl\u00e4rte Rahel H\u00e4cker vom Projektb\u00fcro &#8222;Gesunde Stadt&#8220;. Die Karten sind auf Anfrage auch bei ihr sowie im Gleichberechtigungsreferat erh\u00e4ltlich. Weitere Informationen gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/vielfalt\">www.marburg.de\/vielfalt<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Sch\u00f6n + schlank = erfolgreich + gl\u00fccklich&#8220; ist die tr\u00fcgerische Formel, die ein erf\u00fclltes Leben verhei\u00dft. 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